Baumlexikon
Perny, B.

Das lebende Baumlexikon

Das lebende Baumlexikon besteht aus 28 verschiedenen Baumarten. Jungpflanzen dieser Baumarten aus den Versuchsgärten der Forstlichen Bundesversuchsanstalt bildeten bei der BFW - Scienceweek - Schau 2001 "Ein Duft von Wald am Wiener Westbahnhof" eine Attraktion der BFW-Präsentation. Eine Postkarten-Sammlung mit den jeweiligen Fotos ergänzt das Baumlexikon. Das copyright der Fotos liegt bei Dipl.Ing. Bernhard Perny vom Institut für Waldschutz des Bundesamtes und Forschungszentrums für Wald.

Baumhasel (Corylus colurna)
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Bergulme, Weißrüster (Ulmus glabra)
Eibe (Taxus baccata)
Elsbeere (Sorbus torminalis)
Feldulme, Rotrüster (Ulmus minor)
Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Hainbuche, Weißbuche (Carpinus betulus)
Haselstrauch, Waldhasel (Corylus avellana)
Lärche (Larix decidua)
Latsche, Bergkiefer, Legföhre (Pinus mugo mugo)
Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Rotföhre, Weißkiefer, Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Schlehdorn, Schlehe (Prunus spinosa)
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Schwarzföhre, Schwarzkiefer (Pinus nigra)
Schwarzpappel (Populus nigra)
Speierling (Sorbus domestica)
Spindelstrauch, Pfaffenkapperl (Euonymus europaeus)
Stieleiche, Sommereiche (Quercus robur)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Wildbirne, Holzbirne (Pyrus pyraster)
Weiß-Birke, Warzen-Birke, Hänge-Birke, Sand-Birke (Betula pendula)
Weißtanne (Abies alba)
Winter-Linde (Tilia cordata)
Zirbe (Pinus cembra)

Photos durch Mausklick vergrößerbar

Baumhasel (Corylus colurna)
Kleiner Baum (bis max. 20 m), Krone breit kegelförmig bis eiförmig, Umriß regelmäßig, gleichförmig. Äste schräg nach oben verlaufend, gerade; meist quirlständig. Borke blaßbraun bis grauweiß, gefurcht und rissig, rauh. Blätter wechselständig, verhältnismäßig kurz gestielt, 8 -12 cm lang, ebenso breit, am Blattgrund herzförmig, doppelt gezähnt, wenig gelappt. Haselnüsse größer als bei der Waldhasel, mit dickerer Schale, Blattkelch um Nußfrucht größer und auffällig gestaltet.
In den Bergwäldern Südosteuropas und Kleinasiens beheimatet, bei uns nur in Park- und Gartenanlagen.


Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Stattlicher, sommergrüner Laubbaum, bis 35 m hoch, Krone hoch gewölbt, nicht sehr ausladend, aber regelmäßig. Borke anfangs graubraun, glatt; später graubraun, rötlich gefleckt, sich in flachen Schuppen ablösend. Blätter 10 - 20 cm lang, etwa genauso breit, mit 5 eiförmigen spitzen Lappen, mit keilförmigen Buchten. Rand unregelmäßig grob gesägt. Oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün.
Halbschattbaumart, typischer Laubbaum mittlerer Berglagen, in Mittel-, und Südeuropa; vom Hügelland (submontan) bis an die subalpinen Regionen. Selten bestandesbildend, liebt tiefgründige, humose, frische bis feuchte (kalkhaltige) Böden in kühl-luftfeuchten Lagen (Bergschluchten, Schatthänge). Wertvolles Edellaubholz, sowohl forstlich als auch in Parkanlagen von Bedeutung.


Bergulme, Weißrüster (Ulmus glabra)
Sommergrüner, bis 40 m hoher Laubbaum, hohe, oft mehrteilige Krone, im Freistand weit ausladend, Äste ansteigend, dann bogig herabhängend. Borke auch an alten Bäumen auffallend glatt, mattgrau bis dunkelgrau. Blätter verkehrt eiförmig, länglich oval bis rund, 10 – 16 cm lang, bis ebenso breit, lange Spitze, vorderes Blattdrittel oft ”dreispitzig”, am Grund auffällig schief, ungleichmäßig doppelt gesägt, Zähne nach vorne weisend. Blattstiel kurz und kräftig. Früchte (Flügelnuß) 1,5 – 2 cm breit, Same mittelständig.
Halbschattbaumart, auf nährstoffreichen, tiefgründigen, lockeren Böden, bevorzugt kühl humide Lagen (Schluchten, Schatthänge), vor allem in Edellaubmischwäldern des Berg- und Hügellandes, bis ca. 1300 m Seehöhe; in fast ganz Europa verbreitet. Stark gefährdet durch das Ulmensterben (Mikropilz, Ophiostoma ulmi).


