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Einleitung
Zielsetzung
Die Forstwirtschaft ist wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig an
naturbestimmte Standortsbedingungen gebunden. Die Klassifizierung und
Kenntnis der Standorte und Waldgesellschaften in ihrer räumlichen
Verteilung in der Landschaft ist daher eine Grundvoraussetzung für
jede ökologisch orientierte Waldbewirtschaftung und darüber
hinaus für alle die vielfältigen Interessen der Gesellschaft
an der Waldlandschaft überhaupt. Der Weg zu dieser Kenntnis führt
vor allem über Standortskartierungen, welche in vielen Ländern
flächendeckend, in Österreich nur für wenige ausgewählte
Mustergebiete vorliegen. Eine bundesweite Standortskartierung ist ein
aufwendiges Vorhaben, welches nur in längeren Zeiträumen und
mit hohem Personalaufwand zu verwirklichen ist. Die vielgestaltigen
Waldstandorte und Waldgesellschaften zeigen jedoch in ihrer Eigenart
und räumlichen Abfolge Gesetzmäßigkeiten, welche an größere,
geographisch und ökologisch - v.a. klimatisch - definierte Naturräume
gebunden sind. Innerhalb dieser Landschaftsräume herrschen
spezifische, einigermaßen gleichartige und von anderen Räumen
unterschiedliche Wuchsbedingungen für die einzelnen Baumarten und
somit gleichartige Voraussetzungen für waldbauliche Maßnahmen.
Die Abgrenzung solcher - meist als Wuchsgebiete bezeichneter - Naturräume
ist eine vorrangige und von der forstlichen Praxis seit jeher
geforderte Aufgabe. Gleichzeitig ist die Wuchsgebietsgliederung die
hierarchisch höchste Klassifizierung von Waldstandorten etwa im
Rahmen einer Standortskartierung und kann gewissermaßen als ein
erster, leichter realisierbarer Schritt zu einer solchen gesehen
werden. Eine der bekanntesten Anwendungen der Wuchsgebietseinteilung
ist die Abgrenzung von Herkunftsgebieten für forstliches
Vermehrungsgut (Saat- und Pflanzgut). Bei der Anlage von Kulturen ist
die Auswahl der geeigneten "Herkunft", also von Pflanzgut
jener Standortsrassen oder Ökotypen, welche an die lokalen
Wuchs--bedingungen am besten angepaßt sind, eine der wichtigsten
Weichenstellungen für die Entwicklung und Funktionsfähigkeit
des künftigen Bestandes. Das Gleiche gilt in noch vermehrtem Maße
für die Auswahl geeigneter, standortstauglicher Baumarten an
sich. Innerhalb eines Wuchsgebietes herrschen auf vergleichbaren
Standorten ähnliche waldbauliche Bedingungen. Daher können
auch alle waldbaulichen Erfahrungen und Versuchsergebnisse auf
korrespondierende Behandlungseinheiten übertragen werden. Neben
diesen traditionellen forstlichen Anwendungen sind Wuchsgebiete die
notwendige Bezugsbasis für jede regionale Beschreibung von Waldökosystemen
bzw. des natürlichen Produktionspotentials sowie für die
Klassifizierung im Rahmen der vielfältigen forststatistischen
Inventuren, forstlichen Planungen, Monitoringnetze, Boden- und
Walderhebungen. In zunehmendem Maße kommen Fragen der
allgemeinen Landes- und Umweltplanung, Landschaftsökologie und
Landespflege hinzu. Wuchsgebiete bieten den naturräumlichen
Rahmen für sämtliche landeskulturellen und raumplanerischen
Fragen, die sich mit dem Wald befassen, für die Zuordnung aller
Objekte des Natur- und Umweltschutzes, Umweltstatistik,
Biotopkartierung usw.
Ausgangslage
Zur Zeit bestehen einige naturräumliche Gliederungen der
Waldgebiete Österreichs nebeneinander: Die älteste davon,
die "Wuchsgebiete des österreichischen Waldes" nach
TSCHERMAK (1953), stützt sich neben klimatologischen Überlegungen
vor allem auf die Verbreitung der wichtigsten Baumarten, welche zu
Beginn der Untersuchungen (TSCHERMAK 1929, 1935 a, b, c) noch als
weitgehend natürlich angesehen wurde. Die Wuchsgebiete TSCHERMAKs
(1940 a, b, c, d, 1950, 1953) sind bislang noch Grundlage für die
rechtsverbindliche Herkunftsregelung des forstlichen Vermehrungsgutes
(627. VO des BM f. L. u. FW, 5.12.1975) und deshalb in der Praxis
allgemein eingebürgert, obwohl sie längst als überholungsbedürftig
angesehen werden. Aus der Notwendigkeit, diese Wuchs- und
Herkunftsgebiete nach ökologisch-pflanzensoziologischen
Gesichtspunkten neu zu überarbeiten, ist 1971 ein Entwurf zur
Gliederung der "Waldgebiete und Wuchsbezirke Österreichs"
von H. MAYER in Zusammenarbeit mit dem Institut für Waldbau der
FBVA (Mitarbeiter: NATHER, ECKHART, RACHOY, ZUKRIGL) entstanden (MAYER
& AL. 1971). Dieser Entwurf war bewußt nur als
Diskussionsgrundlage präsentiert worden, bis "Fortschritte
bei der noch unzureichenden Standortserkundung eine endgültige
Fassung zulassen" (MAYER & AL. 1971). Später ist diese
Gliederung in einem weiteren Rahmen für den gesamten Ostalpenraum
modifiziert worden (MAYER 1974). Die Wuchsgebietsgrenzen sind
