Husten Bäume, wenn sie krank werden?


Bäume können, ganz ähnlich wie Menschen, krank werden. Klar, sie husten nicht und bekommen auch kein Fieber so wie wir, aber sie können Ausschläge bekommen. Nur heißen die dann z.B. Nekrosen. Oder die Blätter bekommen Flecken und verfärben sich schon im Sommer. Und in schweren Fällen können die Bäume dann ganz absterben.

Bäume können aus ganz unterschiedlichen Gründen krank werden. Neben ungünstigem Wetter, wie zum Beispiel lang anhaltende Trockenheit, kennen wir noch eine Vielzahl anderer Krankheitserreger.  Da gibt es einerseits Nematoden, das sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Oder eine Vielzahl verschiedener Käfer, die einen Baum befallen können. Wenn sie in großer Menge auftreten, dann können sie einen Baum so weit schwächen, dass er daran stirbt.

Eine weitere Gefährdung stellen Pilze dar. Hierbei darf man sich aber nicht die Pilze vorstellen, wie wir sie bei einer Wanderung durch den Wald am Boden finden können, sondern eher wie Schimmelpilze, wie sie sich z.B. auf altem Brot oder Obst bilden. Diese  dringen ins Holz ein und schädigen den Baum auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Und gerade diese Pilze sind es, die unseren heimischen Bäumen oft schweren Schaden zufügen. Daher sind Forscher des Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) und der Universität für Bodenkultur (BOKU, Wien,) intensiv darum bemüht, mehr darüber zu lernen, wie es diese Erreger schaffen, die Bäume zu infizieren, wie sich die  Krankheiten im weiteren Verlauf entwickeln und natürlich wie man die Bäume schützen könnte.

Esche in Not

Ganz aktuell untersuchen die Wissenschaftler mit Hochdruck das sogenannte Eschentriebsterben. Dabei werden die heimischen Eschen von einem asiatischen Pilz befallen, der in seiner Heimat keinen Schaden anrichtet, aber bei uns zu einer massiven Bedrohung für diese Baumart wird.

Selber aktiv werden

Sie haben einen Baum gefunden, der krank aussieht und Sie möchten wissen, um welche Krankheit es sich handeln könnte? Dann schauen Sie doch mal bei waldwissen.net oder im Schadensdiagnosesystem SDIS nach . Dort finden Sie viele interessante Informationen zum Thema Baumkrankheiten und Pflanzenschutz sowie eine Bestimmungshilfe für Baumkrankheiten.

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Dr. Thomas Cech thomas.cech@bfw.gv.at +43-1-87838 1102

Bilder

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Kiefernrinden-Blasenrost
Kiefernrinden-Blasenrost / Cronartium flaccidum, Endocronartium pini: Vorwiegend an älteren Bäumen treten im Kronenbereich Harzfluss, Krümmung, Anschwellung und einseitige Abflachung von Stammpartien (Verkienung) auf. In diesen Zonen erscheinen anfangs weiße blasenförmige Auftreibungen (Äzidien), die bald aufreissen und orangegelben Sporenstaub freisetzen.

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Eschenkrebs
Eschenkrebs / Pseudomonas syringae ssp. savastanoi pv.fraxini: Am Stamm, an Ästen und an Zweigen entwickeln sich schwarze, im Umriss rundliche oder längliche Gewebewucherungen, die zunächst eine glatte, bald aber durch Zerreißen der Borke eine stark rauhe Oberfläche aufweisen.

Das aktuelle Zurücksterben der Esche geht auf das Eschentriebsterben zurück, das primar nichts mit dem Eschenkrebs zu tun hat.

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Phytophthora
Phytophthora - Wurzel- und Wurzelhalsfäule der Erlen / Phytophthora alni: Von der Stammbasis bis in einige Meter Höhe Austritt von schwarzem oder rostbraunem Baumsaft aus dem Stamm: nach dem Eintrocknen wie Teerflecken aussehend. Darunter ist die Rinde abgestorben. Absterben von Erlen aller Altersklassen.

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Ablösender Rindenpilz
Ablösender Rindenpilz / Cylindrobasidium evolvens: Weissfäule des Holzes. Fruchtkörper dünne Krusten, jung weiss, später gelblich bis gelbbraun, Rand weiss, trocken oft mit Rissen.

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Rotpustelpilz
Rotpustelpilz / Nectria cinnabarina: Dürre Zweige oder schwächere Äste, die am Waldboden liegen, sind oft von Scharen etwa stecknadelkopfgroßer intensiv rosa Pusteln übersät. Manchmal finden sich diese Pusteln auch auf abgestorbenen Trieben, Zweigen oder Zweigteilen, die noch nicht abgefallen sind.

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Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Engl W., Cech T.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10156