Jahresbericht: Das war 2016


Wald ist Teil der Lösung des Problems Klimawandel


Wussten Sie, dass wir Europäer und Europäerinnen derzeit zehn Prozent, aber im Jahr 2100 nur mehr fünf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen werden? Wegen der weiter steigenden Weltbevölkerung von derzeit sieben auf rund elf Mrd. Menschen im Jahr 2100 verschiebt sich unser relativer Anteil dramatisch. Was das mit dem Wald zu tun hat? Einerseits haben wir die zunehmende Herausforderung, die steigende Weltbevölkerung auch zu ernähren – oft geht das zu Lasten des tropischen Regenwaldes. Andererseits wird die Nachfrage nach erneuerbaren Ressourcen weiter zunehmen, um die Nachhaltigkeit des Planeten einigermaßen in den Griff zu bekommen.



Europa und damit auch wir Österreicherinnen und Österreicher haben Vorbildwirkung in der Umsetzung  nachhaltiger Strategien. Zum Beispiel die Bioökonomie: Sie fördert die gesellschaftliche Entwicklung hin zur Nutzung erneuerbarer statt fossiler Ressourcen sowie zur stofflichen Mehrfachnutzung und Recycling im Sinne einer Kreislaufwirtschaft. In all diesen Bereichen hat Wald und Holz eine wichtige Rolle. Daran forschen wir.

Ein weiteres Thema ist der Klimawandel. Nicht nur sind „Klimaflüchtlinge“ und daraus entstehende Konflikte traurige Realität, die Sicherung der Lebensgrundlagen weltweit werden durch den Klimawandel verschärft. Auch wir in Österreich bemerken den Klimawandel subjektiv durch einen Anstieg an Extremwetterereignissen. Mit Forschung, Monitoring und Beratungsarbeit wollen wir Lösungen für alle am Wald interessierte Bevölkerungsgruppen, vor allem aber für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, anbieten können. Wald ist Teil der Lösung des Problems Klimawandel.
Diese Botschaft tragen wir auf Basis unserer – gemeinsam mit Partnern erarbeiteten – Forschungserkenntnisse auch ins europäische Parlament. Aber Wald ist auch Betroffener des Klimawandels: Wenn plötzlich eine wichtige Baumart wie die Esche in Gefahr ist, arbeiten wir an Lösungen. Mit finanzieller Unterstützung vieler Partner haben wir das Projekt „Rettet die Esche“ sehr erfolgreich etabliert.

Neben der ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit führt die soziale Nachhaltigkeit oft ein Schattendasein. Wir schenken diesem Aspekt unter Green Care WALD mehr Aufmerksamkeit. Von Gesundheitswirkungen bei Waldbesuchen bis zur Integration von Flüchtlingen in Waldarbeiten reicht der Bogen.

Womit sich der Kreis zum Thema Bevölkerungswachstum und Migration schließt. Das BFW versucht national, aber auch international Forschungsknow-how zu erarbeiten. Dieses soll über verschiedene Kanäle wie Kurse an den beiden Forstlichen Ausbildungsstätten bis hin zu internationalen Kooperationsprojekten in Burkina Faso zu einem nachhaltigen und zukunftsorientierten Umgang mit der wichtigen Ressource Wald führen. Damit haben wir das Ziel, Lösungsbeiträge für Fragen der Gesellschaft, bei denen Wald einen Beitrag leisten kann, zur Verfügung zu stellen.

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Jahresbericht 2016

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Mayer P.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10307