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Forstgenetik


Forstgenetik

Hauptaufgabe des Instituts für Forstgenetik an der FBVA ist die Erforschung der genetischen Grundlagen forstlicher Baumarten. Besonderes Gewicht liegt auf der Untersuchung der genetischen Vielfalt, da diese die wichtigste Voraussetzung für Anpassungsprozesse der Waldbaumarten ist. Nur wenn Bäume aufgrund ihrer genetischen Anlagen fähig sind, auf unterschiedliche Standortsbedingungen, wie Boden, Klima, Streßfaktoren etc., ausreichend zu reagieren, ist die Stabilität von Beständen und Ökosystemen gesichert. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Provenienzforschung. Dabei werden, hauptsächlich durch vergleichende Beobachtung auf ausgewählten Versuchsflächen über lange Zeiträume, an die jeweiligen Standorte gut angepaßte Herkünfte der einzelnen Baumarten ermittelt. Besondere Beachtung finden die Umstände, die sich für die österreichische Forstwirtschaft aus den alpinen Verhältnissen des Landes ergeben. Die Versuchsergebnisse der Provenienzforschung unterstützen einerseits die forstliche Praxis und dienen andererseits als Grundlage für Erhaltungsmaßnahmen forstlicher Genressourcen.

Im Laufe der letzten 25 Jahre haben sich sowohl die Problemstellungen als auch die Methoden des Forschungsbereiches, der bis Ende 1993 unter dem Namen "Forstpflanzenzüchtung und Genetik" zusammengefaßt war, stark erweitert.

Bis zum Beginn der achtziger Jahre prägten ausschließlich traditionelle Methoden die Untersuchungen: Anbau von verschiedenen Baumarten, Herkünften und Sorten auf Freilandversuchsflächen mit unterschiedlichen Standorten. Aus den Beobachtungen und Messungen verschiedenster Merkmale schloß man auf die Angepaßtheit an die jeweiligen Umweltverhältnisse bzw. erhielt man durch Vergleich von gezielt gestreuten Versuchsanlagen mit denselben Herkünften Hinweise auf deren Anpassungsfähigkeit. Die makrovegetative Vermehrungsmethode mittels Stecklingen wurde vor allem bei der Fichte erprobt und spezielle Fichtenklone erzeugt, die besonders für Hochlagenaufforstungen geeignet sind. Auf Freilandversuchsflächen an der Waldgrenze werden solche Klone getestet.

1980 wurden drei Klimakammern angeschafft, in denen verschiedene Umweltbedingungen simuliert werden können. In der Folge entwickelte man eine Frühtestmethode, die in relativ kurzer Zeit Aussagen über die Angepaßtheit einzelner Fichtenherkünfte an die Bedingungen in verschiedenen Seehöhenstufen ermöglicht.

Ausgelöst durch die Energiekrise begann 1981 ein kurzfristiges Schwerpunktprogramm mit Untersuchungen zur Produktion forstlicher Biomasse in kurzen Umtriebszeiten. Als Folge der Befürchtungen in Hinblick auf neuartige Waldschädigungen und möglicherweise immer stärkere Immissionen wurde 1983 gemeinsam mit dem Institut für Waldbau das Gemeinschaftsprojekt G6 "Maßnahmen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der österreichischen Wälder" gestartet. Dieses Projekt umfaßt neben der Erhaltung der genetischen Vielfalt auch die Sicherung forstlicher Genressourcen.

1988 wurde die Abteilung für Biologische Holzforschung aus personellen Gründen aufgelassen. Zu Anfang der neunziger Jahre kam zu den genannten neuen Untersuchungsbereichen noch die Problematik der vorhergesagten Klimaveränderung, des "global change", hinzu, die eine Arealverschiebung ganzer Baumarten zur Folge haben könnte. Maßnahmen auf der Basis genetischer Erkenntnisse sollen deren Auswirkungen auf den österreichischen Wald abfangen.

Um diesen neuen Aufgabenstellungen gerecht zu werden, ohne frühere Aufgaben, welche für die heutige Forstwirtschaft noch immer von Bedeutung sind, aufzugeben, wurde das Institut mit Abschluß der Neuorganisation der FBVA Ende 1993 umstrukturiert. Es wurde von "Institut für Forstpflanzenzüchtung und Genetik" in "Institut für Frostgenetik" umbenannt. Mit dem Ziel einer größeren Flexibilität und besseren Nutzung der Personalressourcen wurden viele kleinere Forschungsvorhaben zu wenigen größeren Projekten zusammengefaßt. Außerdem wurde für die populationsgenetischen Arbeiten, die bereits ab Mitte 1992 am Institut durchgeführt wurden, eine neue Abteilung für "Populationsgenetik" eingerichtet. Mit dieser wurde ein entscheidender Schritt in Richtung moderne genetische Forschung mit biochemisch-genetischen Methoden getan. Genetische Untersuchungsmethoden auf der Basis der Isoenzym- und DNA-Analytik liefern jetzt nicht nur Auskünfte über die genetische Variation von Populationen, sondern es werden auch andere wichtige genetische Kenngrößen erarbeitet. Ergebnisse dieser Untersuchungen werden zur Beratung der forstlichen Praxis in bezug auf Samenbeerntungen, Verjüngungsverfahren und Durchforstungsmethoden herangezogen sowie zur Ergänzung der Ausweisung von Herkunftsgebieten und zur Kontrolle des Saatgut- und Pflanzenverkehrs.

