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ÖWI 2000-2002

Die neue Waldinventur läuft an


Derzeit beginnen die Erhebungen zur neuen Österreichischen Waldinventur, dem größten Monitoringprojekt der grünen Lunge Österreichs. Die Waldinventur wird von der Forstlichen Bundesversuchsanstalt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft durchgeführt. Dabei begutachten 30 Forstakademiker und Förster das Ökosystem Wald. Bis 2002 werden sie auf mehr als 11 000 Beobachtungspunkten in ganz Österreich ökologische und ökonomische Eckdaten erheben, um Forstpolitik, Forstwirtschaft und Forstwissenschaft mit aktualisierten Grundlagen für legistische und planerische Maßnahmen zu versorgen. Die Waldinventur ist im internationalen Vergleich vorbildhaft. Österreich kommt damit auch seiner Beobachtungspflicht für das Programm "Schutz der europäischen Wälder" nach.

Verstärkte ökologische Betrachtungsweise

Schon in der letzten Waldinventurperiode wurde neben wirtschaftlichen Aspekten erhöhtes Augenmerk auf eine ökologische Betrachtungsweise gelegt, eine Tendenz, die bei den nun beginnenden neuen Erhebungen noch verstärkt wird. Seit der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro 1992 wurden zahlreiche internationale Resolutionen und Abkommen zu den Themen Biodiversität und Nachhaltigkeit verfasst und ratifiziert, die Österreich verpflichten, seinen Wald und dessen Entwicklung permanent zu beobachten.

Die Österreichische Waldinventur liefert traditionelle Eckdaten über Waldfläche, Holzvorrat, Holzzuwachs etc., ist aber auch in der Lage, Fragen nach der Entwicklung des Waldzustandes und der biologischen Vielfalt zu beantworten. Neben der Nachhaltigkeit der Holzproduktion sind es überwirtschaftliche Waldfunktionen, wie die Erhaltung einer größtmöglichen Artenvielfalt, ökologische Stabilität und Verjüngungszustand, die nun mit "ökologischen" Parametern und zum Teil mit Erhebungsmethoden aus anderen Biowissenschaften erfaßt werden.

Österreich international vorbildlich

Österreich ist mit 47 % Bewaldung eines der waldreichsten Länder Europas. Die Erhebungen der Waldinventur 1992-96 ergaben, dass die Waldfläche in Österreich zunimmt und pro Jahr rund 30 % mehr Holz zuwächst als dem Wald entnommen wird. Eine Studie über die Naturnähe des österreichischen Waldes 1997 zeigte, daß zwei Drittel des Waldes ökologisch intakt sind. Problembereich ist nach wie vor der Schutzwald, dessen Entwicklung einer dauernden Beobachtung bedarf. Der Bedeutung des Waldes entsprechend setzt Österreich mit der Waldinventur einen Untersuchungsschwerpunkt und investiert dabei jährlich rund 35 Millionen Schilling.

Inventurergebnisse schneller verfügbar

Um die Inventurergebnisse schneller verfügbar zu machen, wird die Länge der Aufnahmeperiode bei gleich bleibender Aufnahmedichte von bisher fünf auf drei Jahre verkürzt. Dies bedingt eine Erhöhung der fachlichen Kapazität, die in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur erreicht wird. Damit in Zukunft die terrestrischen Daten mit Informationen aus Satellitenbildern verschnitten werden können, werden neue tragbare Feldcomputer und GPS-Technologie verwendet, die das Sammeln der umfangreichen Datenmenge erleichtern und Plausibilitätsprüfungen und den logischen Vergleich mit den Daten der letzten Waldinventur vor Ort ermöglichen.

Weitere Informationen bei Dr. Karl Schieler, Leiter des Instituts für Waldinventur der Forstlichen Bundesversuchsanstalt, Telefon +43-1-878 38/1226, Email: karl.schieler@bfw.gv.at


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SchiK/LinR, 2000-04-28