allerdings nur im Maßstab 1:2 Mio skizziert und somit für
Erhebungsnetze unzureichend genau. Diese Gliederung findet vor allem
im universitären Bereich Anwendung. Gleichzeitig wurden am
Institut für Standortskunde der FBVA im Zuge der
Standortserkundung und zahlreicher Beispielskartierungen während
der 60er- und 70er-Jahre "Wuchsräume" als übergeordnete
Einheiten erarbeitet (JELEM 1960, JELEM & KILIAN 1972, KILIAN
1981). Sie werden unter anderem seit 1970 von der Österreichischen
Forstinventur benutzt. Neben diesen forstlichen Regionalisierungen
gibt es eine sehr ausgereifte räumliche Gliederung für den
landwirtschaftlichen Bereich, die "Landwirtschaftlichen
Kleinproduktionsgebiete" (SCHWACKHÖFER, 1966). Ihr liegen
die umfangreichen, parzellenweise verfügbaren Daten der Bodenschätzung
zugrunde. Allerdings hat sie eine andere Zielsetzung und erfaßt
neben naturräumlichen auch wirtschaftliche und agrarstrukturelle
Kriterien, ist daher nicht unmittelbar mit den forstlichen
Gliederungen kompatibel und für unsere Betrachtungen nicht sehr
hilfreich. Dennoch wird in der nachfolgenden Beschreibung der
Wuchsgebiete jeweils die räumliche Entsprechung auch dieser
Kleinproduktionsgebiete gegeben. Weiters liegen für die
Nachbarstaaten Tschechien (SKALICKY 1988), Slowakei (FUTÁK
1966,1984) und Ungarn (SOÓ 1964) detaillierte
pflanzengeographische Gliederungen vor. Für Slowenien gibt es
eine Einteilung in Saatgut-Herkunftsgebiete (ZUPANCIC 1993), die auf
eine ältere pflanzengeographische Gliederung (WRABER 1969) zurückgeht.
Für die an Österreich angrenzenden Teile der Schweiz und
Italiens steht dagegen nur die Gliederung von MAYER (1974) zur Verfügung.
Die älteste Tradition außerhalb Österreichs zur
Verwendung standortskundlich motivierter forstlicher
Landschaftsgliederungen und die umfangreichste Datengrundlage besitzt
allerdings Deutschland (SCHLENKER 1975, 1987, WITTMANN 1983).
Problemstellung
Der Zustand, daß drei verschiedene forstliche
Wuchsgebietsgliederungen nebeneinander - wenn auch für
unterschiedliche Zwecke - innerhalb der österreichischen
Forstwirtschaft, ja selbst innerhalb der FBVA in Gebrauch sind, wird
als untragbar empfunden. Vor allem anlässlich der heranstehenden
rechtlichen Neuregelung über den Verkehr mit forstlichem
Vermehrungsgut, sowie bei der Auswertung einer Vielzahl derzeit
laufender großer Erhebungssysteme im Bereich der Forstwirtschaft
(Waldinventur, Waldschaden-Beobachtungssystem, Bodenzustandsinventur)
aber auch universitärer Projekte (z.B. MAB-Projekt über den
Hemerobiegrad der österr. Wälder) ist das Fehlen einer
einheitlichen, ökologisch fundierten und universell anwendbaren
Landschaftsgliederung empfindlich fühlbar und akut geworden. Es
galt daher, ein altes, immer wieder zurückgestelltes Projekt der
Forstlichen Bundesversuchsanstalt zu reaktivieren und unverzüglich
eine solche Gliederung zu schaffen. Allen drei bisherigen forstlichen
Gliederungen Österreichs liegt eine außerordentlich große
Fülle von Beobachtungsmaterial zugrunde, das seither nicht so
wesentlich erweitert und zumindest nicht widerlegt worden ist, daß
es eine völlig neue, die bisherigen Grundlagen umstoßende, "endgültige"
Wuchsraumgliederung begründen würde. Auch ein neuer
Gliederungsversuch muß zudem ein Provisorium bleiben, solange
nicht durch eine flächendeckende Standortskartierung der immer
noch lückenhafte Kenntnisstand wesentlich vertieft worden ist.
Liegen doch bei weitem nicht die pollenanalytischen Unterlagen und
Kartierungsergebnisse vor wie etwa in Deutschland. Und selbst dort
wurde erst nach weitgehendem Abschluß jahrzehntelanger
Standortskartierungen an "eine Überarbeitung der
Wuchsgebietsgliederung, auch methodisch, zur Erweiterung auf außerforstliche
Zielsetzungen" gedacht (SCHLENKER 1987). Der einzig gangbare Weg
für Österreich kann zum derzeitigen Zeitpunkt also nur die
Zusammenführung der bestehenden Gliederungen sein. Da es schon
das Ziel der beiden jüngeren Konzepte war, die alte, als überholt
betrachtete Gliederung TSCHERMAKS zu ersetzen, kann diese dabei unberücksichtigt
bleiben. Ein Problem bleibt allenfalls die in der Praxis eingebürgerte
alphanumerische Kennzeichnung der Wuchs- und Herkunftsgebiete. In
vielen Belangen sind seit den älteren Konzepten aber doch
zahlreiche neue Kenntnisse hinzugekommen, welche in der vorliegenden
Darstellung berücksichtigt wurden: Zunächst ist die Kenntnis
der natürlichen Waldgesellschaften und ihrer systematischen
Stellung heute so weit fortgeschritten, daß für alle
Wuchsgebiete die wichtigsten Waldgesellschaften für die
jeweiligen Höhenstufen und Standorte aufgelistet werden können.