Karte "Genetische Inventur"

1992 startete eine österreichweite genetische Inventur (GIO) der wichtigsten forstlichen Baumarten wie Fichte, Lärche, Tanne und Buche, um die genetische Diversität in verschiedenen Populationen zu untersuchen und um über zeitlich bedingte genetische Veränderungen und über die nacheiszeitlichen Rückwanderwege Informationen zu erhalten.

Seit dem Beitritt Österreichs zur EU nimmt die europäische Zusammenarbeit in Form von EU-Projekten am Institut für Forstgenetik breiten Raum ein.

Die Ergebnisse der Untersuchungen vor allem der traditionellen, aber auch der neueren Art fanden und finden in Form von Verwendungsempfehlungen von Herkünften und Baumarten ihren Weg zur forstlichen Praxis. Weiters liefert das Institut zahlreiche Publikationen, Tagungsbeiträge und Fachartikel.

Vor allem von der Kombination der bis Ende der achtziger Jahre üblichen Forschungsmethoden mit jenen auf Basis biochemischer Analysemethoden wird zukünftig eine fruchtbringende Vorgangsweise für die Bewältigung anstehender Fragekomplexe erwartet.

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Projekte und Arbeiten 1975 bis 1999

(chronologisch geordnet nach Projektbeginn)

Herkunfts- und Rassenforschung bei der Zirbe

P/II/1
Laufzeit bis 1977, Leiter K. Holzer

Zielsetzung des Projekts war es, Grundlagen für die Aufforstung in Hochlagen sowie für die Hebung der derzeitigen Waldgrenze und des höher gelegenen Wirtschaftswaldes zu erarbeiten.

1976 berichtete K. Holzer beim XVI. IUFRO-Weltkongreß , daß die Selektion besonders geeigneter Bäume und Herkunftsversuche Hauptaufgabe der Züchtungsarbeit zur Verbesserung des Baumwachstums in hohen Lagen sind und daß Bastardisierung bei der Erzielung besseren Wachstums, Angepaßtheit an das Klima und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten Erfolg verspricht. Gefährlich für die Zirbenaufforstung sind außer klimatischen Beanspruchungen auch einige Pilzerkrankungen.

Holzer K., 1975, Genetics of Pinus cembra L., Annales Forestales, Zagreb, Vol.6, Nr.5, S. 139-158

Holzer K., 1976, Breeding Haploxylon Pines for subalpine regions, International Union of Forest Research Organizations, XVI IUFRO World Congress, Division II, Forest Plants and Forest Protection, As-NLH, Norway, S. 216-227


Frühtestforschung - vorwiegend bei Fichte, Douglasie, Lärche

Bis 1984: Frühtestforschung vorwiegend bei Fichte (genetisch, physiologisch, morphologisch, Wachstumsuntersuchungen)

P/II/3, ab 1994 P/2/3

Ab 1990 mit Teilen des früheren Projekts P/II/19
Laufzeit ab 1957 langfristig, Leiter K. Holzer, ab 1990 U. Schultze

Das Projekt hat in den mehr als vierzig Jahren Laufzeit inhaltliche Abänderungen bzw. methodische Anreicherungen erfahren. Anfangs hatte es im wesentlichen zwei Ziele: Untersuchungen von Möglichkeiten zur Frühbeurteilung von Einzelbäumen und Herkünften vorwiegend bei Fichte sowie die Analyse der Höhengliederung des montanen Fichtenwaldes, vor allem im Zusammenhang mit den Gesamtuntersuchungen in den Seetaler Alpen. Geplanter Abschluß des Projekts war vorerst 1987. Erst später erfolgte eine Einbeziehung weiterer Baumarten wie Lärche und Douglasie bzw. kamen Frühtests zur Beurteilung des voraussichtlichen Verwendungsbereiches dieser Baumarten hinzu. Ab 1988 plante man das Projekt langfristig, da die Zielrichtung erweitert und die Klimakammerergebnisse durch Anlage von Freilandversuchsflächen (siehe P/II/7 "Fichtenprovenienzversuche") überprüft wurden, was eine mittel- bis langfristige Beobachtung mit sich brachte. Außerdem wollte man Versuchstechniken für die Prüfung zusätzlicher Baumarten entwickeln. Auch die Klimakammertestung zur Überprüfung und Identifizierung der laufend beernteten anerkannten Saatguterntebestände wurde nun diesem Projekt zugeordnet.

Derzeit besteht das Projekt aus drei Teilen:

Zu den Klimakammertests kam ab 1997 methodisch die Verknüpfung mit biochemischen Markern zur Optimierung der Frühtestung. Die Arbeiten des Instituts zum Gemeinschaftsprojekt G6 „Erhaltung der genetischen Vielfalt“ sowie G3 „Höhenprofile Achenkirch“ werden ebenfalls im Rahmen dieses Projekts durchgeführt.

Holzer K., Die Kulturkammertestung zur Erkennung des Erbwertes bei Fichte (Picea abies (L.) Karsten), Teil 1-5, Centralblatt f. d. ges. Fw. , Wien: 1977, 94 (3), S. 129-147; 1978, 95 (1), S. 30-51; 1979, 96 (3), S. 129-144; 1981, 98. (2), S. 65-87; 1992, 109 (1), S. 29-48

Holzer K., 1988, 6.-8.Oktober 1988, Kongreßhaus Innsbruck, FBVA-Berichte 28/1988, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 72 S.

