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Pressemitteilung

International Symposium on Snow, Avalanches and Impact of the Forest

IGS (International Glaciological Society, Cambridge, UK), Institut für Lawinen- und Wildbachforschung (FBVA, Innsbruck)

Im Zeitraum vom 22.05.-26.05.2000 ist Innsbruck das Zentrum der internationalen Lawinenforschung. Das Institut für Lawinen- und Wildbachforschung an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt (FBVA) in Innsbruck/Wien veranstaltet gemeinsam mit der Internationalen Glaziologischen Gesellschaft (IGS) ein Symposium mit dem Generalthema der Wechselbeziehung zwischen Schnee-Lawinen und Waldzerstörung (International Symposium on Snow, Avalanche and Impact of the Forest Cover).

Die Lawinenereignisse in der letzten Dekade in Westösterreich führten zu einer beachtlichen Sensibilisierung der Bevölkerung gegenüber den sozio-ökonomischen Folgen von Naturkatastrophen. Hinsichtlich der Akzeptanz dieser Ereignisse wird seitens der Öffentlichkeit immer mehr hinterfragt inwieweit solche Naturereignisse vorhersehbar bzw. verhinderbar sind. Somit sind für die Zukunft im vermehrten Ausmaß Methoden zur Beurteilung von Naturgefahrenpotentialen mit den dafür notwendigen Maßnahmenplanungen für die Erstellung von Sicherheitsmodellen auf der Basis naturwissenschaftlich-technische und ökosozialer Forschungsergebnisse dringend erforderlich. Um insbesondere die Bedrohung des Menschen durch Lawinen besser in den Griff zu bekommen, gewinnen naturwissenschaftliche Kenntnisse über Prozessabläufe immer mehr an Bedeutung. Dieser ganzheitliche Umgang mit Naturgefahren im Rahmen eines erfolgreichen Krisenmanagementes bedingt aber eine erfolgreiche Wechselbeziehung zwischen interdisziplinären Grundlagen- und Projektforschung.

Die Eigenschaften des Schnees in den Berg- und Polarregionen stellen komplexe Faktoren für die Dynamik der Schneedecken und deren Modellierung dar. Hinzu kommt noch der Einfluß der Vegetation auf die Schneedecke selbst, auf deren Verteilung und Bewegung. Die Lawinen stellen in zahlreichen Gebirgsgegenden der Erde eine beachtliche Bedrohung des menschlichen Lebens und von privaten und öffentlichem Gut dar. Die laufende Verbesserung des wissenschaftlichen Verständnisses über die Eigenschaften der Schneedecke und lawinendynamischer Vorgänge eröffnet somit wesentliche Erkenntnisse zur Entwicklung von Instrumentarien zur Verminderung dieser Gefahrenpotentiale. Ein weiteres Ziel der Tagung ist der Erfahrungsaustausch und die Koordination der Forschungsgruppen im Hinblick auf die oben genannten Themen.

Zur Wochenmitte findet eine Exkursion in den Bereich der Innsbrucker Nordkette statt, wo anhand, der seitens der österreichischen Wildbach- und Lawinenverbauung und des Landesforsttdienstes durchgeführten und geplanten Maßnahmen, deren Auswirkungen studiert und diskutiert werden wird.

Die Tagung selbst findet im Innsbruck Congress statt und es werden insgesamt 150 Teilnehmer der führenden Fachinstitute und Universitäten aus der ganzen Welt erwartet.

Die erfolgreiche Forschungstätigkeit des Institutes für Lawinen- und Wildbachforschung and er Forstlichen Bundesversuchsanstalt (Innsbruck/Wien) führte letztlich dazu, daß die IGS erstmals Innsbruck und damit Österreich als Tagungsort wählte.

Gefördert wird dieses Symposium seitens des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, dem Land Tirol, der Stadt Innsbruck und dem Österreichischen Seilbahnenverband.


Weitere Informationen

HR Dr. Horst Schaffhauser
Institut für Lawinen- und Wildbachforschung
Forstliche Bundesversuchsanstalt
Hofburg-Rennweg 1
A-6020 Innsbruck
Tel 0512 573933
Fax 0512 573933-5250
e-mail fbva.schaffhauser@magnet.at


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SchH/LinR, 2000-05-19