Eibe (Taxus baccata)
Immergrüner, zweihäusiger Nadelbaum, bis 20 m hoch, Krone vielgestaltig, breit kegelförmig, säulenförmig bis breit ausladend, mehrgipfelig. Äste meist waagerecht abstehend oder leicht hängend, an Enden meist wieder aufsteigend, Borke braungrau, grob gefurcht, in Fetzen zerrissen oder abblätternd. Nadeln, oberseits dunkelgrün, unterseits hell-gelblichgrün, bis 4 cm lang, weich, zugespitzt, meist 2-zeilig gekämmt, keine Zapfen, Samen von auffälliger karminroter Samenhülle umgeben.
Schattbaumart, sehr langsamwüchsig, in Mittel-, West- und Südeuropa verbreitet, selten bestandesbildend, meist einzeln verstreut, in zahlreichen Zuchtformen in Garten und Parks angebaut. Sie bevorzugt humose, lockere, sickerfeuchte Böden. Bis auf die roten Samenhülle sind alle Pflanzenteile giftig!


Elsbeere (Sorbus torminalis)
Sommergrüner Laubbaum, bis 20 m hoch, Krone meist recht breit, weit ausladende Äste, oder kugelig, meist aber eher locker mit weitgestellten Ästen. Borke graubraun, kleinfeldrig. Blätter ungeteilt, wechselständig, 3 – 5 cm lang, Umriß breit eiförmig mit jederseits 3-4(5) spitzen Lappen, gesägt, beiderseits grün. Weiße 1 – 1,5 cm breite Zwitterblüten in Schirmrispe, Früchte kugelig oder eiförmig, -1,5 cm groß, reif braun mit hellen Punkten.
Halbschattbaumart, in ganz Europa außer im Norden, auf frischen bis trockenen, meist kalkhaltigen, lehmigen lockeren Böden, wärmeliebend, eher tiefer wurzelnd; in eichenreichen Wäldern des Hügel- und Berglandes, selten.


Feldulme, Rotrüster (Ulmus minor)
Sommergrüner, bis 30 m hoher Laubbaum, Krone vielgestaltig, meist hochgewölbt, dabei jedoch eher schmal. Kurze, starke Äste, meist waagrecht abstehend. Borke graubraun, längsrissig, oft gefeldert. Blätter 5-12 cm lang, kurz gestielt, oberseits meist glatt und glänzend, am Rand gesägt.
Halbschattbaumart, auf mäßig trockenen bis feuchten, nährstoffreichen Böden; in Laubwäldern und Gebüschen. In ganz Europa außer im Norden und Nordosten verbreitet. Wie die Bergulme durch das Ulmensterben gefährdet.


Fichte (Picea abies)
Immergrüner Nadelbaum, meist 30 bis 50 m hoch, kann aber auch 70 m hoch werden. Krone im Freistand regelmäßig kegelförmig, Äste hängend bis waagrecht abstehend. Borke kupferfarben bräunlichrot, leicht geschuppt. Nadeln spitz, starr, bis 2,5 cm lang, im Querschnitt rautenförmig, meist gleichmäßig um die Triebachse verteilt. Zapfen hängen, fallen als ganze zu Boden.
Halbschattbaumart, Flachwurzler, liebt lockeren, humosen Boden, Rohhumusbildner. Natürliches Verbreitungsgebiet: Mittel-, Südost-, Ost- und Nordeuropa; in Österreich ab einer Seehöhe von 600-800 m; darüber hinaus durch künstliche Verbreitung in weiteren Regionen sowie in tieferen Lagen. Häufigste heimische Baumart (”Brotbaum der heimischen Forstwirtschaft”), im künstlichen Verbreitungsgebiet großes Schadensrisiko (Sturm, Borkenkäfer,...), dagegen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet auch im Reinbestand (subalpiner Fichtenwald) sehr stabil.


Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Sommergrüner Laubbaum, bis 40 m hoch, Stamm meist gerade, Borke grau, zunächst glatt, später längsrissig. Blätter gefiedert, 29 – 30 cm lang mit 9 – 15 Teilblättern, die lanzettlich bis oval sind, Endblättchen kleiner, Fiederblätter fein gesägt. Interessante Blütenbiologie; auf einem Baum könne sowohl zwittrige Blüten als auch rein männliche oder weibliche Blüten auftreten; daneben gibt es aber auch Individuen, die entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten besitzen.
Halbschattbaumart, schnellwüchsiger, wichtiger Laubbaum, selten bestandsbildend. In ganz Europa verbreitet, von Ebene bis in mittlere Berglagen. Bevorzugt frische bis feuchte, tiefgründige und nährstoffreiche Böden, daher meist entlang von Flüssen und Bächen, aber auch auf flachgründigen Kalkstandorten (Kalkesche).


Hainbuche, Weißbuche (Carpinus betulus)
Sommergrüner Laubbaum, mit breiter und hoher Krone, bis 20 m hoch. Stamm selten gleichmäßig rund, meist oval, ältere fast immer spanrückig, oft verdreht. Borke hell-dunkel grau, zunächst glatt, später fein gemustert oder mit flachen Leisten überspannt. Blätter 4 – 10 cm lang, länglich elliptisch, an Basis rund, scharf doppelt gezähnt, kurz gestielt, Herbstfärbung gelb bis braun, Blätter bleiben großteils oft bis in nächste Frühjahr am Baum.
Schattenertragende Baumart, wichtige dienende Baumart in Eichenwäldern, bevorzugt frische, humose, nährstoffreiche Böden, bis etwa 900 m Seehöhe. Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa; beliebte Park- und Heckenpflanze.


Haselstrauch, Waldhasel (Corylus avellana)
Sommergrüner, ausladender, bis 5 m hoher, mehrstämmiger Strauch, Borke älterer Äste rötlich – weißlich grau, glatt, mit Korkwarzen besetzt. Blätter einfach, wechselständig, 7 – 10 cm lang und 4 – 8 cm breit; rundlich bis breit-eiförmig mit deutlicher Spitze, am Grund herzförmig; doppelt gesägt, schwach gelappt, oberseits dunkelgrün, unterseits hellgrün, flaumig behaart. Fruchthülle aus 3 nur teilweise verwachsenen Vorblättern, glockenförmig, unregelmäßig geschlitzt, (”Hasel”)nuß zunächst gelb, später braun, bis 2 cm lang; eirund, spitz, zweikantig, eßbar.
In Wäldern, Gebüschen, Hecken sowie an Bachufern; erträgt Beschattung, bevorzugt nährstoffreiche Kalkböden, auch auf humosen und neutralen Böden, fast in ganz Europa vorkommend; von der Ebene bis in die Alpen (bis 1600 m).


Lärche (Larix decidua)
Sommergrüner laubabwerfender Nadelbaum, Krone kegelförmig mit dichter Beastung. Ältere Äste herabhängend mit dann wieder aufsteigenden Spitzen, Borke tiefrissig, oberflächlich graubraun, darunter rotbraun. Nadeln weich, hellgrün, meist an Kurztrieben in Büscheln zu 20-30, seltener einzeln stehend, dicht an Langtrieben. Zapfen zunächst rot, später braun, etwa 3 cm groß, bleiben oft mehrere Jahre an den Zweigen hängen.
Lichtbaumart, meist beigemischt, aber auch bestandesbildend, tw. künstlich weiter verbreitet, von Tieflagen (Wienerwald) bis in das Hochgebirge (bis über 2000 m), bevorzugt basenreiche, frische Böden. Einzige heimische Konifere, die im Winter die Nadeln abwirft; durch gelbe Herbstfärbung eindrucksvoller Farbenzauber im Bergland.


Latsche, Bergkiefer, Legföhre (Pinus mugo mugo)
Immergrüner nadeltragender Strauch bis max. 5 m hoch, mehrere bereits vom Boden her verzweigte niederliegende, aufsteigende oder aufrechte Stämme. Borke graubraun bis rötlich, in kleine eckige Schuppen aufbrechend. Nadeln paarweise an Kurztrieben, 3-8 cm lang, gerade oder zur Achse sichelförmig verkrümmt, beiderseits glänzend dunkelgrün , an den Rändern fein gesägt. Zapfen kurz gestielt, bis 2,5 cm im Durchmesser, symmetrisch, eiförmig, glänzend hellbraun.
Lichtbedürftig, in den Gebirgen Mittel- und Südosteuropas; bis 2400 m Seehöhe. Großflächige Bestände an der oberen Waldgrenze auf steinigen Böden, in Hochmooren, auf Kalk, Silikat und auch auf Moorböden.


Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)
Sommergrüner Laubbaum, wird bis 30 m hoch, Stamm gerade, aber meist drehwüchsig, Borke graubraun, schuppig. Blätter langgestielt, handförmig gefingert, mit 5 – 7 ungestielten, bis 25 cm großen lanzettlichen Fiederbättern, charakteristische Blüte in aufrechten, endständigen Rispen, Knospen groß und meist klebrig, Kastanie (Same) von derbstacheliger, grüner Fruchtwand umgeben.
Halbschattbaumart, ursprünglich in Südosteuropa und Kleinasien beheimatet, im 17. Jhdt nach Zentraleuropa importiert, Allee- und Parkbaumart, bevorzugt frische, tiefgründige, nährstoffreiche Sand- oder Lehmböden, im natürlichen Verbreitungsgebiet in schattigen, feuchten Berg- und Schluchtwäldern; wir seit ca. einem Jahrzehnt regelmäßg von einem eingeschleppten Schädling, der Roßkastanienminiermotte, heimgesucht.


Rotbuche (Fagus sylvatica)
Stattlicher sommergrüner Laubbaum, bis ca. 35 m hoch, Krone zunächst schlank, später breit und kuppelförmig gewölbt, besonders im Freistand oft prächtig entwickelt. Äste meist steil aufrecht, nur am Ende meist etwas überhängend. Borke bleigrau, auch bei älteren Bäumen glatt. Knospen charakteristisch länglich, zugespitzt, von Trieben abstehend. Blätter wechselständig, zweizeilig angeordnet, 5-10 cm lang, dunkelgrün, elliptisch bis eiförmig, zugespitzt, am Grund keilförmig, Rand glatt, gewellt, Stiel kurz; behaart. ”Bucheckern” (Samen) bis 2 cm, dreieckig, eßbar.
Schattbaumart, wichtige bestandsbildende Baumart (z.B. Buchenwälder des Wienerwaldes), "Mutter des Waldes”, bevorzugt auf frischen, nährstoffreichen Böden in sommerkühlen Lagen, v.a. auf Kalk, bis etwa 1500 m Seehöhe.


Rotföhre, Weißkiefer, Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Immergrüner Nadelbaum, bis 30 (35) m hoch. Krone in Jugend kegelförmig, später kugelig bis schirmförmig. Äste waagrecht abstehen, meist gekrümmt. Borke an jungen Ästen und im oberen Stammabschnitt zunächst rotbraun, später graurosa, plattig und tief gefurcht. Nadeln blau- bis graugrün, 3 – 8 cm lang, oft gedreht, spitz, zu je 2 in Kurztrieben. Zapfen einzeln oder in Gruppen zu bis zu 3, dunkelbraun, etwa 8 cm groß.
Lichtbaumart, wichtige oft bestandesbildende Baumart, liebt mäßig trockene, lockere Böden, unabhängig von Grundgestein, von Ebene bis in 1300 m Seehöhe am Alpenrand, in den Zentralalpen bis ca. 2000 m Seehöhe, praktisch in ganz Europa verbreitet.


Schlehdorn, Schlehe (Prunus spinosa)
Dorniger, sommergrüner, dicht verzweigter, bis 4 m (selten bis 6 m) hoher Strauch oder mehrstämmiger Baum. Rinde schwärzlich bis dunkelbraun. Äste kantig-rundlich, samtig behaart, rötlich braun, zahlreiche in Dornen endenden Kurztriebe; Blätter einfach wechselständig, jedoch häufig büschelig angeordnet, 2-5cm lang, 1-2 cm breit; lanzettlich, elliptisch bis länglich-eiförmig, Rand fein gesägt bis gekerbt, kurz gestielt. Blüten weiß, nach Mandeln duftend, Früchte kugelig, schwarzblau, mit grünem Fruchtfleisch , genießbar, herbsauer (”pelzige” Zunge) schmeckend.
Lichtbedürftig, in lichten Laubwäldern, vor allem aber in Hecken, Waldrändern, Feldrändern und ähnlichem, vom Tiefland bis in subalpine Regionen (-1550 m). Liebt lockere, nährstoffreiche, humose Böden in warmen, sonnigen Lagen. In fast ganz Europa verbreitet, fehlt ganz im Norden Skandinaviens und auf Island.


Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Sommergrüner Laubbaum, bis ca. 25 m hoch, breite, rundlich gewölbte Krone mit kurzer Spitze. Äste ziemlich weit und locker gestellt, unten eher aufsteigend, oben waagerecht abgehend. Borke bräunlich grau, in annähernd rechteckige Felder aufgebrochen. Blätter wechselständig, bis 10 cm lang, breit keilförmig, im vordersten Blattdrittel am breitesten, vorn abgerundet, häufiger sogar eingekerbt. Blüte vor Laubaustrieb, reife weibliche Kätzchen 1-1,5 cm lang, stark verholzt – sehen aus wie kleine ”Zapfen”.
Lichtbaumart, bevorzugt feuchte bis nasse, zeitweise überflutete Böden, verträgt auch Staunässe; fast in ganz Europa verbreitet, vor allem entlang von Bachläufen, in Au- und Bruchwäldern, Grundwasserzeiger. Nach dem Fällen verfärbt sich das Holz charakteristisch orange-gelb.


Schwarzföhre, Schwarzkiefer (Pinus nigra)
Immergrüner Nadelbaum, bis 25 (-30) m hoch, Krone in der Jugend eher kegelförmig, später unregelmäßig, oft offen, im oberen Teil meist dichter beastet. Äste grundsätzlich steiler ansteigend, aber auch waagerecht, sehr formenreich. Borke im Alter grob gefurcht und schuppig, braunschwarz – schwarzgrau, Borke an jungen Ästen und im oberen Stammabschnitt meist dunkel gefärbt (Name!). Nadeln zu je 2 an Kurztrieben, dunkelgrün – schwarzgrün, starr, zugespitzt, 10 –12 cm lang, meist gerade.
Lichtbaumart, wichtige bestandesbildende Baumart auf trockenen Standorten in Südeuropa, bevorzugt neutrale bzw. basenreiche Standorte (Dolomit, Kalk); in Österreich an ihrer Nordgrenze, typische Baumart entlang der Thermenlinie und im Steinfeld, meist aufgeforstet.


Schwarzpappel (Populus nigra)
Sommergrüner Laubbaum, bis 30 m hoch, hohe, gewölbte Krone, oft ausladend, im Alter oft mehrteilig und unregelmäßig; Stamm meist kräftig entwickelt, buckelig, gewunden, in relativ geringer Höhe in wenige, starke, steil aufwärts gerichtete Äste geteilt. Schon frühzeitig Ausbildung einer dicken, grauen, tief-rissigen Borke. Blätter einfach, 5 – 10 cm lang, dreieckig bis rautenförmig, zugespitzt, regelmäßig fein gesägter Blattrand. Alle Blätter beim Austrieb rötlich grün, aber schon bald glänzend dunkelgrün.
Lichtbaumart, sehr schnellwüchsig, natürlich in Süd- und Mitteleuropa entlang der Flußtäler, jedoch vielfach angepflanzt und in Parks verwendet, insbesondere in Form der Pyramiden-Pappel. Bevorzugt feuchte, periodisch überschwemmte, nährstoffreiche und basenreiche Sandböden, oft auch auf Kiesbänken, etwas wärmeliebend. In Österreich als ”reine” Art eher selten geworden, häufiger findet man hier die als Kanadapappeln bezeichneten Kreuzungsprodukte mit der Amerikanischen Schwarzpappel (Populus deltoides).


Speierling (Sorbus domestica)
Sommergrüner Laubbaum, bis 20 m hoch, Krone mit rundlichen Grundriß, nach oben gewölbt, zahlreiche waagrecht abgehende Äste, Borke graubraun. ähnlich altem Birnbaum mit zahlreichen feinen Rissen, in kleinen rechteckigen Platten aufgelockert. Blätter wechselständig, unpaarig gefiedert, mit 13 – 21 Fiederblättchen, gesamt ca. 12 –25 cm lang. Einzelnes Fiederblättchen etwa 3 –5 cm lang, länglich-elliptisch bis oval, scharf gezähnt bis undeutlich doppelt gezähnt, unteres Drittel fast ganzrandig. Oberseits glatt, dunkel- bis kräftig gelbgrün, unterseits heller und behaart. Blüten in bis 10 cm breiter, kegelförmiger Schirmrispe, weiß, Apfelfrucht recht groß, 2-3cm, kugelig bis birnenförmig, meist rot und grün gefärbt, genießbar.
Halbschattbaumart, selten, wärmeliebend, liebt mäßig trockene steinige Standorte, auch auf Kalk, im Mittelmeerraum und südwestlichem Mitteleuropa verbreitet, vor allem in Eichenmischwäldern.