Müller F., Schultze U., 1996, Einfluß einer Korngrößensortierung auf Frühtestmerkmale und Sämlingsentwicklung von Nachkommenschaften aus Fichten-Saatguterntebeständen unterschiedlicher Seehöhe, Centralblatt f. d. ges. Fw., 113 (3/4), S. 155-174

Schultze U., 1998, Untersuchung der Angepaßtheit von Fichten-Sämlingen an die Seehöhe, FBVA-Berichte 103/1998, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 46 S.

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Vegetative Vermehrung, Propf- und Sonderverfahren bei vegetativ sehr schwierig vermehrbaren Holzarten. Pfropfungen oder Absteckungen vonPlusbäumen

P/II/4
Laufzeit 1964 bis 1975, Leiter L. Günzl, 1969 bis 1970 L. Günzl und K. Holzer, ab 1971 K. Holzer

Im Rahmen des Projekts wurden vegetative Vermehrungsmethoden für Baumarten oder Sorten, die normalerweise nicht oder nur sehr schlecht vegetativ vermehrt werden können, erarbeitet. Die Arbeiten des Projekts dienten auch der Verstärkung der Erhaltungsplantage und der Vorbereitung einer gezielten Samenplantage.

Für forstklimatologische, forstökologische und physiologische Prüfungen von Fichtenklonen wurden Fichtenstecklinge in Verbindung mit Höhenrassen angezogen.

Das Projekt endete mit einer Aufnahme der von der Außenstelle für subalpine Waldforschung in verschiedenen Höhenlagen ausgepflanzten vegetativ vermehrten Fichten. In einer Dissertation wurden deren physiologische Merkmale ausgewertet.

Ein Teil der Arbeiten wurde nach 1975 im Rahmen von P/II/20 weitergeführt.

Lechner F., 1975, Austrieb und Zuwachs in verschiedenen Höhenlagen, sowie Photosynthese von unterschiedlichen Klonen der Fichte, Dissertation, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, 117 S.


Pappel- und Weidensortenprüfung

Bis 1976: Pappelsortenprüfung, Pappel- und Baumweidenanerkennung

1977 bis 1991: Pappelsortenprüfung, Pappelanerkennung

Ab 1992 zusammengefaßt mit P/II/6 und T/II/1 (Überprüfung von Pappel- und Weidengärten)

P/II/5, ab 1994 P/2/5
Laufzeit 1964 bis 2010, Leiter L. Günzl, ab 1992 H.D. Raschka

Pappelsortenversuch

Langjährige Arbeiten und Vergleichsanbauten auf Versuchsflächen unterschiedlicher Standorte ermöglichten zahlreiche Empfehlungen erfolgversprechender Pappelsorten für die forstliche Praxis. In den letzten Jahren führten die Arbeiten im Rahmen dieses Projekts auch zur Anerkennung von vier neuen Pappelsorten in Österreich, was das Spektrum der für die Forstwirtschaft zur Verfügung stehenden Spitzensorten stark erweiterte.

In Fachzeitungen und Exkursionsführern wurden für die forstliche Praxis interessante Untersuchungesergebnisse und Empfehlungen zusammengefaßt.

Günzl, L., 1989, Beurteilung von Pappel-Neusorten in Österreich, in: Recent developments in Poplar Selection and Propagation Techniques, Proceedings, Meeting of the IUFRO Working Party S2.02-10, Hann.Münden, BRD, October 2-6, 1989, S. 55-67

Weiters zu den Projekten P/II/5, P/II/7, P/II/15, P/II/17

Günzl, L. , Raschka, H.D., 1979, Exkursionsführer Wienerwald-Lärche, Fichten-Provenienzversuche, Pappel-Sortenversuche, Douglasien-Herkunftsversuche, Tagungsmappe der Arbeitsgemeinschaft für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung, Wien, 18.-22.9.1979, S. 1-21

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Baumweidenklonprüfung und Pionierweidensortenprüfung

P/II/6

Ab 1992 in P/II/5 enthalten
Laufzeit 1964 bis 1991, Leiter L. Vieghofer, ab 1978 H.D. Raschka

Das Projekt bestand in der Prüfung von Weiden auf ihre Eignung als Wildäsungsangebot, für die Grünverbauung, für vernäßte Standorte im Auwald und für landwirtschaftliche Grenzertragsböden.

Günzl L., Raschka H.D., 1980, Bisherige Ergebnisse aus Baum- und Strauchweiden-Sortenversuchen. Holzertrag, Böschungssicherung, Wildäsung und forstliche Biomasseerzeugung, Der Land- und Forstwirtschaftliche Betrieb, 29 (12), S. 157-160


Kern- und Splintholz bei der Rotbuche

P/II/11
Laufzeit 1964 bis 1981, Leiter H. Krempl

Unterschiede der technologischen Eigenschaften zwischen Kern- und Splintholz bei Buche standen im Zentrum des Projekts. Das Projekt endete 1981 mit der Feststellung, daß sich signifikante Unterschiede der Darrdichtewerte des Rotbuchenholzes zwischen Kalkstandorten und der Flyschzone ergeben.


