Dem Nematoden auf den Grund gegangen


Im Zuge des Vollzuges des Pflanzenschutzgesetzes 2011 werden Importholzkontrollen und Verpackungsholzkontrollen aus Nicht EU-Ländern durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Waldschutz des BFW durchgeführt. Auch wird jährlich ein österreichweites Nematodenmonitoring in Österreichs Wäldern betrieben, um einer Einschleppung und einer möglichen Etablierung des Kiefernsplintholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) in Österreichs Wäldern vorzubeugen.

Da der Kiefernsplintholznematode einer in unseren Wäldern vorkommenden Art (Bursaphelenchus mucronatus) zum Verwechseln ähnlich sieht, ist die Kenntnis über die Morphologie von Bursaphelenchus xylophilus und anderer Arten von großer Bedeutung. Daher besuchten vom 19. bis 23. Juni 2017 zwei Mitarbeiter des Institutes für Waldschutz das Julius-Kühn-Institut in Braunschweig und wurden von Dr. Helen Braasch in die morphologische Nematodenbestimmung eingeführt. Sie ist eine der führenden Nematologinnen, deren weltweit fachlich anerkannte Einteilung der Splintholz-Nematodenarten nach der Anzahl der Seitenfelder mit Hilfe eines am Institut vorhandenen Elektonenmikroskops erstellt wurde. Bis heute ist die Einteilung gültig.



Abbildung 1 und 2: Bursaphelenchus xylophilus spicula, Julius Kühn Institut, Institut für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit, Braunschweig

Jedoch gibt es eine Anzahl von Erkennungsmerkmalen, die bei der Durch- und Auflichtmikroskopie schneller angesprochen werden können und entscheidende Fakten bei der Artzuordnung sind. Weiter sind morphometrische Messungen an den Nematoden von großer Bedeutung. Letztendlich kommt auch eine molekulargenetische Methode zum Einsatz, um die mophologische Bestimmung zu verifizieren.

Der Kiefernsplintholznematode Bursaphelenchus xylophilus gehört zu den gefährlichsten Schadorganismen, die Kiefer befallen können und ist nach EPPO A1 als Quarantäneschadorganismus gelistet. Werden Kiefern befallen, zeigen sie in kürzester Zeit Schadenssymptome in der Krone und sterben ab. Bockkäfer-Arten dienen als Vektoren (Überträger) für die Nematoden. Als blinde Passagiere erreichen so die Nematoden weiter vom Befallsort entfernte Kiefern und können diese erfolgreich besiedeln.
2016 wurden am Institut dazu 165 Proben in Doppeluntersuchungen analysiert und bestimmt.

Webtipp

Notfallplan für Kiefernsplintholznematode


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Brandstetter M.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10308