Damit ist die Möglichkeit geschaffen, Vermehrungsgut innerhalb
der gleichen natürlichen Waldgesellschaft zu übertragen.
Auch bei Transfer von Herkünften aus einem benachbarten
Wuchsgebiet erleichtert der Vergleich der natürlichen
Waldgesellschaften des Herkunfts- und Verwendungsortes die Einschätzung
der Eignung des Pflanzgutes. Weiters kann eine überarbeitete
Darstellung der Höhenstufen gegeben werden. Für diese nach
pflanzensoziologischen Kriterien erstellten klimatischen Höhenstufen
haben unter anderem die zahlreichen Standortserkundungen der FBVA und
zuletzt die Bodenzustandsinventur viele zusätzliche Informationen
gebracht, vor allem über die Lage und Ausbildung der Höhenstufen
in den einzelnen Wuchsgebieten. Die neue Verordnung über das
forstliche Vermehrungsgut wird diese nach
klimatisch-pflanzensoziologischen Kriterien erstellten Höhenstufen
übernehmen. Damit ist wiederum der Transfer von Saat- und
Pflanzgut auf ökologisch gleichwertige Lagen erleichtert, im
Gegensatz zu den nach der derzeit geltenden Forstsaatgutverordnung
unterschiedenen fixen Seehöhenangaben. Schließlich ist von
der Waldbodenzustandsinventur, der Österreichischen Waldinventur
und zahlreichen Einzelprojekten her umfangreiches Datenmaterial über
die in den Wuchsgebieten vorkommenden Böden verfügbar,
worauf in der Beschreibung der Wuchsgebiete ebenfalls in der gebotenen
Kürze zurückgegriffen werden kann.
Ausblick
Für eine definitive Darstellung der Wuchsgebiete einschließlich
der Aufdeckung kausaler Zusammenhänge, etwa die flächenhafte
Verknüpfung von klimatischen Kennwerten und Waldgesellschaften
(Indexzahlen etc.) fehlen immer noch ausreichende Unterlagen. So sind
die bisher bei den Wuchsgebieten angeführten Klimarahmen aus oft
unzulässiger Extrapolation von Mittelwerten weniger Talstationen
abgeleitet und bestenfalls halbquantitativ. Ein Projekt zur Definition
und flächenhaften Ermittlung forstökologisch relevanter
Klimakennziffern wurde an der FBVA soeben begonnen. In Baden-Württemberg
wurde schon vor Jahren ein selbständiges Klimatypen-System
vorgeschlagen (SCHLENKER 1975, 1987), das die
Regionalwaldgesellschaften als Ordnungsprinzip für eine zukünftige
Vereinheitlichung der Wuchsgebiete Deutschlands ergänzen soll.
Vor allem sollen dazu für die Vegetation wirksame klimatische
Schwellwerte gesucht werden. Ein anderes, erst kürzlich
initiiertes Langzeitprojekt der FBVA, eine "genetische Inventur Österreichs"
mittels Isoenzym- und DNA- Untersuchungen (GEBUREK ET AL. 1994) wird
vor allem zur Kenntnis der genetisch-geographischen Differenzierung
der Baumarten beitragen. Die vielfältigen derzeit laufenden
pflanzensoziologischen Arbeiten lassen in naher Zukunft eine dichtere
zumindest punktuelle Information über aktuelle und potentielle
natürliche Waldvegetation erwarten. Den abschließenden
Schritt kann aber wohl nur eine flächendeckende
Standortskartierung bieten.
Grundlagen und Überlegungen zur neuen Wuchsgebietsgliederung
Gliederungsargumente
Im Sinne möglichst vielseitiger Anwendung sollen sich die
forstlichen Wuchsgebiete an einer allgemeinen naturräumlichen
Gliederung orientieren. Nur so können sie mit anderen
Fachbereichen, z.B. den landwirtschaftlichen Produktionsgebieten, in
Einklang gebracht werden. Grundsätzlich werden
Landschaftskomplexe mit charakteristischer Verknüpfung von
physiographisch- geologischen und klimatischen Eigenschaften
unterschieden. Nach Möglichkeit sollen sie üblichen
geographischen Landschaftsbegriffen entsprechen. Im Vordergrund der
natürlichen Gebenheiten steht das Regionalklima. Ein genereller
Gradient zunehmender Wärme von Norden nach Süden und ein
solcher zunehmender Kontinentalität von Westen nach Osten wird
durch die Barriere der Alpen modifiziert und ergibt so die bekannten
Klimazonen des Alpenraumes, welche auch für die Ausprägung
der Vegetationszonen maßgeblich ist. Das zweite naturräumliche
Kriterium sind das Grund--gestein und die Landform. Sie sind
gleichzeitig maßgebend für die Bodenbildung und den
Wasserhaushalt. Große geomorphologische Einheiten sollten
jedenfalls berücksichtigt werden. Ein Beispiel dazu ist die Böhmische
Masse. Im einzelnen kann die Gewichtung der Faktoren abweichen. Meist
hat aber das Klima Vorrang: so erstreckt sich die geomorphologisch so
wohldefinierte Landschaftseinheit der Nördlichen Kalkalpen über
drei markante, die Vegetationsdecke prägende und selbst das
Vorkommen der Hauptbaumarten bestimmende Klimazonen (von den Randalpen
bis zu den kontinentalen Innenalpen), und muß deshalb aufgeteilt
und den entsprechenden Wuchsgebieten zugeordnet werden. Der
entscheidende Indikator für die Abgrenzung der Wuchsgebiete sind
jeweils die Regionalwaldgesellschaften. Darüberhinaus sollen die
Wuchsgebiete auch der forstgenetischen Differenzierung der Baumarten
gerecht werden, die von der postglazialen Einwanderungsgeschichte und
den bis heute herrschenden Selektionsbedingungen geprägt ist. Die
Einwanderungswege könnten dabei durchaus eine andere, von den
gegenwärtigen standörtlichen Randbedingungen abweichende
Gliederung begründen. Doch leiten sich auch von der
Einwanderungsgeschichte Waldentwicklungstypen ab, welche nach dem
derzeitigen Wissensstand offensichtlich mit den großen Naturräumen
korrespondieren (KRAL 1974, 1994) Die Grenzen der Wuchsgebiete sind in
der Natur meist breite Übergangszonen. Oft durchdringen sich
benachbarte Naturräume inselartig. Jede Grenzziehung muß
daher vereinfachend und mehr oder weniger willkürlich erfolgen.
