Trockenstress wirkt sich unterschiedlich auf Tannenarten aus


Bäume reagieren unterschiedlich auf Trockenstress: Sie reduzieren die Blattoberfläche, verlagern Biomasse aus der Krone in den Stamm und die Wurzeln oder schließen die Stomata bzw. Poren. Kennt man die Empfindlichkeit einer Baumart gegen Trockenheit, so können auch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wachstum, die Kohlenstoffspeicherung und die Baummortalität eingeschätzt werden. Zu Fichte und Douglasie gibt es schon einiges an Forschung, zur Tanne liegt wenig vor. Insbesondere die inner­artliche genetische Variation des Trockenstressverhaltens ist von Bedeutung, denn sie entscheidet über das Anpassungsvermögen einer Baum­art und den Erfolg von Züchtungsmaßnahmen. Im Fall der Weißtanne stellt sich zudem die Frage, ob nah verwandte Arten aus dem Mittelmeerraum besser mit Trockenheit umgehen können als unsere heimische Tanne und ob diese zur Anpassung an den Klimawandel verstärkt angebaut werden sollten.

Heimische Weißtanne ähnlich griechischer Tanne

Ein Herkunfts- und Artenvergleich im Osten Österreichs sollte folgende Fragen beantworten: Reagieren bestimmte Tannenarten und Herkünfte der Weißtanne unterschiedlich auf Trockensituationen? Kann von Holzeigenschaften wie Jahrringbreite und Holzdichte auf die Reaktion der Art oder Herkunft hinsichtlich Trockenstress geschlossen werden? Und erklärt das Klima, das in dem Gebiet vorherrscht, aus dem das Saatgut der Baumart oder Herkunft stammt, ihre spezielle Reaktion?

Aus Jahresring- und Dichtemessdaten wurden die Jahrringbreite und die Holzdichte von Früh- und Spätholz berechnet. Fünf deutlich ausgeprägte Trockenjahre zwischen 1970 und 2011 wurden identifiziert. Deutliche Unterschiede wurden zwischen den Arten, aber auch innerhalb der Arten gefunden. Die Nordmannstanne zeigte die höchste Resistenz gegen Trockenheit, während die Griechische Tanne sich am schnellsten vom Trockenstress erholte. Hinsichtlich der heimischen Weißtanne muss man sich keine Sorgen machen, denn sie zeigte ein ähnliches Trocken­stressverhalten wie die griechische Tanne.

Die heimische Weißtanne zeigte ein ähnliches Trockenstressverhalten wie die griechische Tanne
Die heimische Weißtanne zeigte ein ähnliches Trockenstressverhalten wie die griechische Tanne


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
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Autor: Schüler S., George J.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10081