Abteilung für Wildbach- und Abtragsforschung
Leiter: DI Dr. Peter Andrecs
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Kontakt:
Hauptstr. 7
A-1140 Wien
Tel: +43 1 87838 / 2214
Fax: +43 1 87838 /2250


Forschung
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DOMODIS
Muren
Katastrophenanalyse
Schadereignis-Datenbank



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In einem dicht besiedelten Land wie Österreich ist der Schutz vor Naturgefahren von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die Abteilung für Wildbach- und Abtragsforschung widmet sich dabei der Aufgabe, Grundlagen für die Beurteilung der Gefährdungswirkungen von Wildbächen zu erarbeiten. Basis dafür stellen exakte Analysen bereits stattgefundener Wildbachschadensereignisse dar. Diese Beobachtungen und Erhebungen sollen zu einem besseren Prozessverständnis beitragen. Darauf aufbauend sollen Planungsgrundlagen für die Projektierung von Schutzmaßnahmen und die Festlegung von Gefahrenzonen optimiert werden um so die Schadensauswirkungen zu begrenzen.


Muren

Im Unterschied zu Flüssen, bei denen ein zu viel an Wasser (Hochwasser) die Hauptgefährdung darstellt, ist bei Wildbächen das Geschiebe (Steine und Feinmaterialen) die Hauptgefahrenquelle. Muren stellen dabei eine Besonderheit dar. Muren sind Gravitationsströme, bestehend aus einem Wasser-Geschiebe-Gemisch, wobei oftmals kein freies Wasser mehr erkennbar ist. Hydraulische Gesetze gelten für Muren somit nur mehr eingeschränkt oder gar nicht. In den vergangenen Jahren wurden in Österreich immer wieder enorme Sachschäden verzeichnet, darüber hinaus kamen insgesamt 32 Personen bei Murenabgängen ums Leben. Außergewöhnliche Murenereignisse werden vom BFW im Rahmen der Katastrophenanalysen untersucht. Wichtige Parameter über Muren, die in Österreich seit 1972 aufgetreten sind, finden sich in der Wildbach-Schadensereignis-Datenbank.

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Katastrophenanalyse

Die richtige Einschätzung des Gefahrenpotenzials ist Grundlage für alle aktiven und passiven Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Muren.
Für diese Einschätzung stehen folgende, sich einander ergänzende Methoden zur Verfügung:

  • Die zurückblickende Methode.
    Schriftliche Dokumente und Augenzeugenberichte über vergangene Wildbachereignisse
  • Die vorausschauende Methode.
    Beurteilung zukünftiger Schadensszenarien, Modellrechnungen auf Basis physikalischer und mathematischer Gesetzmäßigkeiten.
Da nur Analysen vergangener Prozesse, exakte Erhebungen und genaue Beobachtungen schlussendlich zu gut funktionierenden Modellen führen können, stellen Felderhebungen (Analysen "Stummer Zeugen", Aufnahmen kritischer Situationen und nachvollziehbare Prozessbeschreibungen) das Bindeglied zwischen diesen beiden Methoden dar. Bei außergewöhnlichen Schadensereignissen werden daher vom Institut 8 des BFW solche Felderhebungen durchgeführt.


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Wildbach-Schadensereignis-Datenbank

Seit 1972 werden vom Forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) auf Basis von Geländebegehungen im Anschluss an Wildbach-Schadensereignisse sog. Hochwassermeldungen erstellt. Die über 4.000 Hochwassermeldungen des Zeitraumes von 1972 bis 2001, wurden in eine an der FBVA entwickelte Datenbank eingebracht. Auswertungen und Verknüpfungen dieser Datenbank lieferten interessante Ergebnisse. Unter anderem wurden die bei Wildbach-Schadensereignissen verursachten Schäden summarisch erfasst. Beispielhaft dafür sind nachstehend einige Schadenskategorien numerisch belegt.

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DOMODIS

Das Projekt DOMODIS ("Documentation of Mountain Disasters") wurde im Rahmen eines IDNDR-Projektes ("International Decade of Natural Disasters Reduction") gestartet. Das Projekt wird in einer Kooperation des BMLFUW, der Universität für Bodenkultur (Institut für Alpine Naturgefahren und Forstliches Ingenieurwesen) und des BFW, Abteilung Wildbach- und Abtragsforschung durchgeführt. Ausgehend von dem bisherigen Verfahren zur Dokumentation von Wildbach-Schadensereignissen werden bei DOMODIS zwei Zielrichtungen verfolgt: zum einen die Verbesserung der Ereignisdokumentation in fachlich-methodischer Hinsicht zum anderen der Aufbau einer geeigneten Organisationsstruktur für eine österreichweit flächendeckende Durchführung dieser Erhebungsarbeiten. Gerade dieser Aspekt hebt DOMODIS von vielen anderen, rein wissenschaftlichen Zwecken dienenden Projekten ab. Als Bestandteil von Naturraum-Analysen soll das Projekt darüber hinaus verbesserte Grundlagen für Entscheidungsprozesse im Bereich des Risikomanagements liefern.

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