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Chinesische Forstexperten an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt

Bekämpfung von Bodenerosion und Schutz vor Katastrophen


Delegation Chinesische Forstexperten unter der Leitung von Vizeminister Univ. Prof. Shen Wang absolvierten vom 28. April bis 7. Mai 1999 einen intensiven Studienaufenthalt an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt in Wien, wo sie von Direktor Dipl.-Ing. Friedrich Ruhm betreut wurden. Die Experten aus der chinesischen Provinz Giuzhou waren besonders an Maßnahmen zur Erosionskontrolle sowie Vorbeugung von Muren und Überschwemmungskatastrophen interessiert.

Sie stellten ihrerseits das Projekt "Erosionskontrolle durch Forstwirtschaft und andere Methoden in der Provinz Giuzhou" vor, das vom "World Food Programme" unterstützt wird und als Langzeitziel die Hebung des Lebensstandards der Region zum Ziel hat. 87 % der 176 120 km2 großen Provinz ist von Bergland bedeckt. Die Einwohnerzahl liegt bei 30 Millionen. Wiederaufforstung zur Erosionskontrolle, Steigerung der Wasserrückhaltefähigkeit des Bodens und Reduktion der Oberflächenabflußintensität sowie in der Folge Gewinnung und Schutz von bewirtschaftbaren Land ist unmittelbarer Zweck des Projekts.

Mit lebhaftem Interesse begegneten die chinesischen Gäste daher der Wildbachforschung der Forstlichen Bundesversuchsanstalt und ihren zahlreichen praktischen Anwendungen. Auf dem Besichtigungsprogramm standen die Lößrunsenverbauung im Bereich Krems, Aufforstungsmaßnahmen von Wildbacheinzugsgebieten in Kärnten, die naturnahe Verbauung von Wildbächen im Alpenvorland und der stadtnahe Überschwemmungsschutz durch das Entlastungsgerinne in Wien.

"Die Forschungsprojekte der österreichischen Kollegen können für uns Vorbild sein. Besonders gefällt uns die Verbindung von biologischen, forstlichen und technischen Maßnahmen und das große Umweltbewußtsein der Menschen hier", zeigte sich Delegationsleiter Professor Wang beeindruckt. Sein Resümee: " Da es bei der Bekämpfung von Bodenerosion und Bodenabtrag in Österreich und in der Provinz Guizhou große Ähnlichkeiten gibt, können wir viel von den österreichischen Erfahrungen lernen und sie bei uns in Forschung und Praxis weiterverwenden".

Bildtext: Direktor Dipl.Ing. Friedrich Ruhm und sein Stellvertreter Dr. Klaus Stefan von der Forstlichen Bundesversuchsanstalt begrüßen Vizeminister Univ. Prof. Shen Wang und die übrigen Mitglieder der chinesischen Expertendelegation. Foto: FBVA, S. Pikal

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LinR, 1999-05-31