EU-Holzhandelsverordnung (EUTR)




Die EU-Holzhandelsverordnung (European Timber Regulation, kurz: EUTR) trat am 3. März 2013 in Kraft und verbietet das Inverkehrbringen von Holz und Holzprodukten aus illegalem Einschlag auf dem EU-Markt. Betroffen ist sowohl Holz, das in der EU geschlägert wird, als auch Holz und Holzprodukte aus Drittstaaten.

Link zur EUTR-Website der Europäischen Kommission

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VERFAHRENSABLÄUFE



Die Zuständigkeiten sind folgendermaßen verteilt:

1) Die Kontrolle von Marktteilnehmern, die Holz und Holzprodukte aus Drittländern importieren sowie von Händlern innerhalb der EU und Überwachungsorganisationen fallen in den Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für Wald.
2) Die Kontrolle von Marktteilnehmern, die Holz in Österreich ernten und handeln, obliegt den Bezirksverwaltungsbehörden.



WER IST MARKTTEILNEHMER (OPERATOR)?

Jede natürliche oder juristische Person, die Holz bzw. Holzerzeugnisse in Verkehr bringt (jede erstmalige entgeltliche oder unentgeltliche Abgabe auf dem EU-Binnenmarkt):

1) Personen oder Firmen, die in der EU Holz ernten zum Zwecke der Verarbeitung oder der Verteilung an kommerzielle oder nichtkommerzielle Konsumenten.
2) Personen oder Firmen, die Holz u. Holzprodukte importieren zum Zwecke der Verarbeitung oder der Verteilung an kommerzielle oder nichtkommerzielle Konsumenten.
3) Personen oder Firmen, die in der EU Holz ernten oder Holz oder Holzerzeugnisse in die EU importieren ausschließlich zur eigenen betrieblichen Verwendung

Wichtig:
- Marktteilnehmer müssen sich in Österreich nicht registrieren. Sie sind für das Bundesamt für Wald aus den Zolldaten ersichtlich.
- Auch Internethändler sind Operator sobald das Holz in der EU am Markt ist.

pdf   Österreichische Waldbesitzer als Marktteilnehmer


Sorgfaltspflichtregelung

Marktteilnehmer müssen nach Artikel 6 der EUTR eine sogenannte Sorgfaltspflichtregelung anwenden, um das Risiko zu begrenzen, illegal geschlägertes Holz und daraus gefertigte Produkte zu beziehen.

Die Dokumente, auf die sich die Sorgfaltspflichtregelung stützt (z.B. Holzeinschlagsgenehmigungen, Transportdokumente), sind vom Marktteilnehmer auf Plausibilität (bezüglich Zeitraum, Menge, Holz- und Warenart, etc.) zu prüfen.


pdf   Elemente der Sorgfaltspflichtregelung und zugrundeliegende Informationen und Dokumente

pdf   Muster der Risikobewertung



WER IST HÄNDLER (TRADER)?


Personen oder Firmen, die Holz oder Holzerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken verkaufen bzw. kaufen, die bereits auf dem Binnenmarkt in Verkehr gebracht wurden. Sie sind verpflichtet, Aufzeichnungen über Ihre Lieferanten und Käufer zu führen und diese zumindest fünf Jahre lang aufzubewahren, um die Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten.



WELCHE AUFGABEN HABEN ÜBERWACHUNGSORGANISATIONEN (MONITORING ORGANISATIONS)?

Laut Artikel 8 der EUTR hat eine Überwachungsorganisation folgende Aufgaben:
1) Sie hält eine Sorgfaltspflichtregelung gemäß Artikel 6 auf dem neuesten Stand, bewertet sie regelmäßig und erteilt Marktteilnehmern das Recht, diese Regelung anzuwenden;
2) sie überprüft die ordnungsgemäße Anwendung ihrer Sorgfaltspflichtregelung durch diese Marktteilnehmer;
3) sie trifft geeignete Maßnahmen, wenn ein Marktteilnehmer ihre Sorgfaltspflichtregelung nicht ordnungsgemäß anwendet, einschließlich der Unterrichtung der zuständigen Behörden im Falle eines erheblichen oder wiederholten Verstoßes des Marktteilnehmers.

Überwachungsorganisationen werden offiziell als solche von der Kommission anerkannt, ihre Arbeit wird in regelmäßigen Abständen durch die zuständigen Behörden in den EU-Mitgliedstaaten überprüft. Sie können ihre Anerkennung verlieren, wenn festgestellt wird, dass sie ihre Aufgaben nicht in Übereinstimmung mit dem Gesetz ausüben.

Liste der anerkannten Überwachungsorganisationen



Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Krehan H., Putz J.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9390