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| Die kleinen Raupen "Nimmersatt" | |
| Perny B., Steyrer G., Connell J. | |
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Die kleinen Raupen "Nimmersatt"
Wer kennt nicht die Geschichte von Eric Carle über die kleine gefräßige Raupe auf ihrer Entwicklung zum schönen Schmetterling (Link zu Buchbeschreibung für alle, die es nicht kennen: http://www.leser-service.de/ ) Die Verwandlung (Metamorphose) einer Raupe zum Schmetterling läuft jedes Jahr unzählige Male in der realen Umwelt ab, besonders häufig aber 2004 in weiten Teilen unseres Bundesgebietes. Viele fanden nach einem Spaziergang oder nach dem Joggen eine oder mehrere Raupen auf ihrem Gewand. Nicht wenigen ist aufgefallen, dass es seit einiger Zeit "Brösel" regnet, wenn man unter Bäumen geht, wobei es sich um den Kot der aufgrund der gefressenen Blattmasse tatsächlich als "nimmersatt" zu bezeichnenden Raupen handelt. Weiters waren Spinnfäden mit oder ohne daran hängender Raupe bzw. auch Gespinste von gesellig fressenden Raupen zu finden, ganz zu schweigen von den oft bis auf die Gerippe abgefressenen Blättern an den verschiedensten Stauden, Sträuchern und Bäumen. Warum diese Massenvermehrung? Für viele kommt es überraschend, dass im Frühling und Frühsommer 2004 so viele Raupen aufgetreten sind. Tatsächlich ist aber bereits seit 2 Jahren zunehmend eine stärkere Vermehrung vieler Schmetterlingsarten festzustellen. 2003 war im Frühjahr unter günstigeren Bedingungen regional sogar stärkerer Fraß als 2004 zu beobachten. Allgemein ist die nun schon über mehrere Jahre andauernde Massenvermehrung auf die günstige Witterung der letzten Jahre (feuchtwarmes Frühjahr; trockene, warme Sommer) zurückzuführen, nicht zuletzt auch auf die eher durchschnittlichen, wenig extremen Winter. Auswirkungen auf den Baum Auch wenn so mancher Laubbaum sehr zerzaust und unschön aussieht und der Fraß der Schmetterlingsraupen teilweise nur mehr Blattreste zurückgelassen hat, ist kein Baum durch den Fraß ernsthaft gefährdet. Laubbäume haben die günstige Eigenschaft auch mehrmaligen Kahlfraß zu überstehen, vor allem wenn die Schädigung mehr oder weniger am Anfang der Vegetationsperiode stattfindet. Meist erfolgt kurz nach der "Entlaubung" ein erneuter Austrieb. Maßnahmen Heuer sind ab fortgeschrittenem Sommer in dem meisten Fällen keine Maßnahmen notwendig bzw. möglich. Da die Raupen schon ein fortgeschrittenes Entwicklungsstadium erreicht haben, ist die Verwendung von umweltschonenden Präparaten (Häutungshemmer, Bazillus thuringensis-Präparate) nicht mehr sinnvoll, da ein weiterer Schaden nicht mehr auftritt bzw. dieser mehr verhindert werden kann. Eine Bekämpfung mit Häutungshemmern empfiehlt sich im zeitigen Frühjahr (lange Wirkungsdauer), um die jungen Ei-Larven zu bekämpfen (geringe Dosis, noch kaum Fraßschäden). Aufgrund der lang anhaltenden Wirkung ist eine Applikation im Jahr ausreichend. Auf eine Verwendung von herkömmlichen, unspezifischen Insektiziden sollte verzichtet werden. Aufgrund der Gefährdung der Bevölkerung sind die empfohlenen Maßnahmen für Eichenprozessionsspinner und andere Prozessionsspinner-Arten nur eingeschränkt gültig. Gegen einige Forstspannerarten ist im Herbst der Einsatz von Leimringen (Kontrolle, Bekämpfung) möglich, da deren Weibchen flügellos sind. Viele Parasiten und Räuber Untersuchungen an Raupen, die von Mitarbeitern des BFW im Osten Österreichs gesammelt wurden, zeigten einen - der Dauer der Massenvermehrung entsprechend -hohen Parasitisierungsgrad der Raupen durch Schlupfwespen, Pilze und Virosen. Weiters konnte eine stark vermehrte (Fraß-)Aktivität räuberischer Gegenspieler, z.B. bei Spechten und Singvögeln festgestellt werden. Sogar eine der gefundenen Schmetterlingsraupen, die der Trapezeule, ist als räuberisch gegenüber Frostspannerraupen bekannt. Bilderauswahl von gefundenen Raupen Verwechslungsmöglichkeit
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