Provenienzversuche

Bis 1991: Fichtenprovenienzversuche

Ab 1992 zusammengefaßt mit P/II/15, P/II/17, P/II/18, P/II/23, F/II/3

P/II/7/ab 1994 P/2/7
Laufzeit ab 1965 langfristig, Leiter L. Günzl, ab 1992 U. Schultze

Abies grandis Veruschsfläche

Fichtenprovenienzversuche sollen Aussagen über die Eignung von Herkünften für unterschiedliche Standorte ermöglichen. Bis 1990 wurde ausschließlich die Bewertung guter und schlechter Vererber bei anerkannten Fichtenherkünften untersucht. In der Folge kam mit der Fichtenherkunftsprüfung die Kontrolle der Frühtestergebnisse aus der Kulturkammer hinzu. Dabei sollten nicht nur diese Ergebnisse in langjährigen Freilandversuchen überprüft werden, sondern es sollte auch die Standortsamplitude von Fichtenherkünften erfaßt werden.

Ab 1992 wurde das Projekt mit anderen Untersuchungen zusammengelegt und sämtliche Herkunftsversuche, auch solche mit anderen Baumarten, darin zusammengefaßt.

Die Ziele des Projekts sind

Während früher ein Hauptaugenmerk auf die Prüfung von Herkünften und Klonen auf ihre Hochlageneignung gelegt wurde, ist seit einigen Jahren ein Schwerpunkt die Prüfung von Laubbaumarten und ihren Herkünften. Speziell für Standorte, die im Grenzbereich des Vorkommens heimischer Baumarten liegen, wie das im Osten Österreichs vielfach der Fall ist, werden auch ausländische Baumarten auf ihre Eignung für forstliche Zwecke geprüft.

Schultze U., 1987, Wachstum von Fichten- und Lärchenherkünften in den ersten 5 Jahren auf Versuchsflächen, in: Forum Genetik-Wald-Forstwirtschaft, Bericht über die 5. Arbeitstagung vom 6. Bis 8. Oktober 1987, FBVA-Berichte 28/1988, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 129-140

Schultze U., 1990, Polnische Fichtenherkünfte in Österreich, Österreichische Forstzeitung, Wien, 101 (12), S. 21-23

Schultze U., Raschka H.D., 1992, Neues aus der Douglasienforschung, Österreichische Forstzeitung, Wien, 103 (7), S. 23

Zu P/2/7 bzw. zu P/II/18

Schultze U., 1991, Die griechische Tanne - eine forstlich noch unbekannte Baumart, Der Förderungsdienst, Wien, 39 (9), 3. Umschlagseite

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Holztechnologische Untersuchungen an Fichtenholz

P/II/14
Laufzeit 1966 bis 1983, Leiter H. Krempl

Das Projekt hatte die Erfassung von holztechnologischen Merkmalen zum Ziel, wobei auch die Streuung des Spätholzanteiles und Zusammenhänge mit dem Standort untersucht wurden. Die Arbeit wurde 1983 mit einer Publikation über das "Gewicht des Fichtenholzes in Österreich" abgeschlossen.

Krempl H., 1983, Gewicht des Fichtenholzes in Österreich, Holzrundschau, 39 (873/874), S. 166-170


Douglasienprovenienzversuche

P/II/15, ab 1992 in P/II/7 enthalten
Laufzeit 1967 bis 1991, Leiter L. Günzl

Douglasienherkunftsversuche haben das Ziel, die für Österreich am besten geeigneten Provenienzen herauszufinden. Die Arbeiten stehen in Verbindung mit den internationalen Douglasienprovenienzversuchen der IUFRO. Zu diesem Thema wurden zahlreiche Exkursionsführer, Verwendungsempfehlungen und Tagungsberichte verfaßt.

Günzl L., Kohl A., 1975, Erfolgreicher Douglasienanbau - eine Frage der richtigen Herkunftsfindung, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 86 (3), S. 17-20

Zu den Projekten P/II/5, P/II/7, P/II/15, P/II/17

Günzl L. , Raschka H.D., 1979, Exkursionsführer Wienerwald-Lärche, Fichten-Provenienzversuche, Pappel-Sortenversuche, Douglasien-Herkunftsversuche, Tagungsmappe der Arbeitsgemeinschaft für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung, Wien, 18.-22.9.1979, S. 1-21


Qualität und Rohdichte des österreichischen Fichtenholzes

P/II/16
Laufzeit 1969 bis 1983, Leiter H. Krempl

Der Zusammenhang zwischen Wuchsgebiet, Seehöhe und Rohdichte wurde untersucht sowie Bestimmungen der Darrdichte an Fichtenbohrkernen und Gewichtsbestimmungen durchgeführt.

Krempl H., 1977, Gewicht des Fichtenholzes in Österreich, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 88 (4), S. 76-81


Nachkommenschaftsprüfung und Provenienzvergleiche bei der Lärche

P/II/17
Ab 1992 in P/II/7 enthalten
Laufzeit 1971 bis 1991, Leiter L. Günzl

Für die forstliche Praxis wurden Lärchenherkünfte mit überdurchschnittlicher Zuwachsleistung und positiven waldbaulichen und Resistenzeigenschaften ermittelt.

