Eichenprozessionsspinner in Österreich
Eichenprozessionsspinner in Wien Copyright BEV - Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen 2001
Verbreitungsgebiet Wienerwald Copyright BEV - Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen 2001
 Raupen des Eichenprozessionsspinners (Foto: Landesforstschutzdienst Steiermark)
 Raupe (Foto: Landesforstschutzdienst Steiermark) |
Im Laufe des Junis sind vermehrt Meldungen über das Auftreten der dicht behaarten Raupen des Eichenprozessionsspinners an Eichen in Parkanlagen, an Straßenrändern und in lichten Wäldern im Institut für Waldschutz eingetroffen. Die Fraßaktivitäten der Schmetterlingsraupen führten zwar kaum zu massiven Laubverlusten an Eichen (meist wurden nur die Blätter einzelner Kronenpartien oder Zweige befressen), die feinen Gifthärchen der Larven verursachen jedoch unangenehme Hautausschläge und allergische Reaktionen bei Menschen. Aus diesem Grund herrscht in den Gebieten, wo der Eichenschädling auftritt, große Aufregung und Unruhe bei der Bevölkerung und bei den für den Baumbestand zuständigen Institutionen.
Im Folgenden werden einige Fakten über das Auftreten des Eichenprozessionsspinners aufgelistet:
Die derzeit uns bekannten Befallsgebiete in Österreich sind:
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Gesamter nordwestlicher bis südwestlicher Wienerwald samt angrenzenden Grundstücken und Parkanlagen in Wien und dem
anschließenden NÖ; Bezirk Gänserndorf -
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Bezirk Eisenstadt und Jennersdorf -
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entlang des Murbodens südlich von Graz bis Leibnitz -
Die Ursachen für das Ansteigen der Thaumetopoea processionea Populationen in Österreich und Mitteleuropa sind nicht
eindeutig geklärt. Man vermutet, dass die optimalen Witterungsbedingungen während des nur wenige Tage andauernden Falterfluges
und der Eiablage im August 2002 sowie die gute Übereinstimmung zwischen dem Ausschlüpfen der Eilarven und der Blattentfaltung
der Eichen im Frühjahr 2003 das derzeitige Massenauftreten begünstigt haben.
Die wichtigsten natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners sind räuberische Käfer (z.B. Puppenräuber) und Wanzen,
sowie diverse Tachiniden und Schlupfwespen (Braconidae).
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Eine Gradation dauert in normalerweise 3-5 Jahre. Offensichtlich kann sie bei relativ geringer Populationsdichte auch
länger andauern.
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Als geeignete Bekämpfungsmaßnahmen können der Einsatz von biologischen und biotechischen
Insektiziden während des Jungraupenstadiums genannt werden. Akut notwendig gewordene Bekämpfungsmaßnahmen können
auch mit rasch wirksamen Pyrethroiden, die gegen frei fressende Raupen zugelassenen sind, durchgeführt werden.
In jedem Fall sind Bekämpfungsmaßnahmen nur mit Schutzkleidung und von autorisiertem Fachpersonal durchzuführen.
In Wien und in der Steiermark hat man auch versucht mit dem Absaugen oder Abflammen der Raupennester die Haarbelastung
zu reduzieren.
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Die feinen Gifthärchen können bei starkem Wind aus den Raupennestern geblasen werden und sich in umliegenden
Grasflächen und Sträuchern ablagern. Auch wenn die Nester bereits von lebenden Individuen verlassen wurden,
können sie noch Gifthaare an den Raupenhüllen mehrere Jahre lang "aufbewahren".
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