Feldbodenkundliche Praxistage




Bodenbeschreibung im Weingarten
Die Bedeutung des Bodens als zentrale Lebensgrundlage rückt zunehmend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Der Boden ist Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen.
Aufbau und Eigenschaften eines Bodens bestimmen seine Filter-, Speicher und Pufferfunktion und damit die Regelung von Wasser- und Stoffkreisläufen. Gleichzeitig wird der Boden durch vielfältige Nutzungen mitunter schädlich beeinflusst.


Landschaft und Boden
Abgrenzen der Bodenhorizonte
Abschätzen des Karbonatgehaltes

Bestimmung der Bodenfarbe
Das Verständnis des komplexen Systems Boden beginnt mit der feldbodenkundlichen Beschreibung. Nur im Gelände ist die gemeinsame Betrachtungsweise von Landschaft, Boden und Pflanzenentwicklung möglich.
Die Profilansprache muss unter Berücksichtigung der allgemeinen Standortsmerkmale (Geographische Lage, Seehöhe, Hangneigung, Exposition, Relief, Klima, Wasserverhältnisse, Vegetation, Ausgangsmaterial) erfolgen.
Ebenso können Bodenmerkmale, wie Horizontierung, Horizontmächtigkeit, Krumentiefe und Gründigkeit, aber auch Bodenverdichtungen nur Vorort erhoben werden.
Für jeden Bodenhorizont werden folgende Eigenschaften beschrieben und quantifiziert:
  • Bodenart, Grobanteil und dessen Verteilung
  • Humusform
  • Humusgehalt
  • Karbonatgehalt
  • Struktur
  • Porösität
  • Bodenfarbe
  • Flecken, Konkretionen
  • Durchwurzelung
  • Biologische Aktivität
Der Humus- und Karbonatgehalt sowie die Bodenart, die sich aus dem Verhältnis der Fraktionen Ton, Schluff und Sand des Feinbodens ergibt, können anhand von Bodenproben durch Laboranalysen genauer bestimmt werden. Alle anderen genannten Eigenschaften sind im Gelände mit Feldmethoden zu beschreiben und zu quantifizieren.

Das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) bietet für Interessierte feldbodenkundliche Praxistage an, die auch als Bestandteil von Fachveranstaltungen anderer Institutionen, wie z.B. Schulen, Landwirtschaftskammern oder Winzervereinigungen abgehalten werden können.
Anhand von Profilgruben werden Standortsmerkmale erarbeitet, Bodenprofile horizontiert und Feldmethoden zur Quantifizierung von Bodeneigenschaften gezeigt.

Ablauf und Kosten

Die Gestaltung einer feldbodenkundlichen Praxisveranstaltung wird individuell nach den Vorstellungen des Interessenskreises gemeinsam geplant und durchgeführt. Zuerst erfolgt die telefonische Kontaktaufnahme (wegen Außendienst vorzugsweise über die angeführten Mobiltelefonnummern) mit den zuständigen Mitarbeitern des BFW. Der Auftraggeber gibt seine Wünsche hinsichtlich des Veranstaltungsgebiets, der Themenschwerpunkte und Teilnehmerzahl bekannt. Bei einer gemeinsamen, vorausgehenden Befahrung werden die Profilstellen ausgewählt und der genaue Ablauf geplant. Die Teilnehmer sollen die Möglichkeit haben, Methoden selbst auszuprobieren, Fragen zu stellen und als Bewirtschafter ihre eigene Erfahrung einzubringen.

Kosten: Vereinbarung einer Pauschale mit den zuständigen Mitarbeitern des BFW.

Kontakt

Dipl.-Ing. Günther Aust, Abteilung Landwirtschaftlicher Boden,
Seckendorff-Gudent-Weg 8, 1130 Wien
Tel: +43-1-878 38-1209, Mob.: +43-664-82 699 09
E-Mail: guenther.aust*bfw.gv.at

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Aust G.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=4306