Sie wird sich als Kompromiß mit den praktischen Erfordernissen
im Zweifel an markanten Geländelinien, wie Flußläufen
oder Kammlinien, ja selbst an politischen Grenzen orientieren. Die
vertikalen Klima- und Vegetationsgürtel überlagern im
Bergland die regionale Eigenart der Wuchsgebiete ganz wesentlich.
Waldbaulich und für Herkunftsfragen haben sie sogar Vorrang vor
den Wuchsgebieten. In Deutschland wurde dem Rechnung zu tragen
versucht, indem die Höhenstufen als zonale Gebiete in die
Wuchsraumgliederung eingehen (z.B. "submontaner Schwarzwald").
Auch sind die Klimatypen dort Höhenzonen-Typen, allenfalls
modifiziert nach der regionalen Humidität (z.B. "siccoplanar",
"humidoplanar" bzw. "atlantisch-submontaner
Bu-Ei-Ta-Wald"). Dieses Vorgehen ist allerdings nur in Räumen
mit wenig ausgeprägtem Relief möglich. So ist etwa die
pannonische Niederung durch das Vorherrschen der planar-kollinen Stufe
gekennzeichnet. Die Erhebung des Leithagebirges muß aber als Höhenstufe
diesem Raum zugeordnet werden und nicht etwa - wegen der Höhenlage
- einem benachbarten Randgebirge. In den stark gegliederten Berglagen
der Alpen ist eine regionale Darstellung von Höhenstufen nicht möglich.
Auch der Versuch, die Wuchsgebiete durch höhenzonal
vorherrschende Waldgesellschaften zu charakterisieren, muß
scheitern. Auch in Deutschland wird zunehmend die separate Höhenstufengliederung
innerhalb der Wuchsbezirke als notwendig erachtet. Zumindest wird
zwischen "regionalen" und "zonalen" Höhenstufen
bzw. "klimatisch uneinheitlichen Wuchsbezirken"
unterschieden. Letztere sind in Österreich die Regel. Die beiden älteren
Wuchsgebietsgliederungen von Mayer und der FBVA tragen der markanten
Gliederung der österreichischen Landschaft Rechnung, in welcher
mehrere große europäische Klima- und Vegetationsbereiche
aufeinandertreffen. So ist es nicht verwunderlich, daß sie
gemeinsame Grundzüge aufweisen und auch im Detail oft gar nicht
so stark voneinander abweichen. Vor allem die außeralpinen
Gebiete sind durch ihre geomorphologische und klimatische Eigenart als
Wuchsräume vorgegeben und ihre Abgrenzung daher bei beiden
Gliederungen nahezu identisch. Eher ist es die Rangordnung der
Kriterien und damit die Einheitenhierarchie, welche von den Konzepten
unterschiedlich gesehen wird. TSCHERMAK und MAYER wählten eine
mehrstufige, hierarchische Gliederung. Sie bietet den Vorteil, daß
die Gebiete nach Bedarf zu übergeordneten Einheiten zusammengefaßt
werden können. Die Anforderungen sind diesbezüglich sehr
unterschiedlich: Die Überwachung der Saatgutherkünfte ist
schon mit wenigen Einheiten überfordert, zumal diese mit den -
notwendigen - Höhenstufen ohnehin zu einer großen Anzahl
multipliziert werden. Eine waldbauliche Standortsbeurteilung hingegen
kann an der Vielfalt der Naturlandschaft nicht vorbeigehen und muß
an einer feineren Differenzierung festhalten (auch Bayern
unterscheidet z.B. 121 Teillandschaften!). Anderseits haben solche
hierarchische Gliederungen den Nachteil, daß damit "Verwandtschaftsgrade"
festgelegt werden müssen, was gar nicht so leicht möglich
ist. Die bisherige "Wuchsraumgliederung" der FBVA ist dem
aus dem Wege gegangen, indem sie die Gebiete einfach gleichrangig
aneinander gereiht und durchnumeriert hat. Im Ausland überwiegen
die mehrstufigen Gliederungen und der internationale Trend dürfte
dorthin gehen. In Baden-Württemberg z.B. werden 4 Stufen
(Wuchsgebiete, Wuchsbezirksgruppen, Wuchsbezirke, Teilbezirke)
unterschieden) unterschieden. Die neue bundesdeutsche Gesamtgliederung
benützt sogar 6-stellige Code-Ziffern, welche aber gewiß
nicht mehr sehr einprägsam sind. Nach allen diesen Überlegungen
wurde für das vorliegende Konzept einer zweistufigen
hierarchischen Gliederung der Vorzug gegeben. Allerdings muß
dabei eine etwas unterschiedliche Abgrenzungsqualität in Kauf
genommen werden. Es wurden eine Reihe von Varianten erwogen, doch
verbleibt in jedem Falle ein Rest von Flächen, der sich nicht
problemlos übergeordneten Einheiten zuordnen läßt. Mit
den bisher eingebürgerten und schon auf manchen umfangreichen
Datensystemen festgelegten Bezeichnungen muß bei jeder gewählten
Variante gebrochen werden. In dieser Richtung war die Wahl offen.