Spindelstrauch, Pfaffenkapperl (Euonymus europaeus)
Sommergrüner, sehr ausschlagfähiger, bis 7 m hoher Strauch oder kleiner Baum. Äste sparrig, grau oder rotbraun. Jüngere Zweige grün, undeutlich vierkantig, zuweilen mit 2-4 Korkleisten. Blätter einfach 3 – 10 cm lang, bis 3,5 cm breit, länglich-eiförmig oder länglich-lanzettlich, Grund keilförmig, fein gesägt, glatt, oberseits blaugrün, unterseits heller, Stiel bis 15 mm. Blüten zu 3 – 9 in blattachselständigen, nickenden Trugdolden. Die Frucht ist eine 4-klappige Kapsel, 1-1,5 cm lang, meist karminrot gefärbt, darin 2-4 Samen von orangefarbenem Fleischmantel umgeben; giftig.
In Au- und Laubwäldern, Gebüschen, an Felsen, Hecken; liebt nährstoffreiche, kalkhaltige, gut durchfeuchtete und tiefgründige Lehmböden. Bis in Höhen von 1300 m vorkommend, außer im Norden fast in ganz Europa verbreitet. Aufgrund der färbigen Früchte und herbstlicher Laubfärbung in Parks und Gärten angepflanzt.


Stieleiche, Sommereiche (Quercus robur)
Sommergrüner, stattlicher Laubbaum, kann bis zu 45 m hoch werden. Krone breit und hoch, im Freistand kugelig gewölbt, weit ausladend, oft unregelmäßig. Stamm schon in geringer Höhe in mehrere starke Äste gegabelt, unregelmäßig. Aste gekrümmt, massiv; knorriges Aussehen. Borke hellgrau bis braungrau, dichtes Netzwerk von Furchen und Leisten. Blätter 10–12 cm, ca. 8 cm breit, verkehrt eiförmig, am Grund deutlich geöhrt. Aufgrund der Lappung asymmetrisch erscheinend. Eicheln bis 2 cm, in flachem Becher, meist 2-3 auf bis zu 6 cm langem Stiel (Name!).
Lichtbaumart, wichtige Waldbaumart, auf frischen oder grundfeuchten Böden in weiten Teilen Europas, vor allem aber im Flachland; Eichen können sehr alt werden (1000 und mehr Jahre). Neben dem Holz wird auch die Rinde wegen der darin enthaltenen Gerbstoffe genutzt.


Vogelkirsche (Prunus avium)
Sommmergrüner Laubbaum, bis etwa 30 m hoch, Krone kugelig gewölbt, in Jugend meist schlanker; Stamm oft sehr dick; Borke rötlich-braun, leicht glänzend, löst sich in Querbinden ab, auffällig waagrechtes Lentizellenmuster. Blätter wechselständig, breit-lanzettlich bis oval, am Rand gesägt, 6-15 cm lang. Blattstiel 2-5 cm mit meist 2 rötlichen Nektardrüsen. Kirschen kugelig, bis 1,5 cm groß, schwarzrot, bittersüß schmeckend.
Lichtbaumart, in Laubmischwäldern, Hecken, an Waldrändern, nicht sehr tief wurzelnd, liebt mittel- bis tiefgründige nährstoffreiche, lehmige Böden, etwas wärmeliebend, in ganz Europa verbreitet, von der Ebene bis in Gebirgslagen (bis 1400 m). Die Vogelkirsche ist die Stammform aller ”Süßkirschen”. Für einen Baum relativ kurzlebig, wird nur etwa 100 Jahre alt.


