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Projekt P/4/62: Revision von europäischen Borkenkäfergattungen

Arbeiten und Ergebnisse 1997

Xyleborinus saxesenii (Ratzeburg) und X.alni (Niisima):
Die Unterschiede beider Arten werden vor allem anhand von REM-Aufnahmen dargelegt. Es wird dafür eingetreten, beide Arten, im Gegensatz zur neuesten mitteleuropäischen Bestimmungsliteratur, in der Gattung Xyleborinus zu plazieren. Auf die richtige Schreibweise der fast immer falsch zitierten, ersteren Art wird hingewiesen. Neue Fundorte der erst kürzlich bei uns eingewanderten/eingeschleppten Art werden bekanntgegeben. Der bis jetzt als Synonym zu X.saxesenii angesehene Xyleborinus angustatus (Eichhoff) ist nach Typenuntersuchung eine selbständige Art und mit ersterer nicht näher verwandt, während X.peregrinus (Eggers), aus Deutschland beschrieben, wohl nur eine Monstrosität des X.saxesenii darstellt! Der von Pfeffer 1994 in der neuesten Bestimmungstabelle aufgeführte X.peregrinus Eggers ist eine ganz andere Art und ein Vertreter der Gattung Xyleborus - sie scheint ebenfalls in Mitteleuropa eingeschleppt worden zu sein (vielleicht aus dem Fernen Osten), konnte aber noch nicht bestimmt werden.

1994: Zur Unterscheidung von Xyleborinus saxesenii (Ratzeburg) und X.alni (Niisima) (Coleoptera, Scolytidae). - Entomologica Brasiliensia 17:311-318.

Crypturgus cinereus (Herbst) und C.subcribrosus Eggers:
Von ersterer Art wurde ein Lectotypus aus dem Museum Berlin festgelegt. Die deutlichen Unterschiede beider Arten, vor allem die Art der Behaarung am Absturz der Flügeldecken bei den Weibchen, wurde ausgearbeitet (REM-Aufnahmen). In der neuesten Literatur werden beide Arten als Synonyme aufgeführt, was jedoch nicht zutrifft. Beide Arten sind in Mitteleuropa häufig - erstere scheint die Kiefer, letztere die Fichte zu bevorzugen; wirtschaftliche Bedeutung kommt diesen Arten nicht zu.

Dryocoetes autographus (Ratzeburg) und D.hectographus Reitter:
Beide Arten, die neuerdings (Pfeffer 1994) auch als solche anerkannt werden, unterscheiden sich recht gut in der Skulptierung der Halsschildmitte, den Punktreihen am Flügeldeckenabsturz und auch im männlichen Genitalapparat. Gegenüberstellung der Merkmale mittels REM-Aufnahmen, wie sie in der Literatur noch nicht existieren.

Polygraphus poligraphus (Linne) und P.subopacus Thomson:
Diese beiden wichtigen forstlichen Arten sind, trotz etlicher Untersuchungen nicht gut zu trennen; letztere gilt als nicht häufig - meines Erachtens deshalb, da sie meist nicht erkannt wird. Die Unterschiede in der Form der Fühlerkeule werden oft durch die große Variabilität derselben, relativiert; ob der Vorderrand des Kopfschildes deutlich oder nur sehr flach ausgebuchtet ist, ist für den Praktiker sicherlich nur schwer zu entscheiden. Die Weibchen beider Arten lassen sich ziemlich leicht durch die Stirnbehaarung und die dichte Stirnpunktierung unterscheiden. Probleme bereiten jedoch die Männchen - nur die Heranziehung aller Merkmale und womöglich gutes Vergleichsmaterial, lassen ein sicheres Bestimmungsergebnis erwarten. REM-Aufnahmen der Stirnpartien beider Geschlechter, sollen die trennenden Merkmale veranschaulichen.

Orthotomicus robustus (Knotek) und Orthotomicus tridentatus Eggers:
Letztere Art wurde von einem tschechischen Kollegen als neu für Mitteleuropa aus Österreich gemeldet. Die fraglichen Exemplare konnten überprüft und als O.robustus determiniert werden. O.tridentatus ist daher für unsere Fauna zu streichen. Die Arten in der Gattung Orthotomicus sind gut unterscheidbar. Manche Arten sind sich einander aber recht ähnlich und obendrein besteht ein relativ großer Geschlechterdimorphismus, der das Erkennen für den Nichtspezialisten sehr erschwert. Es ist daher geplant, für jedes Geschlecht jeder Art eine REM-Aufnahme anzufertigen, die die Seitenansicht des Käfers zeigt, um die zur Bestimmung wichtige Absturzbezahnung zu veranschaulichen.

Die Gattung Hylastes:
Von der auch in Mitteleuropa vorkommenden Art H.gergeri Eggers steht leider nach wie vor nicht genügend Vergleichsmaterial zur Verfügung, weshalb noch keine Bestimmungstabelle erstellt wurde - alle Vorarbeiten für die weiteren sieben Gattungsvertreter Mitteleuropas sind jedoch bereits gemacht, REM-Aufnahmen werden aber erst angefertigt.

Hylesinus varius (Fabricius) und H.orni Fuchs:
Beide Arten lassen sich durch die Stirnpunktierung, Körnelung an der Flügeldeckenbasis, abstehende Schüppchen an den Flügeldecken und Gestalt gut trennen. REM-Aufnahmen für die Unterschiede liegen bereits vor. Der in der neuesten Literatur verwendete Artname "fraxini" anstatt "varius" ist abzulehnen, da laut beiden Originalbeschreibungen, die Synonymie beider Taxa eindeutig nachzuweisen ist. Auch die Verwendung des Gattungsnamens "Leperisinus" für die vorliegenden Arten, läßt sich nicht aufrecht erhalten.

Die Gattung Trypodendron:
Die Bestimmungstabelle für die europäischen Arten ist handschriftlich fertig, ein paar wenige REM-Bilder sind noch aufzunehmen. Die erst vor wenigen Jahren erstmals in Österreich (und Mitteleuropa) nachgewiesene Art T.laeve Eggers, wird nach wie vor nur selten gefunden und ist neuerdings auch in Tschechien entdeckt worden.


HolCa/FieSy, 5/3/98 top Forstliche Bundesversuchsanstalt - IndexForschungPublikationen