| Waldzustandsmonitoring - Level I & Level II | |
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Das internationale Zusammenarbeitsprogramm "ICP-Forests" der Genfer Luftreinhaltekonvention (UN/ECE) wurde 1985 ins Leben gerufen. Ein Jahr später beschloß der Rat der Europäischen Gemeinschaft ein gemeinsames Schema zum Schutz des Waldes vor Luftverschmutzung (VO 3528/86), worin auch die Durchführung von regelmäßigen Erhebungen der Waldschäden vereinbart wurde. Diese VO wurde 2003 durch die "VERORDNUNG (EG) NR. 2152/2003 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. November 2003 für das Monitoring von Wäldern und Umweltwechselwirkungen in der Gemeinschaft (Forest Focus)" ersetzt. Seit 1991 sind beide Programme vereint, derzeit beteiligen sich 38 europäische Länder an diesem Programm.
Die Erhebungen werden auf verschiedenen Ebenen durchgeführt: Ein systematisches Aufnahmenetz von 5700 Flächen dient der großräumigen Erfassung des Kronenzustandes und dessen Veränderung. Auf etwa 4500 dieser Fläche wurde auch der Bodenzustand erfaßt. Für das Jahr 1995 wurde die Durchführung von Nadel-/Blattanalysen empfohlen, tatsächlich vorgenommen wurde diese Untersuchung an beinahe 1000 Flächen. An der ehemaligen FBVA (nunmehr BFW) wurde dafür ein eigenes Auswertungszentrum (FFCC) installiert. Viel detailliertere Untersuchungen erfolgen auf den Level II Flächen. Neben der Bestandessituation werden auch die Standortsverhältnisse sowie den Wald beeinflussende bzw. schädigende Umweltfaktoren kontinuierlich erfaßt. Ein Handbuch (4. Auflage 1998, seither teilweise ergänzt) beschreibt die harmonisierten Untersuchungsmethoden für die verschiedenen Untersuchungsebenen. Alle diese Maßnahmen sind für die Mitgliedsländer der Europäischen Gemeinschaft verpflichtend und werden von der Kommission kofinanziert. In Österreich ist die BFW mit der Durchführung dieser Maßnahmen befaßt, die Arbeiten werden von den einzelnen Fachinstituten durchgeführt. Auf allen Flächen der intensiven Waldzustandsüberwachung (Level II) verpflichtend ist die Erhebung des Kronenzustandes, der Bodenvegetation, des Bodenzustandes, der Zuwachsverhältnisse sowie der Nadel-/Blattgehalte. Die Untersuchung der Bestandes- und Freilanddeposition, ist zwar nur auf 10 % der Flächen verpflichtend, sie wird jedoch in Österreich auf allen 20 Flächen durchgeführt. Die Bodenlösung wird auf 2 Flächen erfaßt, auf diesen wird auch die Messung von meteorologischen Parametern, sowie eine Erfassung von Bodenfeuchte und -temperatur durchgeführt. Die auf nationaler Ebene gesammelten Ergebnisse werden alljährlich an das Auswertungszentrum in Hamburg übermittelt. Dort werden sie übergreifend ausgewertet und die Ergebnisse publiziert. Die Aktivitäten der UN/ECE und der Europäischen Gemeinschaft werden durch andere internationale Übereinkommen sehr wesentlich unterstützt. Insbesondere die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE) betonte mehrfach in ihren Resolutionen die Bedeutung diese pan-europäischen Netzwerks. Das Monitoringprogramm von Level I und Level II liefert auch unentbehrliche Grundlagedaten zu Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Biodiversität oder der Kohlenstoffproblematik, auch für die Ableitung von Crtical loads werden entscheidende Informationen erwartet. Das internationale Zusammenarbeitsprogramm "ICP-Forests" im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention (UN/ECE) und der Europäischen Gemeinschaft ist heute das weltweit umfassendste Programm zur Erfassung des Waldzustandes. Die davon stammenden Ergebnisse werden nicht nur für die Luftreinhaltepolitik unterstützen, sondern auch zu anderen Prozesse im Rahmen der internationalen Umweltpolitik, wie beispielsweise den Bemühungen um eine nachhaltige Forstwirtschaft oder zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. |
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