DIABOLO: Datengrundlage für Europas Bioökonomie


Nationale Waldinventuren in ganz Europa liefern Zahlen und Fakten zu Europas Wäldern. Auch das BFW stellt solche Informationen über Österreichs Wälder zur Verfügung (www.waldinventur.at, www.bfw.ac.at/waldzahlen). Was muss man jedoch beachten, will man diese Informationen europaweit vergleichen? Das Projekt DIABOLO, an dem das BFW maßgeblich beteiligt ist, versucht Antworten darauf zu finden.

Europas Forstwirtschaft steht heute vor vielfältigen Herausforderungen. Die Anforderungen an den Wald sind zahlreich – sei es als Kohlenstoffspeicher im Bezug auf Klimawandel, als wichtiger Garant für Biodiversität oder zur Aufbereitung von Trinkwasser. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, ist die Versorgung mit aktuellen und genauen Daten wichtig. Maßgeblich ist dabei auch die Zusammenführung nationaler Informationen im internationalen Kontext.

Bereits seit den 1990er Jahren gibt es Initiativen, um forstliche Informationen in Europa vergleichbar zu machen. Das Projekt DIABOLO baut auf wissenschaftliche Erkenntnisse vorangegangener Projekte auf, wie den COST-Aktionen USEWOOD, ORCHESTRA oder FORSYS. Es werden etablierte Netzwerke für die neue Zusammenarbeit genutzt, wie zum Beispiel das europäische Netzwerk für nationale Waldinventuren (ENFIN).

Derzeit arbeiten Expertinnen und Experten verschiedenster Fachbereiche von über 30 Partnerorganisationen in 25 Ländern gut vernetzt am Projekt DIABOLO zusammen. Ziel ist es, mittels partizipativer Herangehensweise einen Dialog zu gestalten und damit das Verständnis für Waldzahlen und -fakten in den beteiligten Ländern zu verbessern.


Länder beteiligt am DIABOLO-Projekt
Ziele

Ziele des Projekts sind
  • Methodenentwicklung für präzisere, harmonisierte und zeitgerechte Informationen, die durch nationale Waldinventuren und Monitoring Systeme gewonnen und in EU Informationssysteme gespeist werden (zb. SEIS, EFDAC)
  • Unterstützung bei der Entwicklung neuer EU Strategien und internationaler politischer Prozesse, die sich auf forstliche Informationen stützen
  • nnovative Nutzung von im Feld aufgenommenen Daten gemeinsam mit weltraumgestützten Beobachtungen.
Die Daten werden durch nationale Waldinventuren und die Auswertung von Fernerkundungsdaten gewonnen. Satellitenbilder zeigen in Echtzeitformat Landnutzungsänderungen und auftretende Störungen. Die auf Länderebene gewonnenen Informationen sind dabei nicht nur enorm wichtig für wirtschaftliche Entscheidungen im Hinblick auf Bioökonomie, sondern auch für das Monitoring von Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme.

Innovationen

Folgende Innovationen werden durch das Projekt gefördert
  • Verstärkte Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik
  • Verbesserte Einsetzbarkeit von Daten durch Zusammenarbeit und Harmonisierung von 25 Nationalen Waldinventuren
  • Breitere Einsatzmöglichkeiten von Waldinventurdaten
  • Rascheres Erkennen von Störungen in Waldökosystemmonitoring
  • Bessere Kenntnisse über die Wertschöpfungskette von Biomasse und möglichen Zielkonflikten unterschiedlicher Landnutzungsformen. 
Forstpolitik, Harmonisierung und Modelle

Das BFW ist in dem Projekt an drei von sechs Arbeitspaketen beteiligt. Klemens Schadauer, Alexandra Freudenschuß, Thomas Gschwantner und Ambros Berger fungieren als Schnittstelle zwischen Forstpolitik und Wissenschaft, arbeiten an der Harmonisierung von Vorratsschätzungen und an computergestützten Modellen für nachhaltiges Waldökosystemmanagement.
Harmonisierten Daten leisten einen wichtigen Beitrag für verschiedenste Zielgruppen, sei es für internationale Berichterstattung oder zur (forst)politischen Entscheidungsfindung. Eine steigende Nachfrage nach Biomasse und weiteren Ökosystemsleistungen und Gütern aus dem Wald erfordert Kommunikation und Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen und über mehrere Sektoren hinweg. Die Datengrundlage dazu wird das Projekt DIABOLO liefern.

Von 19.-20. September 2016 organisiert das BFW einen Workshop mit dem Titel „Policy needs for and provision of forest information for policy making and practice in Europe: state of the art and the way forward”.

Links
DIABOLO website
Europäisches Netzwerk für nationale Waldinventuren (ENFIN)

DIABOLO - Distributed, Integrated and Harmonised Forest Information for Bioeconomy Outlooks.   
Das Projekt wird gefördert durch das EU Horizon 2020 Programm (grant agreement No 633464).
Projektdauer ist 1.3.2015–28.2.2019.
Koordinator des Projektes ist das Natural Resources Institute in Finnland (Luke).

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Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Freudenschuß A., Lackner M.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10144