Alpines Lärchensaatgut veränderte in zahlreichen Regionen Europas den Genpool


Die Europäische Lärche (Larix decidua Mill.) kommt natürlich in den Alpen, Sudeten, Karpaten (speziell in der Niederen und Hohen Tatra) und zerstreut in Polen vor. Durch die Forstwirtschaft wurde das Verbreitungsgebiet ausgebreitet, diese Nadel­baum­art hat sich jetzt auch in der gemäßigten Zone etabliert. Durch zahlreiche Aufforstungen in den letzten drei Jahrhunderten hat sich das Verbreitungsgebiet flächenmäßig verdoppelt im Vergleich zum natürlichen Areal. Die Europäische Lärche ist genetisch gut ausdifferenziert, die verschiedenen Rassen korrespondieren gut mit ihrem natürlichen Areal.

Die verschiedenen Rassen wurden im Laufe der Zeit quer durch Europa transportiert. Im Rahmen des Projektes FORGER wurde anhand von historischen Daten der Transport des genetischen Materials in Europa nachvollzogen. Besonders Material aus dem Alpenraum wurde häufig außerhalb des eigentlichen Vor­kommens innerhalb Europa genutzt, während genetisches Material aus den Sudeten vor allem in Nordost-Deutschland und Nordwest-Polen verwendet wurde. Die polnische Lärche wurde eigentlich nur innerhalb Polens eingesetzt. Genetisches Material aus den Karpaten wurde nur regional verwendet. Das genetische Material in den Alpen und Polen wurde kaum durch jenes aus anderen Regionen beeinflusst,  im Gegensatz dazu wurde der natürliche Genpool in den Karpaten stark durch Gen­material aus den Alpen verändert. Historische Dokumente belegen, dass Lärchensaatgut beispielsweise aus Tirol in die Sudeten gelangte.

Im Rahmen von FORGER wurde anhand historischer Daten der Transport des genetischen Materials in Europa nachvollzogen


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
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Autor: Geburek T.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10075