Begriffsbestimmungen
Hauptwuchsgebiete
Hauptwuchsgebiete sind übergeordneten Einheiten zusammengefaßte,
ökologisch verwandte Wuchsgebiete, deren Bezeichnung der großgeographisch
- klimatischen Landschaftsgliederung (z.B. nördliche Randalpen,
Sommerwarmer Osten) entspricht. Sie dienen v.a. großräumigen
Vergleichen und statistischen Auswertungen.
Wuchsgebiete
Wuchsgebiete sind nach forstökologischen Gesichtspunkten gefaßte
Großlandschaften (Naturräume) mit weitgehend einheitlichem
Klimacharakter und einheitlichen geomorphologischen Grundeinheiten.
Sie sind durch eine gesetzmäßige Folge von Standorten und
einen entsprechenden Waldgesellschaftskomplex gekennzeichnet. Gleiche
morphologische und edaphische Bedingungen führen in verschiedenen
Wuchsgebieten hingegen häufig zu unterschiedlichen
Waldgesellschaften. Die großräumigen Eigenschaften sind mit
natürlichen Leitgesellschaften korreliert. Das Wuchsgebiet kann
sich mit dem Verbreitungsgebiet einer Waldgesellschaft decken. Die
meisten Wuchsgebiete umfassen eine vertikale Zonierung in mehrere Höhenstufen.
Wuchsbezirke
sind Untereinheiten der Wuchsgebiete, Teillandschaften mit
einheitlichem physiographischen und forstökologischen Charakter.
Sie sind durch ein enger gefaßtes Regionalklima, geringe Zahl
der Ausgangssubstrate und eine typische, landschaftsbeherrschende
regionale Waldgesellschaft gekennzeichnet. Im Zuge von
Pilot-Standortskartierungen wurden in einzelnen österreichischen
Wuchsgebieten bereits Wuchsbezirke ausgeschieden. Eine durchgehende
Aufgliederung in Wuchsbezirke liegt für Österreich jedoch
noch nicht vor.
Höhenstufen
sind in vertikaler Richtung aufeinanderfolgende Klima- und
Vegetationsgürtel, welche die regionale Eigenart der Wuchsgebiete
überlagern. Die einzelnen Höhenstufen sind nach
klimatisch-pflanzensoziologischen Gesichtspunkten und nicht nach
bestimmten Seehöhenwerten definiert. Die bei den einzelnen
Wuchsgebieten angeführten Höhenangaben sind lediglich
Rahmenwerte, innerhalb welcher die Höhenstufengrenzen dort je
nach lokalen Standortsbedingungen schwanken. Für praktische
Zwecke, z.B. als rechtliche Grundlage für das Forstliche
Vermehrungsgut werden die Höhenstufen entsprechend der
nachfolgenden Gliederungsübersicht zu sogenannten Höhengürteln
zusammengefaßt:
| Höhengürtel |
Höhenstufe |
| Tieflage |
kollin (-planar) |
| |
submontan |
| Mittellage |
tiefmontan |
| |
mittelmontan |
| |
hochmontan |
| Hochlage |
tiefsubalpin |
| |
hochsubalpin |
Beschreibung der Höhenstufen
Die Begriffe der alpinen Höhenstufen, wie sie vor allem MAYER
(1974, 1984) und MAYER ET AL. (1971) verwenden, haben sich anstelle früherer,
nur regional gültiger Gliederungen - wie "Untere Buchenstufe"
etc. für Oberösterreich (HUFNAGL 1954) oder "Kühle
Waldstufe" etc. (ECKMÜLLNER-SCHWARZ 1954) - allgemein
durchgesetzt.
Einander entsprechende Höhenstufen treten in allen inner- und außeralpinen
Berglagen auf, doch haben sie in den einzelnen Wuchsgebieten jeweils
eine spezifische Ausbildung. Sie sind durch bestimmte
Leitgesellschaften (klimabedingte Schlußwaldgesellschaften
mittlerer Standorte) charakterisiert (MAYER 1984). Daneben ist noch
die unterschiedliche Höhenlage der Stufen für ein
Wuchsgebiet kennzeichnend, mitunter mehr als die "Höhenstufenqualität".
Einen ausführlichen Versuch, die Höhenstufen des
Alpenraumes und der benachbarten Gebirge zu parallelisieren, hat in
neuerer Zeit OZENDA (1988) vorgelegt.
Da auch heute noch in der Literatur (z.B. MAYER 1974, WAGNER 1985,
OZENDA 1988, NIKLFELD 1993) manche Höhenstufenbezeichnungen
mehrdeutig und je nach Autor unterschiedlich verwendet werden, sollen
im folgenden die hier verwendeten Begriffe v.a. in Anlehnung an
NIKLFELD (1993) erläutert und konkretisiert werden.