Wildbirne, Holzbirne (Pyrus pyraster)
Sommergrüner Baum oder Strauch, Krone meist kegelförmig und hochgezogen, selten rund oder ausladend. Äste meist steil aufgerichtet; Triebenden oft zu Dornen umgewandelt. Lang gestielte Blätter. Blattstiele oft so lange wie Blätter groß sind; Blätter eiförmig bis rundlich, 2 – 8 cm lang, am Rand fein gesägt, kahl und glänzend oder dicht wollig behaart. Borke kleinfeldrig aufbrechend, Zwitterblüten, 2-4 cm groß in wenigblütigen Trauben, durch Insekten bestäubt. Birnen bis 3,5 cm bräunlich, herbsauer schmeckend.
Licht bis Halbschattbaumart, tiefwurzelnd, sowohl auf flachgründigen, steinigen Böden, als auch auf tiefgründigen, lehmigen, nährstoffreichen Auböden, in den Alpen bis 850 m Seehöhe, können bis 150 Jahre alt werden. In ganz Europa außer im Norden vorkommend; in trockenen Eichenwäldern, Gebüschen sowie an sonnigen Hängen.


Weißbirke Weiß-Birke, Warzen-Birke, Hänge-Birke, Sand-Birke (Betula pendula)
Sommergrüner Laubbaum, bis ca. 20 m hoch, zunächst spitzkegelige, schmale Krone, später rundlich gewölbt oder unregelmäßig. Stamm gerade oder gekrümmt, oftmals einseitig geneigt. Borke glatt, silbrig weiß, mit grauen Querstreifen, an Stammbasis bei älteren Bäumen grobe, tiefe schwarze Leisten; Blätter bis 6 cm, lang gestielt, doppelt gesägt und unbehaart, rundlich-oval mit fast dreieckigem bis rautenförmigem Umriß.
Lichtbaumart, Pionierbaumart auf lockeren, lichten Rohböden. Fast überall in Europa verbreitet, vor allem auf Sandfluren, Schlägen, Waldrändern u.ä., bestandsbildend bei der Wiederbesiedelung von kahlen Flächen, wird aber mit der Zeit von anderen Baumarten verdrängt.


Weißtanne (Abies alba)
Immergrüner Nadelbaum mit geradem Stamm, kann bis zu 50 m hoch werden, wird in Naturwäldern bis zu 500 Jahre alt. Krone zunächst kegelförmig, später abgerundet. Typisch für kränkelnde Bäume (Tannensterben) ist die sogenannte ”Storchennestkrone”. Äste waagrecht abstehend, Zapfen aufrecht an den Zweigen, zerfallen am Baum. Nadeln blaugrün, flach mit zwei silbernen Wachsstreifen auf der Unterseite. Spitze oft eingekerbt.
Schattbaumart, wichtige bestandesbildende Waldbaumart, zwischen 200 (-300) und 1500(-1800) m Seehöhe, auf frischen, mittelgründigen Standorten. Kommt in Nadel- und Laub-Nadelmischwäldern in Mitteleuropa und einigen Gebirgen Südeuropas vor. Empfindlich gegen Luftverunreinigungen.


Winter-Linde (Tilia cordata)
Sommergrüner Laubbaum, bis 40 m hoch, stattlich, hohe, gewölbte Krone, meist unregelmäßig. Borke zunächst grau, glatt, später dunkelgrau bis schwärzlich, längsrissig. Blätter herzförmig, 3—10 cm lang, am Rand gezähnt graugrün, bräunliche Behaarung in den Blattnervenwinkeln, sonst kahl. Früchte kugelig, 5-8 mm, weichschalig.
Schattbaumart, tiefwurzelnd, bevorzugt frische bis mäßig trockene, nährstoffreiche lehmige Böden. In fast ganz Europa vorkommend; in Laubmischwäldern der Mittelgebirge in sommerwarmen Lagen, eher selten vorkommend. Häufig angepflanzter Allee- und Parkbaum.


Zirbe (Pinus cembra)
Immergrüner Nadelbaum der Hochlagen, der 20 – 35 m hoch wird. Krone säulenförmig, oben stumpf, Äste waagrecht abstehend, kurz, gedrungen. Nadeln 5 – 8 cm lang, in Büscheln zu je 5 an Kurztrieben, ziemlich starr, spitz. Zapfen vorerst grün-violett, später purpur-braun, 5 – 8 cm lang. Samen groß (”Zirbelnüsse”) und wohlschmeckend.
Lichtbaumart, bevorzugt saure, humose Steinböden, besiedelt von den Nadelgehölzen die höchsten Lagen (bis 2300 m), dort in der Regel bestandsbildend. Holz für Tischler- und Schnitzarbeiten sehr begehrt.


Seitenanfang