Mit unbemannten Luftfahrtzeugen regelmäßig WLV-Bauwerke überprüfen


Unbemannte Luftfahrtzeuge (UAV, umgangssprachlich als Drohnen bezeichnet) haben sich aufgrund rasanter technologischer Entwicklungen in den Bereichen Mechatronik, Flugzeugbau, Navigation und Softwareentwicklung zu einer sehr kostengünstigen, flexiblen und vielseitigen Plattform für die Erhebung von Geodaten entwickelt. Im Rahmen des Projekts BAUWEKA II erkundete das BFW im Sinne einer Machbarkeitsstudie die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen dieser innovativen Technologie zur Erfassung von Einzugs­gebieten, Schutzwaldflächen und Lawinen­anbruchverbauungen.

Dazu führten die Expertinnen und Experten des Instituts für Naturgefahren des BFW im Laufe des Sommers 2014 in den Tuxer Alpen (Tirol) in vier Untersuchungsgebieten im hochalpinen Gelände (1800 – 2700 m Seehöhe) 26 UAV-Flüge durch, im Zuge derer über 43.000 Luftbilder aufgenommen wurden. Zum Einsatz kam ein spezielles Flächen-UAV mit 1,6 m Spannweite und einem Gewicht von 2,5 kg, ausgerüstet mit einer modifizierten Systemkamera (Sony NEX-5). Die Rohdaten wurden mit verschiedenen Softwarepaketen prozessiert, ausgewertet und analysiert. In dem Projekt wurden verschiedene Sensoren, Kameraeinstellungen, Flugpfade, Analysetools und Auswerteroutinen getestet.

Kostengünstiges Monitoring

Als Ergebnisse sind zahlreiche Orthophotos und digitale Geländemodelle entstanden, welche eine räumliche Auflösung von bis zu 2 cm aufweisen. Untersuchungen mit Sensoren, welche im nahinfraroten Bereich des Lichts messen, ermöglichen Aussagen zur Vitalität von Schutzwaldflächen. Die Ergebnisse dieser Studie sind vielversprechend und zeigen die Möglichkeiten dieser Technologie für verschiedenste Anwendungsgebiete auf. So könnten aktuelle, hochauf­lösende UAV-Daten (Luftbilder, Videos, etc.) eine wichtige Entscheidungsunterstützung für die Überwachung von technischen Schutzbauwerken darstellen, da sie ein regelmäßiges, kostengünstiges Monitoring erlauben.

Auf diese Weise wäre es für die Dienststellen der Wildbach- und Lawinenverbauung möglich, die regelmäßige Bauwerksüberprüfung zeitgerecht durchzuführen, sich (vor allem von großen Verbauungsfeldern) einen Überblick des baulichen Zustands zu verschaffen und eine Prioritätenreihung der notwendigen Reparaturen vorzunehmen.
© BFW
Abb. 1: Drohne im Einsatz


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Lechner V., Kleemayr K., Adams M.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=1010086