Die kolline Stufe ist durch Eichen-Hainbuchenwälder und Eichenwälder
gekennzeichnet. Unter pannonisch-subkontinentalem, mitteleuropäisch-subozeanischem
und submediterran-illyrischem Klimaeinfluß liegen
unterschiedliche, geographisch vikariierende Waldgesellschaften vor.
Im illyrischen Gebiet (SE-Alpen, nordwestl. Balkanhalbinsel) spielen
v.a. auch Blumenesche und Hopfenbuche eine wichtige Rolle.
Auf eine Unterscheidung einer eigenständigen planaren
Stufe wird hier verzichtet, da wenigstens bei uns eine stichhältige
pflanzensoziologische Charakterisierung und Abgrenzung derzeit noch
auf Schwierigkeiten stößt und sie von verschiedenen Autoren
unterschiedlich definiert wird. Zudem sind die in Frage kommenden
Gebiete weitgehend in Ackerland umgewandelt, sofern es sich nicht um
Sonderstand-orte (z.B. Aubereiche, Sandflächen im Marchfeld,
Salzböden) handelt. Im Wuchsgebiet 8.1 (Pannonisches Tiefland),
wo allenfalls eine planare Stufe zu unterscheiden wäre, wird
diese im Rahmen der kollinen Stufe mitbehandelt.
Als submontane Stufe wird der Übergangsbereich
zwischen der kollinen und der tiefmontanen Stufe bezeichnet. Hier
kommt die Vegetation beider Stufen miteinander verzahnt vor, wobei
aber unterschiedliche Positionen im Standortsmosaik eingenommen
werden. Beispielsweise werden im östlichen Wienerwald Sonnhänge
v.a. von Eichen-Hainbuchenwäldern, Schatthänge von Buchenwäldern
bestockt. Dabei sind den Eichen-Hainbuchenwäldern Buchen
beigemischt und umgekehrt den Buchenwäldern Eichen und
Hainbuchen. Durch die Bewirtschaftung kann es leicht zu einem
Baumartenwechsel kommen, sodaß etwa durch Niederwaldbetrieb
Eichen-Hainbuchenwald aus einem Buchenwald entsteht.
Entsprechend dem Kontinentalitätsgefälle ist die montane
Stufe außerhalb der Alpen und in den Rand-alpen durch
Buchen- bzw. Fichten-Tannen-Buchenwälder, in den Zwischenalpen
durch Fichten-Tannenwälder und in den Innenalpen durch Fichtenwälder
gekennzeichnet.
Ihre Grenze gegen die subalpine Stufe wird durch die Obergrenze von
Buche und Tanne markiert. Schwierigkeiten ergeben sich dort, wo Tanne
und Buche aus regionalklimatischen Gründen (Innenalpen) bzw.
nutzungsbedingt fehlen. Hier kann die Obergrenze von Bergahorn,
Grauerle und Rotföhre (als bestandsbildende Baumart) für die
Abgrenzung herangezogen werden. Weiters sind montane gegenüber
tiefsubalpinen Fichtenwäldern bestandesstrukturell (geschlossener
Hochwaldcharakter) und durch die Zusammensetzung der Krautschicht
unterscheidbar. Beispielsweise reichen die montanen Arten
Wimper-Hainsimse (Luzula pilosa), Schattenblümchen (Maianthemum
bifolium), Hasenlattich (Prenanthes purpurea) oder
Buchenfarn (Thelypteris phegopteris) nur selten in die
tiefsubalpine Stufe.
Die beträchtliche Höhenspanne kann noch in eine
tiefmontane, eine mittelmontane und eine hochmontane Stufe
untergliedert werden.
Die tiefmontane Stufe ist durch ein Optimum der
Buche ausgezeichnet. In den Buchenbeständen der Randalpen spielt
die Fichte nur eine untergeordnete Rolle. Tanne, Rotföhre (Eiche)
sind mit wechselnden Anteilen beigemischt. An ihrer klimatischen
Grenze in den Zwischenalpen kommt der Buche durchwegs nur in der
tief(-mittel)montanen Stufe nennenswerte Bedeutung zu. Die
mittelmontane Stufe stellt den Kernbereich der montanen Stufe
dar. Sie wird in den Randalpen durch Fichten-Tannen-Buchenwälder,
in den Zwischenalpen durch Fichten-Tannenwälder und in den
Innenalpen durch Fichtenwälder gekennzeichnet. Die Fichte ist
hier in allen Wuchsgebieten maßgeblich am Aufbau der
Leitgesellschaften beteiligt. Esche und Sommerlinde überschreiten
in ihrer Höhenverbreitung die mittelmontane Stufe nur selten.
In der hochmontanen Stufe ist ein regional
unterschiedliches Verhalten der Buche zu beobachten. Während in
den schneereichen südlichen Kalk-Randalpen Buchenbestände
mit vermindertem Anteil von Fichte und Tanne stocken (ZUKRIGL 1989),
zeigt die Buche im relativ schneearmen, silikatischen Steirischen
Randgebirge gegenüber der mittelmontanen Stufe verminderte
Vitalität, und tritt nur mehr beigemischt in Fichten-Tannenwäldern
auf (ZUKRIGL 1973). Zur Unterscheidung der hochmontanen gegen die
mittelmontane Stufe können in den Ostalpen einige Arten der
Krautschicht, z.B. Große Hainsimse (Luzula sylvatica),
Woll-Reitgras (Calamagrostis villosa), Rost-Segge (Carex
ferruginea) oder Hochstauden wie etwa Grauer Alpendost (Adenostyles
alliariae) herangezogen werden.
