Esche in Not - ein Aufruf von
Forstwirtschaft und Naturschutz


Wien, März 2016  Seit zehn Jahren schädigt ein eingeschleppter, aggressiver Pilz die Eschenbestände in Österreich. Lokal sind viele Eschenpopulationen bereits ausgestorben, oftmals sind aber noch einzelne resistente Individuen vorhanden. Ein Projekt des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) und der Universität für Bodenkultur, Wien (BOKU) soll dazu beitragen, eine weitere Erosion des Genpools zu stoppen und damit das „stille“ Artensterben zu beenden. Die noch gesunden Individuen sollen nun in ganz Österreich  identifiziert und in künstlichen Erhaltungs- bzw. Züchtungspopulationen gesichert werden, um resistentes Eschensaatgut zu produzieren. Damit soll nicht nur ein Beitrag zum Naturschutz, sondern auch für die Forstwirtschaft geleistet werden. Denn ein Aussterben der Esche würde das mit ihr verbundene Ökosystem nachhaltig verändern. Nun ist die Mitarbeit von allen am Wald Interessierten gefragt.

In Europa kämpft eine Baumart ums Überleben.
Nach dem Ausfall der Ulme durch das Ulmensterben sowie der Bedrohung der Schwarzerle durch eine Phytophthora-Art ist nun auch die Esche seit einigen Jahren in ihrer Existenz bedroht. Ein aus Asien eingeschleppter Schlauchpilz (Hymenoscyphus fraxineus) führt bei der Rinde zu Schädigungen, die sich ausbreiten und ganze Äste zum Absterben bringen können. Besonders betroffen sind allerdings junge Pflanzen, da das Triebsterben bereits die Sämlinge befällt und absterben lässt. Hier tritt der Tod schnell ein.

Genetisch bedingte Resistenz
ist nachgewiesen Man findet immer wieder einzelne Bäume, die nur geringe oder keine Schadsymptome aufweisen und wahrscheinlich eine Resistenz gegenüber dieser Krankheit aufweisen. Da die nicht oder nur wenig befallenen Bäume nur vereinzelt vorkommen, können sich auf natürlichem Wege keine resistenten Baumpopulationen entwickeln, da oftmals der „Paarungspartner“ fehlt. „Die Auslese resistenter Eschen und deren Vermehrung ist vermutlich die einzige erfolgversprechende Möglichkeit, diese Krankheit zu bekämpfen. Nur so können wir langfristig diese so wichtige Baumart für die Forstwirtschaft und den Naturschutz erhalten“, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Geburek, Leiter des Instituts für Waldgenetik am BFW.

Projekt „Bedrohtes Erbgut Esche“ Eine erfolgreiche Umsetzung  ist nur durch eine aktive Unterstützung aller am Wald beteiligten und interessierten Gruppen möglich. Insbesondere ist die Mithilfe der WaldbesitzerInnen, NaturschützerInnen, aber vor allem auch der Bezirksforst-inspektionen und Landwirtschaftskammern nötig, um bundesweit wenig befallene Eschen zu lokalisieren.

Auf Initiative und mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer Österreich, des BMLFUW, des Österreichischen Forstvereins, allen Landesforstdirektionen, der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg sowie des Forstamtes Wien.

© BFW


Näheres unter
www.esche-in-not.at
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Anfragen
DI Christian Lackner, BFW, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0043 1 87838-1218, 0043 664 841 2702, christian.lackner@bfw.gv.at













Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Geburek T., Schüler S.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10047