| Institut für Waldökologie und Boden | ||
| Leiter: Dipl.-Ing. Dr. Ernst Leitgeb | English | |
|
AufgabenDie Waldökologie befaßt sich mit den Standortsfaktoren von Waldökosystemen, also vor allem mit der Bodenkunde, Geländemorphologie, Klima- und Vegetationskunde, und deren Einfluß auf die Entwicklung und auf das Wachstum von Wäldern. Die Bearbeitung standortskundlicher Fragestellungen haben an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt eine lange Tradition. Aktuelle Schwerpunkte der forstökologischen Forschung liegen
Insgesamt betrachtet, gewinnen die umweltrelevanten Auswirkungen der Waldbewirtschaftung immer mehr an Bedeutung. Die Waldökologie liefert daher Grundlagen für die forstliche Bewirtschaftung sowie auch für außerforstliche Belange, wie etwa Raumplanung und Naturschutz. Abteilungen
KontaktSeckendorff-Gudent-Weg 8, A-1130 Wien |
| |
|
Aus der Forschung |
|
|
Ökologische Grundlagen nachhaltiger WaldbewirtschaftungViele Waldökosysteme wurden durch einseitige Bewirtschaftung so stark verändert, daß die standörtliche Nachhaltigkeit nicht mehr gewährleistet wird. Im Zuge einer naturnahen, also standörtlich angepaßten Bewirtschaftung, ist die Umwandlung von Forstgesellschaften, wie etwa Fichtenreinbeständen, von größtem Interesse. Die standörtlichen Grundlagen sind der Ausgangspunkt für die Ableitung waldbaulicher Sanierungskonzepte. Die Arbeitsschwerpunkte liegen einerseits in der ökologischen
Charakterisierung von Naturwäldern beziehungsweise in der Erfassung
der ökologischen Gradienten, die beim Übergang zu naturfernen
Forstgesellschaften entstehen, und andererseits in der Umwandlung in
stabile, naturnahe Waldökosysteme. Zur Behandlung dieser Zielsetzungen
sind forstmeteorologische, bodenkundliche und vegetationskundliche Untersuchungen
nötig. Die Kenntnis der ökologischen Abläufe in naturnahen
und naturfernen Waldgesellschaften, wie etwa Stoffkreislauf, Forstmeteorologie
und -hydrologie, Lichtökologie, Verjüngungs und Vegetationsökologie
(z.B. Rolle des Altbestandes bei der Abschwächung bestandesklimatischer
Extreme, Keimbettuntersuchungen, Konkurrenzverhältnisse u.a.) liefern
wertvolle Ansatzpunkte für die ökologische Sanierung, wie
etwa der Bestandesumwandlung |
DauerbeobachtungIm Zusammenhang mit den in den 80er Jahren in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückten neuartigen Waldschäden wurde das International Cooparative Programm on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests in the ECE-Region (ICP Forests) ins Leben gerufen. Das Institut für Waldökologie bearbeitet in diesem Rahmen die bodenkundlichen (u.a. Bodenchemie, Bodenwasser), vegetationskundlichen und meteorologischen Projektsteile. Zur Feststellung von Immissionswirkungen auf Waldökosysteme werden zwei Wege beschritten: Untersuchungen an einer großen Zahl von Testflächen mit einfachen Routineanalysen (regionale Repräsentativität) Screening Level I. ( Projekt G7) Intensivuntersuchungen an wenigen ausgewählten Objekten, um mit einer breiten Palette von Analysen die Wechselwirkungen zwischen dem Boden, der Baumernährung und der Bestandesvitalität zu prüfen (keine regionale Repräsentativität) Monitoring Level II ( Projekt: National Focal Centre-Level II ) Die vegetationskundliche Dauerbeobachtung eröffnet die Möglichkeit
einer Bewertung, inwieweit Veränderungen des Bodens Auswirkungen
auf die Vegetation haben. Die Bodenvegetation wird hier im Rahmen eines
passiven Monitorings als Bioindikator verwendet. Sie ist sowohl zur
Indikation des Nährstoff-, Säure- und Wasserhaushalts des
Bodens, als auch des Licht- und Wärmeklimas im Bestand geeignet.
