| Ergebnisse der terrestrischen Kronenzustandserhebungen für das Jahr 2002 | ![]() |
Methoden und Ergebnisdarstellung
Die bundesweiten Erhebungen des Kronenzustandes sind in
das International Co-operative Programme on Assessment and Monitoring
of Air Pollution Effects on Forests (ICP-Forests) der United Nations Economic Commission for Europe (UN/ECE)
eingebunden. Nach der Definition des ICP-Forests, die auf drei Ebenen
(Levels) mit steigender Intensität der Untersuchungen aufbaut,
entspricht das Netz für die großräumig-systematischen Erhebungen des
Waldzustandes dem Level I.
Für alle EU-Mitgliedsländer sind, gemäß
der Verordnung des Rates zum Schutz der Wälder gegen
Luftverunreinigungen (VO 3528/86), jährliche Kronenzustandserhebungen
auf einem transnationalen Netz mit einer Rasterweite von 16x16km
obligatorisch. Diese Erhebungen werden von der Kommission
co-finanziert. Das transnationale Netz ist ein Subsample des nationalen
Netzes. Die Daten werden an das Programme Coordinating Centre (PCC)
übermittelt und in den gemeinsamen Waldzustandsbericht der UN-ECE und
der Europäischen Kommission eingebunden.
Die Aufnahmemethoden und Ergebnisdarstellung richten sich nach der im "Manual on Methods and Criteria
for Harmonized Sampling, Assessment, Monitoring and Analysis of the
Effects of Air Pollution on Forests" der UN/ECE (Hrsg. Programme
Coordinating Centre West, Hamburg, 4. Auflage 1998) vorgegebenen
Vorgangsweise.
Der
Nadel-/Blattverlust (NBV) der einzelnen Probebäume wird vor Ort in
5%-Stufen erfasst. Diese Einstufungen werden laut Manual zur
Darstellung der Ergebnisse zu fünf Klassen ("defoliation classes")
zusammengefasst, die folgendermaßen beschrieben sind:
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Bäume mit Nadel-/Blattverlusten
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Aufnahmeumfang
Im Jahre 2002 umfasst das nationale Netz 264 Probeflächen mit insgesamt 7029 Probebäumen. Das Subsample des transnationalen Netzes mit 133 Probeflächen und insgesamt 3503 Probebäumen entspricht dem europaweit einheitlichen Aufnahmenetz von 16x16 km.
Baumarten
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Die Probebäume des nationalen Netzes mit 260 Probeflächen verteilen sich nach Baumarten (gerundet) auf:
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Qualitätskontrolle
Zur Qualitätssicherung der Aufnahmen wird jährlich vor
Beginn der Feldarbeit ein einwöchiges gemeinsames Aufnahmetraining mit
allen beteiligten Taxatoren abgehalten. Das alljährliche internationale
Aufnahmetraining des ICP-Forests ist heuer aus organisatorischen
Gründen entfallen.
Auf rund 10% der Probeflächen wurden unabhängige Zweitaufnahmen durchgeführt.
Nutzungseingriffe und Mortalität
Von den in Beobachtung stehenden Probebäumen wurden
zwischen den Aufnahmen 2001 und 2002 insgesamt 2,8 % im Zuge von
Nutzungen entnommen. Die Entnahmen sind wohl überwiegend im Zuge der
normalen Waldbewirtschaftung erfolgt, die genauen Ursachen dafür sind
jedoch nicht bekannt.
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Seit der letzten Aufnahme sind zwölf Probebäume
abgestorben, d.h. diese wurden bei der diesjährigen Erhebung im Wald
stehend tot vorgefunden.
Dies entspricht einer Mortalitätsrate von
0,17%, der höchste Wert seit 1994. Die zwischen den jährlichen
Aufnahmen abgestorbenen und entnommenen Bäume können nicht erfasst
werden, deshalb könnte die Mortalitätsrate auch höher sein.
Mechanische Schäden und Verfärbung
| Im Zuge der jährlichen Kronenzustandserhebungen werden
auch mechanische Schädigungen an den Probebäumen erfasst. Rund 47% der
Probebäume weisen einen oder mehrere derartige Schäden auf. 49% der
Schäden sind durch Sturm, Schnee oder Eisanhang verursacht, 23% durch
menschliche Aktivitäten, wie Fällung oder Bringung, 8% sind
Schälschäden und 20% sind sonstige Schäden wie Blitzschlag oder
Steinschlag. Verfärbungen bzw. Vergilbungen wurden nur an 0.6% der Probebäume festgestellt. |
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Mistelbefall und Wasserreiserbildung
| Zwischen Mistelbefall und Kronenverlichtung besteht
ein statistisch signifikanter Zusammenhang. Bäume mit Mistelbefall
weisen einen höheren NBV auf als unbefallene. Von den Probebäumen sind
7% der Tannen, 9% der Kiefern und 11% der Eichen mit Misteln befallen. Wasserreiserbildung wurde an 26% der Tannen und an 38% der Eichen
festgestellt. Abgesehen von der Qualitätsminderung weisen diese Bäume
auch einen deutlich höheren NBV auf. |
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Kronenzustand für alle Baumarten
| Über alle Baumarten gerechnet zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr keine wesentliche Änderung des Kronenzustandes. Der mittlere NBV verringerte sich um 0.5-Prozentpunkte. Der Anteil der als "nicht verlichtet" definierten Verlichtungsstufe erhöhte sich um 2.5-Prozentpunkte, der Anteil der "leicht verlichteten" verringerte sich um 3-Prozentpunkte und jener der als "geschädigt" geltenden der Verlichtungsstufen "mittel und stark verlichtet/tot" erhöhte sich um 0.5-Prozentpunkte. |
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Kronenzustand der Hauptbaumarten
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Fichte Der Kronenzustand der Fichte hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum
verändert. Der mittlere NBV verringerte sich nur um 0.1-Prozentpunkte.