Zu den Projekten P/II/5, P/II/7, P/II/15, P/II/17

Günzl L., Raschka H.D., 1979, Exkursionsführer Wienerwald-Lärche, Fichten-Provenienzversuche, Pappel-Sortenversuche, Douglasien-Herkunftsversuche, Tagungsmappe der Arbeitsgemeinschaft für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung, Wien, 18.-22.9.1979, S. 1-21


Anbauversuche mit den Tannenarten Abies grandis und Abies cephalonica

LAUFZEIT 1976 bis 1991, Ab 1992 in P/II/7 enthalten, Leiter L. Günzl, ab 1977 L. Günzl und K. Holzer

Der Anbau der raschwüchsigen Abies grandis wurde zur Aufwertung ertragsschwacher Laub- und Nadelholzstandorte für silikatische Standorte im Anbaugrenzbereich der Fichte erprobt. Für Kalkstandorte mit geringem Niederschlag, z.B. Schwarzkiefernstandorte, legte man Versuchsflächen mit Abies cephalonica, der griechischen Tanne, an.

Zu P/2/18 bzw. zu P/2/7

Holzer K., Schultze U., 1989, Die griechische Tanne als Ersatzbaumart im sommerwarmen Osten, in: Anbau fremdländischer Baumarten im Lichte der gegenwärtigen Waldschäden, Schriftenreihe des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Reihe A, Angewandte Wissenschaft, Münster/BRD, Heft 370, S. 220-243

Schultze U., 1991, Die griechische Tanne - eine forstlich noch unbekannte Baumart. Der Förderungsdienst, Wien, 39 (9), 3. Umschlagseite

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Vegetative Vermehrung von Hochlagen- und Plusherkünften

P/II/19
Ab 1986 mit den Arbeiten von P/II/20 und P/II/23a)

Ab 1990 in P/II/3 und P/II/23 enthalten
Laufzeit 1976 bis 1989, Leiter K. Holzer

Geprüfte Hochlagen- und andere Plusherkünfte der Fichte wurden in Hinblick auf eine Verbesserung der Pflanzenversorgung für Hochlagenaufforstungen und auf eine Ertragssteigerung auf leistungsfähigen Standorten vermehrt. 1978 wurde das Projektziel auf Vermehrung von Fichten mit Resistenzeigenschaften, z.B. für Immissionsgebiete, ausgeweitet. Bei Untersuchungen in den Immissionsgebieten Ranshofen/OÖ und Arnoldstein /Ktn. wurde mit den Österreichischen Bundesforsten und der Universität für Bodenkultur zusammengearbeitet.

Ab 1985 wurden auch die Arbeiten von P/II/20 „Physiologische, forstökologisch-klimatische Prüfung von Fichten-Stecklingen“ im Rahmen des Projekts weitergeführt. In diesem Jahr wurden 82.700 Fichtenstecklinge im Sprühnebel-Glashaus des Versuchsgartens Mariabrunn abgesteckt, die zur Prüfung und Vermehrung von Hochlagenherkünften herangezogen wurden. Klone aus den Immissionsräumen Ranshofen, Lenzing und Arnoldstein wurden in die vegetative Vermehrung aufgenommen. Auch die älteren Stecklingsserien wurden weitergeführt. Im Jahresbericht 1986 findet sich ein ausführlicher Bericht über den Stand und die Problematik der Fichtenstecklingsvermehrung.

Holzer K., Schultze U., Pelekanos V., Müller F., 1986, Stand und Problematik der Fichten-Stecklingsvermehrung, Jahresbericht der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1986, Wien, S. 89-95


Physiologische, forstökologisch-klimatische Prüfung von Fichten-Stecklingen

P/II/20
Laufzeit 1976 bis 1985, Ab 1986 bei P/II/19, Leiter K. Holzer

Die Auspflanzung verschiedener Fichtenklone in verschiedenen Höhenlagen hatte Hinweise auf die physiologische und forstökologische Eignung zum Ziel. Weiters sollte ein Zusammenhang mit Jugendtestergebnissen hergestellt werden.

Zusammenarbeit bestand mit dem Projekt P/IX/34 "Physiologische Analyse von Provenienzen und Klonen" der Außenstelle für subalpine Waldforschung.

Holzer K., Tranquillini W., Zwerger P., 1982, Über das Wachstum von Fichtenklongruppen in verschiedener Seehöhe, Informationsdienst der Forstlichen Bundesversuchsanstalt Nr. 213, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 93 (9), S. 237-341


Spätholzbildung bei Fichte (Tanne, Lärche, Kiefer)

P/II/21
Laufzeit 1977 bis 1984, Leiter H. Krempl

Der Beginn und das Ende der Spätholzbildung, der Einfluß des Baumalters, des Klimas, des Bodens und des geologischen Untergrundes auf die Holzbildung waren Thema dieser Untersuchung.

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Bearbeitung der Zirbe mit dem Nachweis geeigneter Herkünfte (Einzelbaumnachkommenschaften) für die Hochlagenaufforstung

P/II/22
Laufzeit 1978 bis 1989, Ab 1990 in P/II/23 enthalten, Leiter K. Holzer

Dieses Projekt diente der Bearbeitung des internationalen Zirbenherkunftsversuchs mit 36 Herkünften und der Weiterbetreuung alter Zirbenversuche.

Über die im Rahmen einer Versuchsserie der IUFRO-Arbeitsgruppe "Züchtung mit fünfnadeligen Kiefern" angelegte Versuchsfläche im Irenental konnte Holzer 1986 berichten, daß die fünfnadeligen Kiefern trotz Gefahr einer Schädigung durch den Blasenrost in den voralpinen Tieflagen einen beachtlichen Zuwachserfolg aufweisen.