Die tiefsubalpine Stufe wird überall von
Fichtenwäldern gebildet, denen Lärche und in den Innenalpen
Zirbe beigemischt ist. Im typischen Fall handelt es sich um
aufgelockerte Bestände mit Rottenstruktur, aufgebaut aus
langkronigen Einzelbäumen. Tanne und Laubbäume (außer
Grünerle, Birke, Eberesche) fehlen hier im allgemeinen. Die Rotföhre,
in den Randalpen kaum die mittelmontane Stufe überschreitend,
reicht nur in den Innenalpen vereinzelt in die tiefsubalpine Stufe.
Am besten ausgebildet ist die Höhenstufe in den Innen- und
Zwischenalpen. In den Kalk-Randalpen (z.B. Karawanken) sind aus
orographischen Gründen (waldfreie Felsstandorte, Schutthalden)
die subalpinen Fichtenwälder oft nur fragmentarisch vorhanden und
durch Latschenbestände ersetzt, zumal durch die hochansteigende
Buche und die randalpin gedrückte Waldgrenze ihr Höhenbereich
ohnehin eingeschränkt ist.
Die hochsubalpine Stufe wird von Zirbe, Lärche
und Latsche (Grünerle) gebildet. In den Innenalpen und z.T. auch
in den Zwischenalpen ist der Lärchen-Zirbenwald die
Leitgesellschaft. In den Randalpen treten Latschengebüsche an
seine Stelle. Lockere Zirbenbestände mit Latsche und Lärche
nehmen in den Kalk-Zwischenalpen eine vermittelnde Stellung ein.
Diese Höhenstufe ist durch die Almwirtschaft sehr stark verändert.
Besonders in den silikatischen Zentralalpen wurden die Lärchen-Zirbenwälder
groß-flächig durch Weiderasen ersetzt. In den Kalkalpen
sind Zirbenbestände nur mehr fragmentarisch erhalten geblieben.
Die dort großflächig vorhandenen Latschengebüsche sind
mindestens z.T. anthropogene Ersatzgesellschaften für
hochsubalpine Lärchen(-Zirben)wälder oder tiefsubalpine
Fichtenwälder.
Beschreibung der Wuchsgebiete
Gliederungsübersicht
Die Gliederung umfaßt 22 Wuchsgebiete, die in 9
Hauptwuchsgebiete zusammengefaßt sind:
1. Innenalpen
|
1.1
1.2
1.3 |
Innenalpen - kontinentale Kernzone
Subkontinentale Innenalpen - Westteil
Subkontinentale Innenalpen - Ostteil |
2. Nördliche Zwischenalpen
|
2.1
2.2 |
Nördliche Zwischenalpen - Westteil
Nördliche Zwischenalpen - Ostteil |
3. Östliche und Südliche Zwischenalpen
|
3.1
3.2
3.3 |
Östliche Zwischenalpen - Nordteil
Östliche Zwischenalpen - Südteil
Südliche Zwischenalpen |
4. Nördliche Randalpen
|
4.1
4.2 |
Nördliche Randalpen - Westteil
Nördliche Randalpen - Ostteil |
5. Östliche Randalpen
|
5.1
5.2
5.3
5.4 |
Niederösterreichischer Alpenostrand
(Thermenalpen)
Bucklige Welt
Ost- und Mittelsteirisches Bergland
Weststeirisches Bergland
|
6. Südliche Randalpen
|
6.1
6.2 |
Südliche Randgebirge
Klagenfurter Becken |
7. Nördliches Alpenvorland
|
7.1
7.2 |
Nördl. Alpenvorland - Westteil
Nördl. Alpenvorland - Ostteil |
8. Sommerwarmer Osten
|
8.1
8.2 |
Pannonisches Tief- und Hügelland
Subillyrisches Hügel- und Terrassenland |
9. Mühl- und Waldviertel
|
9.1
9.2 |
Mühlviertel
Waldviertel |
Erläuterungen zum nachfolgenden Text:
Zu jedem Wuchsgebiet werden die korrespondierenden Einheiten der
weiter vorne diskutierten älteren Gliederungen angeführt;
sie werden mit folgenden Kurzbezeichnungen zitiert:
"Tschermak", "Mayer" (=Fassung MAYER ET AL. 1971)
und "Kartierung"(= FBVA-Standortskartierung), sowie "Schwackhöfer"
für die landwirtschaftlichen Kleinproduktionsgebiete nach
Schwackhöfer 1966).
Zu den Klimabeschreibungen werden jeweils Klimadiagramme nach WALTER &
LIETH (1960 USW.) für einige charakteristische Stationen im
Wuchsgebiet angeführt.
Die (%)- Angaben bei den Böden
bedeuten die von der Österreichischen Forstinventur 1971-1980
erhobenen Flächenanteile dieser Bodenformen-Gruppen am
Ertragswald der korrespondierenden "Wuchsräume" (nach
FBVA-"Kartierung"), soferne diese Daten zumindest als Schätzwerte
auf die neuen Wuchsgebiete übertragbar oder umrechenbar waren. Zu
dieser Umrechnung bzw. zur Beurteilung der Übertragbarkeit wurden
verschiedene Hilfsparameter der Forstinventur selbst sowie die
geologische Karte, diverse Literatur und die Daten der
Waldbodenzustandsinventur (FORSTLICHE BUNDESVERSUCHSANSTALT WIEN 1992)
herangezogen. Wo die neuen Wuchsgebiete sehr stark von den alten
Wuchsräumen abweichen und diese Umrechnung nur sehr unsicher ist,
sind die Zahlen mit "*" gekennzeichnet. ">"
sowie "<" bedeutet "zumindest" bzw. "höchstens".
