Werbung von Waldbodenproben


Diese Anleitung soll Richtlinie und Hilfestellung für eine selbständige Probennahme sein. Ihre Einhaltung ist wesentlich für eine bestmögliche Beantworung der Fragestellung.

Zielsetzung
Bodenproben werden entnommen, um im Labor (chemische, physikalische) Bodenanalysen durchführen zu können. Die Bodenanalyse bietet wertvolle Informationen über den Waldbodenzustand. Fehler bei der Probennahme können selbst durch noch so exakte Analysen im Labor nicht mehr korrigiert werden. Daher hat jede Probennahme mit größter Umsicht und Sorgfalt zu erfolgen. Siehe chemische Analyse von Waldböden [mehr...]

Auswahl der Probeflächen
Die Probennahme darf nur aus einem möglichst einheitlichen Bereich erfolgen, der durch Standort und Bestand vorgegeben ist. Wichtige Standortsmerkmale sind:

  • Lage (z.B. Oberhang, Mulde; eben, geneigt)
  • Gründigkeit (z.B. seicht -, mittel -, tiefgründig)
  • Wasserverhältnisse
  • Bodentyp
  • Bodenart (Sand, Schluff, Ton; Lehm)

Ebenso ist auf Einheitlichkeit innerhalb des Bestands (zum Beispiel Alter, Baumarten) zu achten. Ist die Fläche bezüglich Standort und Bestand sehr uneinheitlich, so ist sie in einheitliche Teilflächen zu zerlegen, die getrennt zu beproben sind. Sind die Flächenanteile der Teilflächen sehr verschieden, kann sich die Beprobung auf die flächenmäßig dominierende Teilfläche beschränken (Flächenanteile von weniger als 30 % können weggelassen werden).

Probennahmestellen
Bei der Auswahl der Probennahmestellen sind folgende Punkte zu berücksichtigen: Ein angemessener Abstand von Straßen, Wegen, Rückegassen und Fahrspuren ist einzuhalten. Die Nähe von Windwurftellern, Mietenplätzen, Wurzelstöcken, Fuchsbauen und dergleichen ist zu meiden. Ein Mindestabstand von Bestandesrändern (mindestens halbe Baumlänge) ist notwendig. Im Altbestand ist wegen des Stammablaufs auf ausreichendem Abstand vom Stammfuß der Bäume zu achten (1 – 2 m, abhängig von der Hangneigung). Bei Mischbeständen ist die Ausgewogenheit der Probennahme unter Nadel- und Laubholz sicherzustellen. Stellen, die offensichtlich vom Durchschnitt der Fläche abweichen, sind von der Probennahme auszuschließen.

Probenanzahl
Für ausgewählte homogene Flächen und bei einheitlicher Bodenbeschaffenheit sowie einheitlichem Bestand genügt es, eine Durchschnittsprobe für eine Flächengröße von 1-2 ha zu entnehmen. Eine Durchschnittsprobe („Mischprobe“) ist eine Probe, die repräsentativ für alle zu untersuchenden Merkmale der Gesamtmenge ist. Sie setzt sich aus mehreren, voneinander unabhängigen, etwa gleich großen und einmaligen Entnahmen von Proben aus derselben Bodeneinheit zusammen. Die Anzahl der Einzelproben, aus denen eine Durchschnittsprobe besteht, kann unterschiedlich sein. Sie wird um so größer sein, je höher die Genauigkeitsansprüche sind und je heterogener die Probefläche ist. Als Anhaltspunkt kann gelten, dass nicht weniger als fünf bis acht Einzelproben zu einer Durchschnittsprobe vereinigt werden sollen. Aus praktischen Gründen werden es nur in Ausnahmefällen mehr als 20 Proben sein. Folgende Vorgangsweise bietet sich an:

Die Probennahmestellen werden gleichmäßig oder zufällig über die Fläche verteilt. Es werden rechteckige Profilgruben gegraben, aus deren Seitenwänden je eine Einzelprobe entnommen wird. Je Profilgrube erhält man somit vier Einzelproben. Es sind zumindest drei Profilgruben pro Fläche anzulegen. Alternativ dazu können Einzelproben mit Hohlbohrer oder Spaten entnommen werden (mindestens fünf Einstiche pro Fläche).

Das Zusammenmischen der Einzelproben zu einer Durchschnittsprobe erfolgt bereits im Gelände.

Art der Probennahme
In der Regel kann die Bodenprobennahme ganzjährig erfolgen. Auflagehumus und Mineralboden werden in allen Fällen getrennt.

Der Mineralboden wird entweder nach fixen Tiefenstufen (meist: 0-5 cm, 5-10 cm, 10-20 cm, 20-40 cm, 40-80 cm) oder nach bodenkundlich definierten, so genannten bodengenetischen Horizonten beprobt. Letztere Vorgangsweise setzt bodenkundliches Fachwissen voraus. Für die meisten Fragestellungen ist eine Probennahme nach Tiefenstufen ausreichend und für Vergleichszwecke vorteilhaft. Die Zahl der zu beprobenden Tiefenstufen oder Horizonte ist, je nach Fragestellung, variabel.

