| Arten von Wildschäden | |
| Schodterer H. | |
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Arten von Wildschäden
VerbissKnospen und Triebe von jungen Pflanzen gehören zum Nahrungsspektrum des
Wildes und werden abgeäst. Je nach Intensität des Verbisses wird die
Einzelpflanze dadurch unterschiedlich beeinträchtigt oder
geschädigt.
Sommerverbiss - Laubhölzer werden während des ganzen Vegetationszeitraumes verbissen.
Winterverbiss ist die häufigste Schadensursache. Waldbäume dienen meist mangels anderem Angebot als Winteräsung. Eine Beurteilung des Frühjahrsaspektes orientiert über Umfang und Schwere solcher Schäden. Tanne wird fast ausschließlich im Winter verbissen, da sie während der Vegetationsperiode wegen der im Vergleich zu anderen Pflanzen höheren Gerbstoffkonzentration vom Wild ungern angenommen wird. Gehölze verlieren durch Verbiss im Winter ihre Knospen und können zu Beginn der Vegetationsperiode nicht austreiben, sondern müssen erst neue Knospen bilden .
Die Fichte, Österreichs häufigste Baumart, wird gern während des Austreibens im Frühjahr verbissen, bei Äsungsmangel aber auch ganzjärig. Ist kein anderes Nahrungsangebot vorhanden, wird die Fichte mitunter so stark verbissen, dass sie mit 40 Jahren noch immer nicht über Kniehöhe gewachsen ist (Kollerbusch).
Keimlingsverbiss: Keimlinge sind eine besonders nährstoffreiche attraktive Nahrung und werden zumeist abgeäst, bevor sie verholzen. Dadurch können einzelne Baumarten oft unbemerkt aus der Verjüngung verschwinden, oder in verjüngungsnotwendigen Althölzern die Verjüngung gänzlich "ausbleiben".
In Schutzwäldern bedeutet das Ausbleiben von Verjüngung eine Destabilisierung und dadurch mit der Zeit eine Gefährdung des Waldes selbst und der von ihm geschützten Siedlungen oder Strassen und damit der Menschen. Die Beurteilung des Verbissschadens In Wirtschaftswäldern, die mittels Naturverjüngung im letzten Viertel des Bestandeslebens schon vor der Nutzung verjüngt werden sollen bedeutet dies wiederum einen entsprechenden Zeit- und damit Wertverlust. Das Verschwinden von momentan wirtschaftlich nicht mehr so interessanten Baumarten kann aber zu ökologischen Problemen führen und somit aus landeskultureller Sicht ebenfalls als Schaden betrachtet werden. Die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen sind nicht so einfach zu berechnen und werden daher meistens kurzerhand ausgeblendet. Das Ausmaß des Schadens wird gewöhnlich durch Vergleich der Verjüngung von gezäunten gegenüber ungezäunten Flächen identer Standorte zu erfassen versucht. Solche Weiserflächen, meist 12x12 m können jedoch nur eingeschränkt Hinweise geben, da dort die ebenfalls geschützte Konkurrenzvegetation ungehindert wächst und mögliche neu ankommende Keimlinge ausdunkeln kann. Mäuse haben hier am Keimlingsverbiß großen Anteil. Sie fühlen sich im Zaun und der dort meist dichteren Vegetation geschützt, so kommt es oft innerhalb des Zaunes zu höherer Mausaktivität als außerhalb. Diese Überlagerung des Einflusses erschwert oft die Beurteilung des Wildeinflusses, der daher oft unterschätzt wird. Die monetäre Bewertung von Wildschäden für die finanzielle Entschädigung erfolgt nicht immer einheitlich, lehnt sich jedoch zumeist an die "Hilfsmittel zur Erhebung und Bewertung von Verbiss und Fegeschäden" des BFW an. Entmischung des Bestandes Innerhalb des Jungwuchses werden vom Wild bestimmte Baumarten als Äsung bevorzugt (selektiver Verbiss). Der Verbiss behindert ihre Entwicklung gewöhnlich sosehr, dass sie von den weniger verbissenen Konkurrenten überholt und schließlich ausgedunkelt werden. Sie fallen früher oder später aus, der Bestand entwickelt sich zu einer Monokultur.
Fegeschäden / SchlagschädenDurch das Schalenwild werden sowohl beim jährlichen Abfegen des Bastes vom neuen Geweih als auch beim Markieren des Territoriums oder als Imponiergehabe Forstpflanzen mit Geweih oder Horn bearbeitet. Bevorzugt gefegt bzw. geschlagen werden Bäume und Sträucher, die in ihrer unmittelbaren Umgebung auffällig sind, die über weiche, elastische Zweige oder Stämme verfügen oder die auf den betroffenen Flächen selten sind.Unter den Wirtschaftsbaumarten im Gebirge sind Lärche und Zirbe besonders betroffen. Ein Fegeangriff zieht zumeist den Ausfall der betroffenen Pflanzen nach sich. Sind nicht alle Teile solcher Bäumchen zerstört und treiben tieferliegende Zweige wieder aus, ist dennoch oft der Konkurrenznachteil gegenüber den anderen Forstpflanzen nicht mehr einzuholen.
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![]() Jungtanne, durch Schälung abgestorben |
![]() Jungtanne, durch Schälung abgestorben |
![]() Fichte, nach Schälung rotfaul, gebrochen |
Der Zeitverlust bei der Holzproduktion kann dabei enorm sein, zumal ja solche Flächen, um sie wieder in Bestand bringen zu können, geräumt werden müssen, was in der Regel weit höhere Kosten verursacht, als mit den dort großteils minderwertigen Sortimenten erlöst werden kann. Der Beurteilung solcher Schäden werden zumeist die "Hilfstafeln zur Erhebung und Bewertung von Schälschäden an Fichte" des BFW zugrunde gelegt. |
| Manchmal treten alle
Schadensformen auf einer Fläche auf. Mischbaumarten werden selektiv
verbissen oder totgefegt, Fichte wird bis zur Kegelform
zurückgebissen ("Kollerbusch") und wenn sie mit vielen Jahren
Verspätung doch höherwachsen kann, wird sie noch geschält.
Die Wildschadensvermeidung beinhaltet nicht nur den Schutz einzelner Pflanzen und Flächen sondern auch die Lenkung des Wildes durch Gestaltung des Lebensraumes und Anpassung der Jagd durch örtliche, wie zeitliche Regulierung des Jagddruckes, Anwendung geeigneter Jagdmethoden sowie Anpassung der Hegemaßnahmen. |
![]() Fichte: "Kollerbüsche", extremer Verbiss und Schälschäden |
![]() Fichte: ehemaliger Kollerbusch, jetzt geschält |
| 16-Nov-04 Rückfragen: Heimo Schodterer | Index | Waldschutz | Suche |