Über die Erfahrungen mit Zirbenpfropfungen aus drei Jahrzehnten berichtete Holzer 1989.

Holzer K., 1986, First results of a small provenance trial with Pinus strobus and P. strobiformis near Vienna, Proceedings 18 th IUFRO World Congress, Division 2, Ljubljana (1), S. 23-29

Holzer K., 1989, Drei Jahrzehnte Erfahrungen mit Zirbenpfropfungen, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien, 106 (2), S. 79-88


Hochlagenprovenienzforschung

Ab 1981: P/II/23
Ab 1986 P/II/23a) zu P/II/19
Ab 1990 mit Teilen von P/II/19 und P/II/12
Ab 1992 in P/II/7 enthalten

Laufzeit 1979 bis 1991, Leiter K. Holzer, ab 1981 K. Holzer und U. Schultze, ab 1985 U. Schultze

Herkünfte und Einzelbäume wurden auf ihre Hochlageneignung überprüft, um angepaßte Nachkommen zu gewinnen und vermehren, was besonders für die Aufforstung im Bereich der obersten Waldzone wichtig ist. Dabei wurden auch Unterscheidungskriterien für die Verwendung in extremen Lagen der Baumgrenzbereiche, im Bereich der Waldgrenze zur Festigung der Schutzwirkung und im Hochlagenwirtschaftswald erarbeitet. Von den in Frage kommenden Baumarten Zirbe, Fichte und Lärche wurde besonders die Fichte intensiv erforscht. 1990 kam die Bearbeitung des internationalen Zirbenherkunftsversuches mit 36 Herkünften und die Weiterbetreuung alter Zirbenversuchem zu diesem Projekt.

Holzer K., Schultze U., Ohene-Coffie F., 1991, Vegetative Vermehrung von Fichte für Hochlagenaufforstungen. Physiologische und phänologische Probleme der Anpassung, FBVA-Berichte 59/1991, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 64 S.


Versuche für die Produktion forstlicher Biomasse – Kurzumtriebsversuche

P/II24, ab 1994 P/2/24
Laufzeit 1981 bis 1995, Leiter L. Günzl, ab 1992 H. Krempl, ab 1993 H.D. Raschka

Zwischen 1981 und 1995 wurde die Biomasseproduktion raschwüchsiger Robinien-, Pappel- und Weidensorten im 5- und 10-15jährigem Umtrieb untersucht. Ab 1993 wurden die Versuchsflächen mit Robinie dem Institut für Waldbau übertragen. Die Versuchsergebnisse zeigen, daß sich für die Bewirtschaftung in kurzen Umtrieben nur Sorten mit einer hohen Jugendwuchsleistung, einer breiten Standortstoleranz und einem guten Regenerationsvermögen eignen. Diese genetischen Anlagen weisen vor allem Balsampappeln und deren inter- und intrasektionelle Arthybriden auf.

Raschka H.D., 1997, Forstliche Biomasseproduktion im Kurzumtrieb,

Abschlußbericht des Forschungsprojekts P/2/24 "Versuche für die Produktion forstlicher Biomasse-Kurzumtriebversuche", FBVA-Berichte 97/1997, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 29 S.

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Qualität des Douglasienholzes in Österreich

P/II/25
Laufzeit 1984 bis 1991, Leiter H. Krempl

Die Qualität österreichischen Douglasienholzes, besonders Vergleiche der Holzstruktur, Spätholzanteile und Feststellung der zeitlichen Bildung des Spätholzes standen im Zentrum des Projekts sowie die Feststellung der unterschiedlichen Ästigkeit und ihrer Ursachen.


Farbfehler im Eichenstammholz

P/II/26
Laufzeit 1984 bis 1988, Leiter H. Krempl

Das Projekt ging der Frage nach, ob Rotverfärbungen im Eichenkernholz dessen Qualität vermindern oder, ob eine ursächliche Beziehung zu Standort, Klima oder waldbaulicher Behandlung vorliegt. Es zeigte sich, daß das "rote Eichenkernholz" keine Verminderung der Schlagbiegefestigkeit zeigt und im Streubereich der Werte für normales Eichenkernholz ohne Rotfärbung liegt. Druckfestigkeit, Rohdichte sind ebenfalls im Streubereich von normalen Eichenkernholz, die Struktur wird nicht beeinflußt und die Bearbeitung des Holzes nicht beeinträchtigt.

Krempl H., 1989, Schlagbiegefestigkeit von durch Fistulina hepatica (Schaeff.) ex Fr. verfärbten Eichenholz, Holz - Forschung - Verwertung, Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Holzforschung, Nr. 4, S. 62-66


Weißkiefern

F/II/1
Ab 1994 P/2/28
Laufzeit 1985 bis 1993, Leiter V. Pelekanos

Ziel der Arbeit war die Prüfung von Einzelbaumnachkommenschaften sowie Herkünften mit besonderen Eigenschaften.


Edellaubhölzer

F/II/2
Laufzeit 1985 bis 1987, Leiter L. Günzl

Die Arbeiten beschäftigten sich mit Ulme, Wildkirsche und Bergahorn. In bezug auf die Ulme erfaßte man Baumgruppen und Einzelbäume und sammelte und vermehrte Ausgangspflanzen, die bisher eine hohe Widerstandskraft gegenüber dem "Ulmensterben" gezeigt hatten. In bezug auf Wildkirsche und Bergahorn sollten wertvolle Herkünfte bzw. Klone gesammelt und deren Nachkommenschaften zur Aufwertung österreichischer Waldstandorte geprüft werden. Das Projekt wurde 1987 eingestellt.


