Solide Forschungsgrundlage: Dauerversuchsflächen


Grundlage der Waldwachstumsforschung sind langfristig, systematisch beobachtete Dauerversuchsflächen. Sie liefern wissenschaftlich unentbehrliche Grundlageninformationen und dienen als Anschauungsobjekte für die forstliche Praxis. Waldwachstumskundliche Dauerversuche sind die ersten Monitoringprogramme, bei denen systematisch waldspezifische Wachstumsgrößen als quantitative Parameter der Umweltsituation erfasst werden.
Wesentliche Voraussetzung dafür ist die kontinuierliche Versuchsführung, darunter ist sowohl die Behandlung der Bestände gemäß Versuchsplan, sowie die periodische Aufnahme von wachstumsspezifischen Parametern und umfassende Dokumentation aller versuchsrelevanten Ereignisse zu verstehen.

Schwergewichte Buche und Schwarzkiefer

Im Sinne einer Qualitätssicherung werden neben den Behandlungsvarianten die Methoden der Anlage und der Aufnahme der Versuche im Detail festgelegt. Diese Versuchsplanung erfolgte teilweise über die Landesgrenzen hinweg in international abgestimmten Arbeitsplänen. Ein Beispiel aus jüngerer Vergangenheit für grenzüberschreitende Versuchsanlagen ist der IUFRO Stammzahlhaltungs- und Durchforstungsversuch (Versuch Ottenstein) oder die von Abetz angeregten Solitärversuche. Zu Beginn des Versuchswesens wurden die Versuchsflächen aus verkehrstechnischen Gründen häufig in der Umgebung von Wien angelegt und hatten daher neben vereinzelten Flächen mit Fichte und Tanne ein Schwergewicht auf der Untersuchung der Baumart Buche im Wienerwald und der Schwarzkiefer im Steinfeld. In Schlesien und Böhmen eingerichtete Versuche befassten sich hingegen überwiegend mit Fichtenbeständen, weitere Versuche mit anderen Baumarten gab es im gesamten Bereich der Monarchie.

Historische Skizze

Der älteste Dauerversuch Österreichs wurde 1882 bei Pottschach in einem damals etwa 20-jährigen Schwarzkiefernbestand eingerichtet. Dieser Durchforstungsversuch wurde bis 1996 und einem Alter von 135 Jahren periodisch erhoben (Rössler, 1997). Als erste Buchenversuchsfläche wurde im Jahr 1888 der Lichtungsversuch in Laabach angelegt, andere etwas später im Wienerwald begonnene Versuche bestehen derzeit noch. Der langfristigste Versuch zum Wachstum der Fichte war der Pflanzweiteversuch am Hauersteig (Rössler, 1995), der von Cieslar 1882 mit vier Parzellen mit unterschiedlichen Pflanzenzahlen begründet wurde. Die ertragskundlichen Erhebungen begannen 1923 und wurden bis zum Alter von 109 Jahren periodisch fortgeführt.

Neben diesen historischen Versuchen wurden in den 60er Jahren mehrere Düngungs- und Durchforstungsversuche vor allem zur Baumart Fichte angelegt. Während die Düngungsversuche bereits abgeschlossen wurden (Johann, 1995 & Johann, 2000) und nicht weiter beobachtet werden, bilden die neu angelegten Versuche die Grundlage für weitere Analysen des Einflusses von Standraumgestaltung auf das Wachstum.

Anbauversuche mit ausländischen Baumarten reichen in Österreich bis ins 17. Jahrhundert zurück. Mit dem planmäßigen Anbau von ausländischen Baumarten und der Beobachtung der Wuchsleistung wurde in den 1880er Jahren begonnen. Eine Zusammenstellung aller verfügbaren Auswertungsergebnisse erfolgte von Kristöfel (2003).

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Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Kristöfel F., Neumann M.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=4472