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BFW-Forschungsdokumentation bis 2001
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Institut für Lawinen- und Wildbachverbauung

M/8/7 Wetterradar - Valluga 2000
Leiter/Leiterin Dr. H. Schaffhauser
Arbeitsbeginn 2000
Geplanter Abschluss 2006
Ziel Die geplante Errichtung eines Wetterradars auf der Valluga (2800 m SH) zielt primär auf die daraus nutzbaren Informationen für die Naturgefahrenerkennung, -prognose bzw. Beschreibung des Ist-Zustandes (nowcasting) in Westösterreich, mit Schwerpunkt Arlbergbereich. Ein Wetterradar erlaubt innerhalb weniger Minuten die weiträumige und flächendeckende Erfassung des Niederschlages im Umkreis bis maximal 200 km. Als Anwender solcher Informationen kommen alle diejenigen in Frage, die am Niederschlag interessiert sind (Wetterdienste, Austro-Control, EVU's, Straßendienste etc). Untersuchungen von P. Andrecs haben ergeben, dass über 80 % der Murenereignisse in Österreich sich in Einzugsgebieten < 6 km2, also in kleinräumigen Bereichen, ereignen. Muren gehören zu den rasch ablaufenden Naturprozessen mit einem enorm hohen Schadenspotential. Die extreme zeitliche und örtliche Variabilität führt naturgemäß zu wirtschaftlich nicht mehr vertretbaren Verbauungskosten.
Die Effektivität von Warnsystemen wird durch die hohen Ablaufgeschwindigkeiten sehr stark eingeschränkt, sodass kaum noch Zeit zu einem wirksamen Krisenmanagement übrig bleibt. Mit dem Wetterradar hätte man ein Instrument zur Verfügung, mit dem die Früherkennung von kritischen Niederschlagsereignissen wesentlich rascher erfolgen könnte. Gerade das Arlberggebiet mit seinem hohen Katastrophenpotential bietet sich hier als ideales Untersuchungsgebiet an. Die Verwendung von flächendeckenden Wetterradardaten kann die Problematik der punktuellen Messung in Hinblick auf die räumlich ablaufenden Naturgefahrenprozesse wesentlich reduzieren.
Projektort Tirol, Vorarlberg, Steiermark; Bayern, Südtirol, Schweiz
Mitarbeiter Mag. R. Fromm, Mag. R. Sailer (FBVA); Dipl.-Ing. W. Rachoy(BMLFUW), Dipl.-Ing. H. Siegel (BMLFUW), Ing. W. Schweighofer (BMFLUW); Dr. H. Bartacek (Austro Control; Prof. Dr. W. Randeu, Dr. Dipl.-Ing. K. Köck (Technische Universität Graz); Univ.-Prof. Prof. Dr. Kuhn (Universität Innsbruck); Doz. Dr. G. Mayr, Dr. K. Gabl (ZAMG, Innsbruck)

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