Arbeiten zur Durchführung von Vergleichsprüfungen für die Zulassung von Ausgangsmaterial, das zur Erzeugung von "geprüftem Vermehrungsgut" bestimmt ist (gem. Verordnung über forstliches Vermehrungsgut 1996, Anhang VI)

Bis 1991: Überprüfung von Pappel- und Weidengärten

1992 bis 1996: Arbeiten zur gutachtlichen Beurteilung des Ausgangsmaterials für forstliches vegetatives Pflanzgut

T/II/1, ab 1994 T/2/1
Laufzeit 1985, Leiter L. Günzl, ab 1993 H.D. Raschka

Von 1985 bis 1991 umfaßte die Tarifarbeit die Erstellung von Gutachten für die Anerkennung von vegetativem Vermehrungsgut gemäß Forstgesetz 1975, XI. Abschnitt und die Überprüfung von Pappel- und Weidengärten. Der zweite Teil der Tarifarbeiten wurde ab 1992 im Rahmen von P/II/5 "Pappel- und Weidensortenprüfung" durchgeführt.

Ab 1997 brachte die veränderte Gesetzeslage auch eine Veränderung der Arbeiten mit sich. Es handelt sich bei der Tarifarbeit nun um die Beiziehung von Vergleichprüfungen für die Zulassung von Ausgangsmaterial für geprüftes Vermehrungsgut und Erstellung von Gutachten.


Baumartenversuch mit verschiedenen Herkünften und Sorten im Rauchschadensgebiet

F/II/3
Ab 1992 in P/II/7 enthalten
Laufzeit 1986 bis 1991, Leiter L. Günzl

Durch Beobachtungen versuchte man festzustellen, welche Baumarten bzw. welche Herkünfte und Sorten Immissionsbelastungen am besten ertragen können.

Eine Überprüfung der Versuche, die dem Überleben der letzten Ulmenvorkommen dienten, zeigte 1991, daß auf einer Versuchsfläche das Rotwild ein Aufkommen der Ulmen verhinderte, auf anderen Flächen die Ulmen sich jedoch gut entwickelten.


Holzqualität amerikanischer Tannenarten

F/II/5
Laufzeit 1991 bis 1993, Leiter H. Krempl

Im Rahmen einer Literaturstudie wurden Arbeiten über die Holzqualität nordamerikanischer Tannenarten zusammengestellt.

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Untersuchungen von Waldbeständen mit genetisch-biochemischen Methoden

P/2/27
Laufzeit ab 1993 langfristig, Leiter Th. Geburek

Das genetische Anpassungspotential heimischer Waldbaumarten wird mit modernen biochemisch-genetischen Labormethoden untersucht. Genetische Variation ist für das Überleben der Bäume bei veränderten Umweltbedingungen und Belastungen - seien es Luftverunreinigungen oder Klimaänderungen - entscheidend. Im Rahmen einer genetischen Inventur Österreichs (GIO) wurde bisher die genetische Zusammensetzung der forstlich bedeutsamen Baumarten Fichte, Tanne, Lärche und Buche untersucht.

Zu diesem Zweck werden von geeigneten Waldbeständen Knospen und Samen gewonnen. Im Labor analysiert man die in den Pflanzen enthaltenen Eiweißstoffe (Isoenzyme) und das genetische Trägermaterial (DNA). Erste Ergebnisse bestätigten die Beobachtung, daß naturnahe Wälder einen großen Reichtum an genetischer Variation besitzen, die langfristig die Erhaltung der Art sichert. Diese Erkenntnisse fließen u.a. auch in das Gemeinschaftsprojekt G 6 „Maßnahmen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der österreichischen Wälder“ ein.

Geburek Th., Müller F., Schultze U. (Hrsg.), 1994, Klimaänderung in Österreich, Herausforderung an Forstgenetik und Waldbau, FBVA-Berichte 81/1994, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 113 S.


Weißkiefern

P/2/28
Bis 1993 als F/II/1 geführt.
Laufzeit ab 1994 langfristig, Leiter V. Pelekanos

Die Projektsarbeit besteht aus der Prüfung von Einzelbaumnachkommenschaften sowie Herkünften aus Samenplantagen und Beständen auf besondere Eigenschaften, z.B. Hochlageneignung, Geradschaftigkeit, Feinastigkeit etc.


Molekulargenetische Untersuchungen bei der Baumart Fichte

M/2/1
Laufzeit 1994 bis 1997, Leiter Th. Geburek

Die Mitarbeit beim Projekt "Identifizierung von Genotypen mit Hilfe molekularbiologischer Methoden" des österreichischen Forschungszentrums Seibersdorf bestand in der Bearbeitung populationsgenetischer Fragestellungen.

Drei Schwerpunkte wurden bearbeitet, nämlich die molekulargenetische Differenzierung in einzelnen Beständen, die molekulargenetische Differenzierung zwischen Beständen und die Erstellung einer Genkarte. Zum Teil konnte man dabei auf die im Rahmen von P/2/27 „Untersuchungen von Waldbeständen mit genetisch-biochemischen Methoden“ durchgeführten Arbeiten zurückgreifen.