Ein wichtiges Werkzeug für den angewandten Bodenschutz und die Voraussetzung für Maßnahmen zum Bodenschutz ist die Boden-Dauerbeobachtung. Sie erbringt Aussagen über den aktuellen Boden-Zustand, aber auch über Boden-Zustandsänderungen in definierten Zeiträumen und ist Grundlage für die mögliche Einleitung geeigneter Maßnahmen in Problemgebieten. (Projekt: Waldboden-Zustandsinventur - Erste Wiederholungsaufnahme)Im Rahmen dieser Fragestellungen ist es notwendig, die Methoden der Bodenanalytik zu aktualisieren und die Vergleichbarkeit der Analysen zu gewährleisten. Europäisches Netzwerk für Langzeit-Waldökosystem- und Landschaftsforschung ENFORS. Beginn Dezember 2000. ENFORS ist Teil der COST-Aktion, die als Organisation von 32 europäischen Staaten zur Kooperation in Wissenschaft und Technologie eingerichtet und mit der EU assoziiert ist. |
|
|
StandortskundeDie Aufgabe der forstlichen Standortskunde besteht in der Erfassung der prägenden Standortsparameter, der Klassifizierung der Waldstandorte in Standortstypen nach Qualität und haushaltlicher Dynamik sowie in deren räumlicher Gliederung. Die Kenntnis des Standortspotentiales in Form der forstlichen Standortskartierung stellt daher die fundamentale Planungsgrundlage für die forstliche Bewirtschaftung dar. Darüber hinaus ist die Standortskunde auch Grundlage für Belange des Natur- und Umweltschutzes (Landschafts-, Boden-, Wasser-, Biotop- und Artenschutz). Damit ist sie auch die Basis von vielen forstpolitischen Entscheidungen. Besonderes Augenmerk wird auf eine enge Verbindung zum Waldbau gelegt, gewissermaßen wird die standörtliche Amplitude für waldbauliches Handeln, wie etwa Baumartenwahl, Bestandesumwandlung, Nutzung, etc., vorgegeben. Innerhalb dieser Grenzen ist eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung im Sinne einer nachhaltigen Aufrechterhaltung des Standortspotentiales, gewährleistet. Die rasche Entwicklung in der EDV hat die Grundlagen für eine
praktikable Verarbeitung raumbezogener Daten geschaffen. Dabei wird
der Einsatz geografischer Informationssystem (GIS) forciert. Siehe auch: Anleitung zur forstlichen Standortskartierung in Österreich |
|
Kohlenstoff- und StickstoffkreislaufAuf mehreren Versuchsflächen werden regelmäßige Messungen
zum Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf durchgeführt. Diese Untersuchungen
beinhalten mikrobielle Umsatzraten, wie Mineralisation, Nitrifikation,
Bodenenzyme sowie Kohlenstoff und Stickstoffgehalt der mikrobiellen
Biomasse. Weiters werden die Stickstoff- und Kohlenstoffauswaschung
im Zusammenhang mit bodenphysikalischen Parametern, wie Bodenwasser
und Bodentemperatur, erfaßt. Ziel dieser Untersuchungen ist es,
Informationen über Unterschiede des Nährstoffumsatzes verschiedener
Waldstandorte zu gewinnen. Die jahreszeitliche Dynamik von mikrobiellen
Prozessen und deren Steuerung sollen erforscht werden. Von praktischer
Bedeutung sind diese Untersuchungen in Hinblick auf die Abschätzung
der Stickstoffsättigung verschiedener Waldstandorte, den Schutz
des Trinkwassers und das Kohlenstoffspeicherungsvermögen von Wäldern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Naturwaldstandorten.
Hier können wertvolle Hinweise für eine ökologische Waldbewirtschaftung
gewonnen werden |
|
TreibhausgaseMethan (CH4), Lachgas (N2O) und Kohlendioxid (CO2) können aus Waldböden in die Atmosphäre entweichen. Dort fördern sie den Treibhauseffekt sowie den stratosphärischen Ozonabbau. Es gibt jedoch auch Hinweise darauf, daß nährstoffarme Wälder als Senke für atmosphärisches Methan (CH4), Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffdioxid (NO2)sowie Lachgas (N2O) wirken. Eine der wichtigsten Fragestellungen in diesem Projekt ( 2002-49 ) ist die Funktion des Waldbodens als Quelle oder Senke für Spurengase. |
| |
|
Dienstleistungen |
|
Datenbanken |
Die große Zahl klima-, boden- und vegetationskundlicher
Daten, die im Zuge der Projekte anfallen, werden in einem Datenbanksystem
gesammelt, um sie für andere Untersuchungen und fachübergreifende
Auswertungen verwenden zu können. Dieses dient auch dem internationalen
Datenaustausch systematischer Erhebungsnetze, insbesondere innerhalb der
EU.
