Gefährlicher Bockkäfer aus Asien in Österreich gefunden!
Tomiczek Ch.

 
befallener Spitzahorn


Fraßstelle


Fraßbild


Käfer

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Larve


Begattung


Hinterleib - links Männchen, rechts Weibchen
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Gefährlicher Bockkäfer aus Asien in Österreich gefunden !

Erstauftreten des "Asian Longhorned Beetle" (Anoplophora glabripennis Motschulsky) in Europa

Trotz aller Warnungen ist es doch passiert. Der Asian Longhorned Beetle wurde im Juli 2001 erstmals in Europa im Stadtgebiet von Braunau (Oberösterreich) an zahlreichen Bäumen gefunden. Bei dem Insekt handelt es sich um einen außergewöhnlich gefährlichen Quarantäneschädling aus Asien. Bereits 1996 wurde dieser Bockkäfer in die USA eingeschleppt, wo er im Stadtbereich von New York und Chicago am Baumbestand Schäden in Millionen US $ Höhe verursacht hat. (mehr dazu...)

Schäden in Braunau

Das genaue Schadensausmaß wird gegenwärtig von der Gemeinde Braunau festgestellt. Dabei muss der gesamte Baumbestand im Stadtbereich und in den angrenzenden Stadtwäldern hinsichtlich der Schadenssymptome überprüft werden. Bei einer ersten Begehung durch Experten der Forstlichen Bundesversuchsanstalt am Montag, den 30.07.2001 wurden ca. 15 – 20 Spitzahornbäume (Acer platanoides) entdeckt, die einerseits die typischen Schadenssymptome aufwiesen, andererseits von den Bockkäfern gerade für ihren Reifungsfraß und zur Eiablage verwendet wurden. Um die Mittagszeit konnten die auffallend großen Insekten beim Schwärmen beobachtet werden. Überraschend war dabei, dass die stattlichen Käfer durchaus gutes Flugvermögen besitzen, was deren Ausbreitung begünstigt, die Bekämpfung aber erheblich erschwert.

Schadenssymptome an Bäumen in Braunau

Die betroffenen Spitzahorne zeigen im Kronenbild erste Welkesymptome, sind aber noch auffallend gut belaubt und grün. Im gesamten Stammbereich befinden sich Ausbohrlöcher mit 10 – 12 mm Durchmesser und am Stammfuß reichlich Bohrspäne. Teilweise sind auch größere Rindenschäden zu beobachten, nämlich dort, wo durch den Larvenfraß Gewebe zerstört wurde. Ganz frisch sind Rindenschälungen an Zweigen zu sehen, die durch den Reifungsfraß verursacht werden. Vereinzelt sind die Eiablagestellen am Stamm zu erkennen. Interessant ist die Tatsache, dass in der Allee bisher nur Ahornbäume geschädigt wurden, wohl aber die Eiablagestellen, die aus der Rinde genagt werden, auch an Gleditschie zu sehen sind.

Ausgangspunkt der Einschleppung

Die bisher betroffenen Bäume stehen in unmittelbarer Nähe eines Baumarktes. Das Absterben erster Bäume wurde im Jahr 2000 beobachtet. Es lässt sich daher vermuten, dass der Quarantäneschädling mit Verpackungshölzern vor ca. 2-3 Jahren importiert wurde, da die Entwicklung von der Eiablage bis zum fertigen Insekt zwischen 1 – 2 Jahre dauert.

Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Bockkäfers

Seit Anfang August wird das Ortsgebiet von Braunau und die unmittelbare Umgebung intensiv nach dem Auftreten von Anoplophora glabripennis und typischen Befallssymptomen untersucht. Überdies wurde die Bevölkerung über Fernsehen und Printmedien zur Meldung etwaiger Beobachtungen in Zusammenhang mit dem Schädlingsauftreten aufgefordert.

Das Befallsgebiet

Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand beschränkt sich der Befall auf zwei kleinflächige Verbreitungsgebiete, die in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. Es sind dies die Bauhofstraße und der Recyclinghof in Braunau.

Erfolgte Bekämpfungsmaßnahmen

Bis zum 16.08.2001 wurden insgesamt 16 befallene Bäume (10 Spitzahorn, 5 Bergahorn und 1 Zuckerahorn) entdeckt, sowie weitere 27 Bäume, die in unmittelbarer Nähe zu den befallenen Bäumen stockten und Reifungsfraß oder Eiablagestellen zeigten, auf Plastikplanen gefällt, an Ort und Stelle das gesamte biologische Material (Stamm, Äste, Zweige, Blätter) gehäckselt und anschließend verbrannt. Zusätzlich wurden die Wurzelstöcke gefräst. Bis zum 24.08.2001 wurden zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung überprüft und weitere 4 Bäume (2 Spitzahorn, 1 Zuckerahorn und 1 Bergahorn) in gleicher Weise bekämpfungstechnisch behandelt.

Monitoring

Vom BFW wurden Kriterien für ein Befallsmonitoring ausgearbeitet und vom BMLFUW und der Forstbehörde der OÖLR umgehend Maßnahmen zu deren Umsetzung eingeleitet.

In der Befallszone (1000 m um den Befallsherd) wird jeder einzelne befallsgefährdete Laubbaum auch unter Zuhilfenahme von Leitern und Ferngläsern untersucht.

In der angrenzenden Sicherheitszone (derzeit politischer Bezirk Braunau/Inn) sind stichprobenartige Kontrollen durchzuführen. Außerhalb des abgegrenzten Gebietes wurde das Monitoring auf das gesamte Bundesgebiet, insbesondere den Bereich um Importfirmen, die Waren aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet des ALB beziehen, ausgedehnt.


Weitere Informationen (1;2), aktuelle Situation

Informationsblätter des BMLFUW über die neueste Pflanzenschutzverordnung (BGBl II Nr. 319/2001)
Verpackungsmaterial aus Laubholz…PSD - II Vollziehung - Laubholz.doc
Verpackungsmaterial aus Nadelholz…PSD - II Vollziehung - Nadelholz.doc
Laubholz-Transporte aus dem politischen Bezirk Braunau/1 …PSD - II Vollziehung - Braunau.doc
Laubholz-Transporte aus dem politischen Bezirk Braunau/2 …PSD - II Vollziehung - Braunau.doc
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