Für die Kurzcharakteristik der einzelnen Wuchsgebiete wurden
neben zahlreichem Datenmaterial die Beschreibungen in MAYER ET AL.
(1971) sowie die Angaben in der "Dienstanweisung der Österreichischen
Forstinventur" (ANONYM 1981) herangezogen. Für Ostösterreich
wurden Angaben von ZUKRIGL (1973, 1989) übernommen, für die
einzelnen Wuchsgebiete ferner die zahlreichen Standortserkundungen und
Regionalbeschreibungen aus dem Institut für Standortskunde der
FBVA Wien berücksichtigt: JELEM (1961, 1967, 1969, 1976, 1979);
JELEM & KILIAN (1964, 1966, 1971, 1975); JELEM ET AL. (1962);
KARRER (1989), KARRER & KILIAN (1990); KILIAN (1963); KILIAN &
JELEM (1975); MÜLLER (1977); ZUKRIGL (1969); ZUKRIGL ET AL.
(1963); ZUKRIGL & KILIAN (1966). Eine wichtige Quelle besonders für
die Festlegung der Höhenstufen war die Karte der aktuellen
Vegetation von Tirol: MEISEL ET AL. (1983, 1984), PITSCHMANN ET AL.
(1970, 1971, 1973, 1974, 1980), SCHIECHTL & STERN (1975, 1976),
SCHIECHTL ET AL. (1982, 1987, 1988).
Die Angaben zu den Waldgesellschaften der einzelnen Wuchsgebiete
beziehen sich auf die potentiell natürliche Waldvegetation der
jeweiligen Höhenstufen und Standorte. Die aktuellen Bestände
und ihre Bodenvegetation können durch die vielfältigen
historischen und rezenten menschlichen Einflüsse stark davon
abweichen. Hervorgehoben sind jene Waldgesellschaften, die das
Wuchsgebiet charakterisieren bzw. deren Verbreitung zur Abgrenzung der
jeweiligen Höhenstufe und/oder des Gebiets verwendet wurden
(Leitgesellschaft, Regionalwaldgesellschaft).
Als wichtige Quelle diente dabei die soeben fertiggestellte
Gesamtdarstellung der Waldgesellschaften von MUCINA ET AL. (1993).
Die deutschen Namen der Waldgesellschaften orientieren sich soweit
wie möglich an MAYER (1974). Es waren aber in vielen Fällen
doch durch eine abweichende Umgrenzung der Gesellschaften Änderungen
notwendig.
Die wissenschaftlichen Bezeichnungen der Waldgesellschaften folgen im
wesentlichen MUCINA ET AL. (1993). Dieses Werk kann zusammen mit MAYER
(1974) als weiterführende Informationsquelle zu den hier erwähnten
Waldgesellschaften dienen. Zusätzliche von uns verwendete
Literatur, auf deren Zitierung hier aus Gründen der leichteren
Lesbarkeit verzichtet wird, ist dort angeführt. In einigen Fällen,
in denen MUCINA ET AL. (1993) von MAYER (1974) abweichen, ist der
bisher verwendete Name ebenfalls genannt.
An der Praxis, mittel- bis hochmontane Fichten-Tannen-Buchenwälder
als Höhen-Ausbildungen von den entsprechenden sub- bis
tiefmontanen Buchenwaldgesellschaften als (Abieti-)Fageta (z.B.
Helleboro nigri-(Abieti-)Fagetum) zu unterscheiden (vgl. ZUKRIGL 1973,
1989), wird festgehalten.
In einem Fall, nämlich beim mittel- bis hochmontanen
Wollreitgras-Fichten-Tannen-Buchenwald (Calamagrostio
villosae-(Abieti-)Fagetum) der Böhmischen Masse wurde in
Anlehnung an OBERDORFER (1992) eine Assoziation eingeführt, die
weder bei MUCINA ET AL. (1993), noch bei MAYER (1974) berücksichtigt
wurde.
Um Mißverständnisse zu vermeiden, sei an dieser Stelle erwähnt,
daß der wissenschaftlichen Benennung der Waldgesellschaften nur
eingeschränkt der Charakter einer Beschreibung zukommt. Der "Code
der pflanzensoziologischen Nomenklatur" (BARKMAN & AL. 1986)
räumt der eindeutigen Bezeichnung und dem Prioritätsprinzip
Vorrang ein, läßt aber nur höchstens zwei Artnamen zur
Benennung der Waldgesellschaft zu. Damit ist aber angesichts der großen
standörtlichen und floristischen Vielfalt unserer Wälder und
der in der Regel recht großen ökologische Amplitude
besonders der dominant auftretenden Waldpflanzen eine
Charakterisierung der Waldgesellschaft durch die Namensgebung kaum
durchführbar. Dem Zweck einer Beschreibung können eher den örtlichen
Verhältnissen angepaßte deutsche Bezeichnungen gerecht
werden, die dann parallel zu den wissenschaftlichen Namen, aber nur
lokal/regional verwendbar wären. Die wissenschaftlichen Namen
dienen v.a. der eindeutigen Benennung und der Einordnung in das überregionale
System der Pflanzengesellschaften.
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