Forstliche Bundesversuchsanstalt - Index

Museum für das forstliche Versuchswesen

Gebäude Mariabrunn

Das Gebäude in Wien-Hadersdorf, in dem sich das Museum der Forstlichen Bundesversuchsanstalt befindet, war in der Zeit von 1639-1829 ein Kloster. Das Museum hat in diesem historischen Gebäude - ein Baujuwel der Barockzeit - eine lange Tradition. Der Ursprung geht auf die Zeit der Forstlehranstalt (1813-1866) zurück, wobei in den Jahren der Forstakademie (1866-1875) Erweiterungen vorgenommen wurden. Nach 1945, bedingt durch die Kriegsschäden am Gebäude, geriet auch das Museum immer mehr in Vergessenheit.

Mit der Generalsanierung des Gebäudes (1989-1994) erwachte auch das Museum wieder zum Leben. Das Museum der Forstlichen Bundesversuchsanstalt beherbergt über 800 Exponate, darunter Kostbarkeiten wie Originaldokumente und -zeugnisse aus der Studienzeit Josef Ressels, dem Erfinder der Schiffsschraube.

Im Archiv sind viele Originalpublikationen aus den Anfängen der Forstforschung vorhanden, wie zum Beispiel Adlof Cieslars Studie über die Bedeutung der Provenienz des Saatguts bei der Erziehung von Fichte und Lärche. Eine vor hundert Jahren bahnbrechende Arbeit, weil Cieslar (1884 bis 1905 an der Versuchsanstalt) als erster die Berechtigung und Notwendigkeit der Beschäftigung mit der Provenienzfrage erkannte.

Weiters kann man spezielle Zuwachsautographen bewundern, mit deren Hilfe der Einfluß der Witterung auf den Baumzuwachs erforscht wurde. Die Harznutzung war der erste Forschungsauftrag der Versuchsanstalt, deshalb beherbergt das Museum Harznutzungsgeräte unterschiedlichster Ausführungen sowie Publikationen über die Auswirkung der Harzung auf den Zuwachs der geharzten Bäume.

Interessante Darstellungen der Bestockungs- und Beschirmungsverhältnisse (Kronenprojektionen aus dem Jahr 1889) von Durchforstungsversuchen gehören zum Besitz des Museums wie auch ausgewählte Blätter aus forstlich-meterologischen Studien. So liegen Ergebnisse über die Regenmengen, die von den Baumkronen verschiedener Holzarten zurückgehalten werden, sowie über die am Baumschaft abrinnenden Regenmengen vor. Die sehr liebevoll zusammengestellten alten Publikationen sind auch eine Freude für das Auge.

Xylothek

Eine sehr umfangreiche Holzsammlung mit über 1500 Holzarten und eine sehenswerte "Xylothek" von den wichtigsten Baumarten Österreichs laden zum Besuch des Museums ein, weiters mächtige Stammscheiben und die Originalstücke für die Arbeiten von Gabriel Janka über die "Härte des Holzes".

Die Entwicklung der Baummeßkluppe kann an Hand vieler Schaustücke verfolgt werden, darunter die preisgekrönte Baumkluppe von Emil Böhmerle. Aber auch altes Werkzeug für die vielfältigen Waldarbeiten , alte Äxte und die ersten Zugsägen (sogenannte "Schinderbleche") sind zu sehen.

Unter anderem finden sich auch kuriose Schaustücke, sei es die Steigleiter nach Friedrich (ein sogenannter "Baumfahrstuhl" ), ein sehr aufwendig erdachter Samensortierapparat, eine Präzisionsmeßkluppe mit Mikrometereinteilung für die Zuwachsmessung oder ein Bodeninjektor für die Bekämpfung von Schädlingen im Forstgarten.

Der Bogen der Schaustücke spannt sich von einer Revolutionsfahne aus dem Jahr 1848 bis hin zu historischen Ansichten von Mariabrunn in Gemälden, Aquarellen und Stichen.

Es sei auch erwähnt. daß die Instandsetzung und Restaurierung der alten Geräte wie auch die Einrichtung des Museums Mariabrunn im Haus erfolgt, wofür alte Möbelstücke des Hauses in der hauseigenen Tischlerei für den Museumszweck umgebaut und hergerichtet wurden.

Besucher

Besucher des Museums sind stets willkommen, es wird jedoch um Voranmeldung ersucht. Das Interesse ist so groß, daß keine Woche vergeht, in der nicht Führungen für angemeldete Gruppen durchgeführt werden.

Zum Schluß noch eine Bitte an alle, die alte Geräte und Unterlagen besitzen, die in einem direkten Bezug zum forstlichen Versuchswesen stehen und nicht mehr benötigt werden, oder falls daran gedacht wird, sich von diesen "alten Dingen" zu trennen: Nehmen sie Kontakt mit der FBVA auf, wenn Sie daran interessiert sind.

Ing. Johannes Ferenczy
Forstliche Bundesversuchsanstalt
Hauptstraße7
1140 Wien
Tel. +43-1-878 38 /2222
mailto: johannes.ferenczy@bfw.gv.at

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LinR/FerJ, 2001-10-24