Bundesamt für Wald bildet Pflanzenschutz-Kontrollorgane aus


Beim Import und Export von Holz und Holzprodukten sind spezielle Kontrollen vorgesehen, um zu verhindern, dass Forstschädlinge in andere Länder eingeschleppt werden. Das Bundesamt für Wald schärft im Rahmen eines Ausbildungsprogrammes den Blick der Planzenschutzorgane.

In Österreich bei einem Steinmetzbetrieb: Steine aus Indien wurden in einer Holzkiste nach Österreich importiert, der Steinhauer hat gemäß seiner Meldepflicht dies beim Bundesamt für Wald bekannt gegeben. Das Kontrollorgan des forstlichen Pflanzenschutzdienstes ist bereits vor Ort. Ihm fallen sofort die vielen Bohrlöcher im Verpackungsholz auf. Nach einer genaueren Analyse der zahlreich gefundenen Käfer zeigt sich: Der Quarantäne-Schädling „Schießpulver-Käfer“ (lat. Sinoxylon sp.) wurde miteingeführt, das Verpackungsmaterial und der Schädling mussten umgehend verbrannt werden.

Regelmäßige Kontrolle von Verpackungsholz

Bereits mehr als 640 Betriebe sind beim Bundesamt für Wald aufgelistet, die mehr oder weniger regelmäßig Waren in Verpackungsholz aus Drittländern nach Österreich einführen. Die Zahl der Firmen ist stark steigend, darunter sind neben Steinmetze auch Baumärkte, Computerhersteller, Fahrzeugproduzenten aber auch Kaufhäuser und Lebensmitteldiscounter. Um rasch und flächendeckend Kontrollen bei den Importeuren durchführen zu können, hat das Bundesamt ein Netz an Kontrollorganen aufgebaut. Mit dem EU-Beitritt und der Osterweiterung haben sich die Kontrollen bei den Zollämtern an den Österreichgrenzen stark verringert, da das Holz bereits an den neuen EU-Außengrenzen geprüft wird. Der Schwerpunkt der Kontrolltätigkeit liegt seitdem auf Verpackungsholz, das meist nicht an den EU-Außengrenzen kontrolliert wird.

Importkontrollorgane des BFW

Das Bundesamt für Wald schult diese Kontrollorgane des amtlichen, forstlichen Pflanzenschutzdienstes ein, dreimal im Jahr finden dazu eintägige Kurse statt. Es gibt derzeit zwölf Importkontrollorgane, dies sind Mitarbeiter des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW), der Forstlichen Ausbildungsstätten Ort und Ossiach des BFW sowie ein Selbstständiger.

Folgende Inhalte werden vermittelt:
  • gesetzliche Grundlagen (Pflanzenschutzgesetz; EURichtlinien
  • samt Anhänge)
  • Durchführung einer Kontrolle
  • Ausstellen eines Gebührenbescheides
  • spezielle Richtlinien für Verpackungsholzkontrolle
  • Verwaltungsablauf (intern)
  • Dokumentation der Kontrolltätigkeit
  • Auskunftspflicht
  • Quarantäne-Schadorganismen

Die Teilnehmer erhalten eine Kursbestätigung und einen Dienstausweis, die gemeldeten Betriebe werden bis zu viermal jährlich aufgesucht. Gefahr besteht besonders bei Importen aus China, aus dem Fernen Osten, den USA und Kanada, schlechter Holzqualität sowie Beanstandungen bei vorhergehenden Kontrollen.

Exportkontrollorgane der Länder

Für den Export wurde ein anderes System etabliert: Die Ausfuhr von Holz und Holzprodukten unterliegt der Aufsicht des Landeshauptmannes. In sieben Bundesländern ist die Exportkontrolle bei den Landwirtschaftskammern angesiedelt, in Kärnten und der Steiermark bei der Landesforstdirektion. Sie kontrollieren den Export von Schnittholz, Holzprodukten und Verpackungsholz. Die Schulung der Exportkontrollorgane erfolgt ebenfalls durch das Bundesamt für Wald. Dargelegt werden die gesetzlichen Grundlagen, das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Erkennen von Holzschädlingen und den Anforderungen an das richtige Ausstellung von Pflanzengesundheitszeugnissen.

Zusätzlich werden diese Treffen genutzt, um die aktuelle Schadenssituation bei in Österreich eingeschleppten Quarantäneschadorganismen zu diskutieren. Derzeit stehen österreichweit über 120 ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung.


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Krehan H.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=4504