Es wird weiters zwischen volumen- und massenproportionaler Probennahme unterschieden. Während der Auflagehumus (wegen seiner unterschiedlichen Mächtigkeit: < 1 cm bis > 10 cm) meist volumenproportional entnommen wird, reicht für den Mineralboden bei Routineanalysen die massenproportionale Probennahme im Allgemeinen aus.

Volumengerechte Probennahme

Auflagehumus
Das Probevolumen wird durch einen quadratischen Stechrahmen mit einer definierten Kantenlänge (z.B. 25 cm) abgegrenzt. Die Mächtigkeit (Höhe) des Auflagehumus wird gemessen und die Probe bis zur Mineralbodenoberkante entnommen. Wurzeln werden dabei mit einer Gartenschere abgetrennt sowie lebendes Wurzel- und Pflanzenmaterial entfernt.

Mineralboden

Die Entnahme erfolgt mit einem Hohlbohrer, der in die gewünschte Tiefe eingeschlagen wird, oder mit einem Stechzylinder. Die Entnahme von Bohrkernproben ist nur bei geringem Steingehalt möglich. Das Ausmaß einer allfälligen Stauchung ist anzugeben.


Nicht-volumengerechte Probennahme

Die Probe aus der Profilwand kann mit einer Handschaufel entnommen werden. Für die oberflächennahen Bodenschichten (bis etwa 30 cm) werden auch häufig einfache Bodenstecher oder der Spaten eingesetzt. Für tiefere Bodenschichten ist die Probennahme mit einem Schlagbohrer empfehlenswert.

Menge, Kennzeichnung und Transport der Probe
Die Bodenproben werden je Fläche und Tiefenstufe (oder Bodenhorizont) zu einer Durchschnittsprobe vereint und in Probenbehälter (meist Plastiksäckchen) abgefüllt. Die Mindestmenge einer Durchschnittsprobe sollte, je nach Fragestellung und Steingehalt, zwischen 500 g und 1000 g Frischsubstanz liegen. Bei einer massenproportionalen Probennahme im Mineralboden können Steine und Wurzeln schon vor Ort aus der Probe entfernt werden. Die Probenbehälter werden mit wasserfestem Filzstift möglichst im unteren Drittel deutlich lesbar beschriftet. Dabei ist die Probe so zu kennzeichnen, dass eine eindeutige Zuordnung zum Probennahmeprotokoll jederzeit möglich ist. Meist werden folgende Angaben notwendig sein:

  • Aufnahmeort (u.U. Abkürzung)
  • Probeflächennummer
  • Tiefenstufe (Bodenhorizont)

Es hat sich bewährt, zusätzlich ein Plastikkärtchen mit denselben Angaben zur Probe in den Probenbehälter zu legen. Für den Transport sind die Probenbehälter sorgfältig zu verschließen, so daß keine Proben verloren gehen oder miteinander vermischt werden. Die geschlossenen Probenbehälter sind möglichst kühl aufzubewahren und möglichst rasch zur Untersuchungsstelle zu transportieren. Längeres Lagern in der Sonne oder im überhitzten Auto ist zu vermeiden. Ist ein baldiger Transport ins Labor (innerhalb von weniger als fünf Tagen) nicht möglich, so sollen die Proben in einem durchlüfteten Raum bei geöffneten Probebehältern vorgetrocknet werden.

Begleitschreiben
Jeder Probeneinsendung sind der Name des Einsenders, des Probennehmers, das Datum der Probennahme sowie die Gesamtzahl der Proben beizufügen. Der Zweck der Probennahme und, falls schon bekannt, die zu analysierenden Parameter werden angeführt. Weiters soll das Begleitschreiben die Anzahl der Probeflächen inklusive Probeflächenkennung und die Anzahl der Durchschnittsproben je Fläche enthalten (meist ident mit der Anzahl der Tiefenstufen oder Horizonte). Ebenfalls anzugeben ist die Anzahl der Einzelproben, aus denen sich eine Durchschnittsprobe zusammensetzt und ob die Probennahme volumen- oder massenproportional erfolgte.

Die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung sind nur bei ausreichender Kenntnis des Standortes sinnvoll zu interpretieren. Daher soll es nach Möglichkeit zu jeder Probefläche ein Probennahmeprotokoll geben, das sich aus der Standorts- und der Bodenbeschreibung zusammensetzt.

Entsprechende Formulare sind untenstehend abrufbar:

Dieses Formular sollte als Mindestanforderung ausfüllt den Bodenproben beigelegt werden: [download]

Sie können ebenfalls die umfassenderen Formulare des Institutes für Waldökologie und Boden des BFW zur Standorts-, Vegetations- und Bodenbeschreibung als Begleit-Text zu den Bodenproben verwenden: [download]

Einsendung
Die Proben können an das

Institut für Waldökologie und Boden
Abteilung Waldboden
Seckendorff-Gudent-Weg 8
A-1131 Wien

übermittelt werden. Zur raschen Bearbeitung sind sie mit dem Vermerk „Bodenproben“ zu versehen.


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Mutsch, F.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=3539