Molekulargenetische Untersuchungen von Klonen und natürlichen Vorkommen der Schwarzpappel

P/2/29
Laufzeit 1996 bis 1997, Leiter B. Heinze

Im Rahmen des Projekts wurden molekulargenetische Methoden zur Identifizierung von Pappel-Klonen erarbeitet, um besonders die in Österreich anerkannten bzw. früher verwendeten Sorten unterscheiden zu können. Außerdem wurden Methoden zur Unterscheidung reiner einheimischer Populus nigra von Wirtschaftspappeln und Hybriden erarbeitet. Der Pappel-Jungwuchs in Augebieten wurde in Hinblick auf die genetische Gefährdung von Populus nigra durch Hybridisierung und Vermischung untersucht, um Aussagen zur genetischen Gefährdung von Populus nigra machen zu können.

Das derzeit geltende Vermehrungsschutzgesetz schreibt eine Getrennthaltung von Sorten bei der Anzucht vor. Pappeln in Forstgärten sind daher auf Sortenreinheit und Sortenidentität zu prüfen. Die im Zuge des Projekts erarbeiteten Methoden sind dafür besonders geeignet. Durch die verbesserte Reproduzierbarkeit ist auch die Anlage einer Identifizierungs-Datenbank möglich geworden, in der von jedem Klon die Daten der genetischen Marker gespeichert werden, um für zukünftige Untersuchungen die notwendigen Vergleichsdaten zur Verfügung zu haben.

Heinze B., 1998, Molekulargenetische Unterscheidung und Identifizierung von Schwarzpappeln und Hybridpappelklonen, FBVA-Berichte 105/1998, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, 44 S.

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Biodiversität in alpinen Waldökosystemen

P/2/30-EU1
Laufzeit 1997 bis 1999, Leiter Th. Geburek

Das Projekt ist ein von der EU gefördertes Forschungsvorhaben mit dem Gesamttitel "Biodiversity in Alpine Forest Ecosystems: Analysis, Protection and Management". Elf Institutionen verschiedener europäischer Länder sind an dem Projekt beteiligt. Ziel ist es, die Biodiversität innerhalb und zwischen den Hauptbaumarten alpiner Waldökosysteme zu erfassen. Eine Sammlung genetischer Daten soll zum besseren Verständnis über Funktionen und dynamische Abläufe in Ökosystemen beitragen und der forstlichen Praxis Erkenntnisse vermitteln. Weiters sollen Grundlagen für die Bereitstellung hochqualifizierten Vermehrungsgutes geschaffen und somit Populationen begründet werden, die besonders gut an künftige Umweltveränderungen angepaßt sind. Dieses Projekt setzt insbesondere die Resolutionen zur Erhaltung der Biodiversität in forstlichen Ökosystemen um.

Die Arbeiten der FBVA für das Projekt bestehen in einer genetischen Inventur der Baumarten Weißtanne und Fichte in drei Höhenstufen in Österreich.


Abschätzung der genetischen Variation im Vermehrungsgut der Rotbuche

P/2/31-EU1
Laufzeit 1997 bis 2000, Leiter Th. Geburek

Das Projekt ist ebenfalls ein von der EU gefördertes Forschungsvorhaben.

Der Titel des Gesamtprojekts lautet "Common Beech for Forestation and Diversification: Development of Forestation Techniques and Assessment of the Genetic Variation in Reproductive Material". 13 Institutionen aus verschiedenen europäischen Ländern sind beteiligt.

Das Forschungsprojekt soll neue Kenntnisse über das Vermehrungsgut der Rotbuche bringen, das für die Aufforstung ehemals landwirtschaftlich genutzter Flächen eingesetzt werden kann. Bisher sind Aufforstungsversuche mit Rotbuche aus mannigfaltigen Gründen häufig fehlgeschlagen.

Die FBVA koordiniert einen von vier Teilbereichen des Projekts und zwar den Teilbereich "Geographische Variation in Chloroplasten-DNA" . Dabei wird gemeinsam mit französischen, italienischen und griechischen Partnern eine genetische Inventur an Chloroplasten-Genmarkern im Verbreitungsgebiet der Buche durchgeführt. Ziel dieser Arbeiten ist es, die geographisch-genetische Variation in Chloroplasten-DNA zu erfassen und zu analysieren. Weiters sollen Informationen über die Wiedereinwanderungswege aus den eiszeitlichen Refugialgebieten gewonnen werden.


Molekulargenetische Untersuchungen an den Edellaubbaumarten Vogelkirsche und Bergahorn

P/2/32
Laufzeit 1998 bis 2002, Leiter B. Heinze

Bei Vogelkirsche sollen im Rahmen des Projekts die Befruchtungsverhältnisse in größeren Vorkommen - verglichen mit jenen bei Einzelbäumen - geklärt werden. Weiters wird die genetische Einheitlichkeit von Saatgut aus verschiedenen Erntejahren geprüft, nach molekulargenetischen Unterschieden zwischen Vogelkirschen- und Hauskirschenklonen gesucht und Plantagengut mit Bestandesbeerntungen derselben Herkunft verglichen.

Bei Bergahorn sucht man nach der genetischen Differenzierung der Vorkommen in Österreich je nach geographischer Lage und Höhenstufen und vergleicht die genetischen Strukturen von Klonen in Samenplantagen.

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1999-06-22 (LinR/FeiH)    Index | Forschung | Publikationen