Der Anteil der "nicht verlichteten" Bäume nahm um 1.1-Prozentpunkte zu,
der Anteil der "leicht verlichteten" verringerte sich geringfügig um
1.4-Prozentpunkte und der Anteil der "geschädigten" Bäume erhöhte sich
um 0.3-Prozentpunkte. |
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Tanne Der Kronenzustand der Tanne hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verschlechtert. Der mittlere NBV erhöhte sich um 0.8-Prozentpunkte. Der Anteil der "nicht verlichteten" Probebäume verringerte sich um 0.8-Prozentpunkte, der Anteil der "leicht verlichteten" verringerte sich um 1.3-Prozentpunkte und der Anteil der "geschädigten" erhöhte sich um 2.1-Prozentpunkte. |
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Lärche
Der Kronenzustand der Lärche hat sich geringfügig verschlechtert.
Der mittlere NBV erhöhte sich lediglich um 0.3-Prozentpunkte. Der
Anteil der "nicht verlichteten" verringerte sich um 3.9-Prozentpunkte.
Als "leicht verlichtet" wurden um 2.7-Prozentpunkte mehr Bäume als im
Vorjahr eingestuft. Der Anteil der "geschädigten" Probebäume erhöhte
sich um 1.2-Prozentpunkte. |
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Kiefer Der Kronenzustand der Kiefer hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Der mittlere NBV verringerte sich um einen Prozentpunkt. Der Anteil der "nicht verlichteten" Probebäume erhöhte sich deutlich um 10.7-Prozentpunkte, der Anteil in der "Vorwarnstufe" verringerte sich um 11.5-Prozentpunkte. Der Anteil der "geschädigten" Probebäume erhöhte sich um 0.8-Prozentpunkte. |
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Buche Der Kronenzustand der Buche hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Der mittlere NBV nahm um 1.9-Prozentpunkte ab. Der Anteil der "nicht verlichteten" Probebäume nahm deutlich um 9.1-Prozentpunkte zu, der Anteil der "leicht verlichteten" verringerte sich um 7.2-Prozentpunkte. Beim Anteil der "geschädigten" Probebäume erfolgte eine Verringerung um 1.9-Prozentpunkte. |
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Eiche Der Kronenzustand der Eiche hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Der mittlere NBV stieg um 6.8-Prozentpunkte an. Der Anteil der "nicht verlichteten" Bäume verringerte sich markant um 20.1-Prozentpunkte. Der Anteil der "leicht verlichteten" erhöhte sich um 7.5-Prozentpunkte, der Anteil der "geschädigten" um 12.6-Prozentpunkte. |
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Kronenzustand auf den Beobachtungsflächen
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Die räumliche Verteilung der Probeflächen mit höherem mittleren NBV
entspricht weitgehend der Situation im Vorjahr, es lassen sich keine
räumlichen Schwerpunkte mit besonders schlechtem Kronenzustand (hoher
mittlerer NBV) lokalisieren. 64% der Probeflächen weisen im Mittel
einen NBV von unter 10% auf, nur drei Probeflächen weisen einen
mittleren NBV von über 40% auf. Diese drei Probeflächen in
Niederösterreich sind mit Eiche bestockt. |
Abbildung 13 |
Zusammenfassung
Die diesjährige Kronenzustandserhebung zeigte, über
alle Baumarten betrachtet, keine wesentlichen Änderungen im Vergleich
zum Vorjahr.
Von den Hauptbaumarten hat sich bei den Nadelbäumen der
Kronenzustand der Fichte im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, die
Tanne hat sich etwas verschlechtert, die Lärche hat sich geringfügig
verschlechtert und die Kiefer hat sich hingegen deutlich verbessert.
Bei den Laubbäumen hat sich die Buche deutlich verbessert und die Eiche
deutlich verschlechtert. Besonders bei der Eiche ist allerdings zu
beachten, dass das erfasste Kollektiv relativ klein ist und daher die
Ergebnisse mit einer größeren statistischen Schwankungsbreite behaftet
sind.















Abbildung 13
Abbildung 14