Derzeit bestehen folgende Datenbanken am Institut für Waldökologie:
|
| |
|
Lehrtätigkeit |
|
Universität |
Dr. Robert Jandl:Einführung in die Chemie des BodenwassersVorlesung (2stündig) und Übung (1stündig), Universität für Bodenkultur, Institut für Bodenforschung, Wintersemester Zuerst werden die Grundbegriffe der aquatischen Chemie präsentiert (chemisches Gleichgewicht, Lösung von Gleichgewichtsaufgaben mittels Tableau-Technik und einer graphischen Methode (Bjerrum-Plot) und die Kombination von chemischen Gleichungen). Weitere Themen der Vorlesung sind
In den Übungen werden die theoretischen Grundlagen praktisch angewendet. Im Zuge der Lehrveranstaltung wird von jedem Teilnehmer ein ausgewähltes Thema aus einer aktuellen englischsprachigen Publikation selbständig ausgearbeitet und präsentiert. |
Universität Wien |
Dr. Ernst LeitgebVorlesung (2stündig), Universität Wien, Institut für Pflanzenphysiologie, Studienkoordination Ökologie, Wintersemester Zuerst werden die für die Bodenkunde wesentlichen geologischen Grundlagen kurz wiederholt und danach die wichtigsten Bestandteile (Humus, sek. Tonminerale) des Bodens besprochen. Die pflanzenphysiologisch relevanten Bodeneigenschaften (Nährstoffspeicherung, Nährstoffaufnahme, Bodenazidität, Wasserhaushalt, Wärme- und Lufthaushalt) sowie die wichtigsten Bodenbildungsprozesse in unserem Klima bilden den Schwerpunkt der Vorlesung. Auch ein kurzer Überblick über die bei uns vorkommenden Bodentypen und deren ernährungskundliche Charakteristik sowie ausgewählte Kapitel aus der angewandten Bodenkunde (Gefügemelioration, Hydromelioration) werden im Rahmen der Vorlesung behandelt. Vorlesungsunterlagen - Download Dr. Sophie Zechmeister Boltenstern:Mikrobiologie für Ökologen: Stickstoff- und Kohlenstoffkreislauf in Böden Praktikum (3stündig), Universität Wien, Institut für Pflanzenphysiologie, Sommersemester, Wahlpflichtfach für die Studienrichtung Ökologie, gemeinsam mit Dr. Andreas Baumgarten, BFL Hirschstetten, Wien Das Praktikum wird als Blockveranstaltung an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt und an der HBLVA für Gartenbau durchgeführt. Die Studenten lernen die wichtigsten Methoden der Forschungsrichtung Mikrobielle Ökologie terrestrischer Systeme kennen. Sie sollen danach befähigt sein, die Einsetzbarkeit solcher Methoden für umweltrelevante Fragestellungen einzuschätzen und Probleme mit Hilfe der erlernten Methoden selbständig zu lösen. Der Schwerpunkt des Praktikums liegt auf mikrobiellen Stickstoff- und Kohlenstoffumsetzungen, die für die Pflanzenernährung von besonderer Bedeutung sind. Besonderer Wert wird auf die Anwendung mikrobiologischer und biochemischer Methoden in der Waldforschung und im Rahmen des Gartenbaus gelegt. Das Praktikum umfaßt folgende Methoden: |
| |
|
Kooperationen und Mitarbeit |
|
Österreich |
|
International |
|
Zusammenarbeit im Rahmen von EU-Projekten |
Projekt CARBOINVENT (Multisource inventory methods for quantifying carbon stocks and stock changes in European forests) Projekt NOFRETETE (Nitrogen oxides emissions from European forest ecosystems)
Projekt RECOGNITION (Relationships between recent changes of growth and nutrition of Norway Spruce, Scots Pine and European Forest in Europe)
Projekt SUSTMAN (Introduction of broadleaf species for sustainable forest management)
|
| 2004-08-23; Rückfragen: Ernst Leitgeb | Index | Waldökologie | Suche |