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Vorwort
Bundesminister Mag. Wilhelm Molterer

Molterer

Die Forstliche Bundesversuchsanstalt begeht das 125jährige Bestandesjubiläum. Eine passende Gelegenheit, die hervorragenden Bemühungen und Leistungen dieser traditionsreichen Forschungsstätte für die Erhaltung des österreichischen Waldes und die Sicherung des alpinen Lebensraumes in unserem Land zu würdigen.

Hervorgegangen aus der Forstlehranstalt Mariabrunn ist die Forstliche Bundesversuchsanstalt seit 1874 wesentlich am Wohlergehen des österreichischen Waldes beteiligt und wirkt als Forschungsinstitution entscheidend mit an der Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die forstliche Praxis, sodaß die vielfältigen und unersetzlichen Leistungen des Waldes zum Wohle des Landes und seiner Bevölkerung bestmöglich zur Wirkung kommen.

Lang ist die Reihe jener hervorragenden Persönlichkeiten, die an der Forschungsinstitution studiert oder gelehrt haben und auf die Österreich mit Recht stolz zurückblicken kann. Hier seien nur einige Namen wie Seckendorff, Cieslar, Tschermak oder Ressel genannt, die sich besondere Verdienste in verschiedenen forstlichen Forschungsdisziplinen erworben haben.

Langfristiges Ziel des forstlichen Forschungs- und Versuchswesens ist es, die Wälder bzw. Waldökosysteme in ihrer gesamten Vielfalt, wie auch in ihrer ökonomischen und ökologischen Bedeutung für die Gesellschaft, zu erhalten. Die Forschung muß die nationalen und globalen Probleme aufgreifen und mit ihrem Grundlagen- und Methodenwissen sowie darauf aufbauenden Technologien zu fachwissenschaftlichen Lösungen beitragen. Das an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt betriebenen Forschungs- und Versuchswesen orientiert sich an dieser Zielformulierung. Gemäß dem forstgesetzlichen Auftrag werden an der Dienststelle laufend vielfältige Fachfragen kompetent bearbeitet und der Forstpraxis Lösungen zur Umsetzung angeboten. Gutachtertätigkeit und Beratung runden das breite Leistungsspektrum der Forschungsstätte ab.

Doch die Forschung muß auch auf die rasch vor sich gehenden Veränderungen in einer immer schnelllebigeren Gesellschaft reagieren. Österreich führt seit Mitte 1998 den Vorsitz im Paneuropäischen Forstministerprozeß zum Schutz der Wälder. In diesem Zusammenhang kommen auch auf die Forstliche Bundesversuchsanstalt viele neue Herausforderungen und Aufgabenstellungen zu, die auch ein Überdenken der vorhandenen Organisationsstrukturen rechtfertigen. So zwingt etwa die Teilnahme der Bundesantalt an den Forschungsprogrammen der Europäischen Union zu akzentuierteren Schwerpunktsetzungen bei den zu bearbeitenden Forschungsthemen unter Berücksichtigung einer Arbeitsteilung auf nationaler und internationaler Ebene.

Das Jubiläumsereignis nehme ich daher zum Anlaß, ein klares Bekenntnis zur Forstlichen Bundesversuchsanstalt abzugeben. Österreich als klassisches Waldland mit einem Anteil des Waldes an der Gesamtfläche von 47% ist eines der am stärksten bewaldeten Länder Europas. Funktionierende Waldökosysteme haben in einem Hochgebirgsland wie Österreich einen hohen gesellschaftlichen und entscheidenden volkswirtschaftlichen Stellenwert. Österreich braucht ein leistungsfähiges Waldforschungszentrum, eine leistungsfähige Forstliche Bundesversuchsanstalt, die in zeitgemäßer Art auf die Informationsbedürfnisse reagiert und laufend neue fachliche Erkenntnisse und Entscheidungsgrundlagen für die Politik erarbeitet.

Ich nehme zugleich die Gelegenheit wahr, mich bei der Leitung und Mitarbeitern der Forstlichen Bundesversuchsanstalt für das hohe Engagement, das sie tagtäglich zum Wohle unseres Waldes setzen, recht herzlich zu bedanken.

Mag.Wilhelm Molterer, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft


1999-06-22 (LinR/FeiH) , Index | Forschung | Publikationen