Einfluss der Bodenwasserverfügbarkeit auf die Transpiration von Koniferen


Ziel des Projektes „Transpiration von Koniferen“ war es, den saisonalen Wasserverbrauch von Koniferen in einem inneralpinen Trockenstandort und an der alpinen Waldgrenze miteinander zu vergleichen, und den Wasserverbrauch mit Klimaparametern und Bodenwasservorräten des jeweiligen Standortes in Korrelation zu setzen.

Verschärfte Trockenperioden

Während gegenwärtig im Bereich der alpinen Waldgrenze ein aus­reichendes Niederschlagsangebot die Wasserversorgung von Bäumen nicht beeinträchtigt, schränken die Luft- und Bodentrockenheit in inner­alpinen Trockenstandorten die Kronen-Transpiration ein. Die Wasserbilanz von Bäumen wird einerseits durch die Wasseraufnahme über die Wurzeln und andererseits durch die Wasserabgabe über die Blätter kontrolliert. Sowohl die Wasseraufnahme als auch die Wasserabgabe können sich jedoch durch die prognostizierte globale Erwärmung ändern: Ein Anstieg in der Jahres­mitteltemperatur verschärft auch Trockenperioden. Das wirkt sich auf die Wasserbilanz von Bäumen und Beständen aus und im Extremfall kann sich auch die Artenzusammensetzung zu Gunsten trockenresistenterer Baumarten ändern.

Drastische Einschränkungen

In unseren Studien haben wir neben der Erfassung der Kronen-Transpiration unter den herrschenden Standortsbedingungen den Schwerpunkt auch auf künstliche Eingriffe in das Ökosystem durchgeführt. Dabei konnten wir zeigen, dass unter den herrschenden Standortsbedingungen die Transpiration von Koniferen vom Strahlungsangebot und der Luftfeuchte kontrolliert wird. Niederschlagsfreie Perioden bis zu 30 Tagen Länge führen an einem inneralpinen Trockenstandort in Tirol, Österreich, zu keinem Wasserstress. Am Trockenstandort ver­ursachte eine über drei Jahre hindurch künstlich hervorgerufene Boden­trockenheit eine drastische Einschränkung in der Wasserabgabe von Kiefer und Fichte, während die Lärche ihre Transpiration nicht einschränkte. Künstlich hervorgerufene langfristige Bodentrockenheit ver­ringerte aber bei allen drei Baum­arten das Wachstum.
© BFW

© BFW


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Wieser G.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10084