BFW überprüft Quecksilberbelastungen



Der Abschluss der UN-Minamata-Konvention hat Quecksilber wieder ins öffentliche Bewusstsein gerufen: Das giftige Schwermetall, das nicht nur in Fieberthermometern, Energiesparlampen und Batterien vorkommt, sondern vor allem durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen entsteht und in der Nähe von Industrieanlagen nachzuweisen ist, soll sukzessiv in sämtlichen Bereichen reduziert werden und so langfristig Gefahren für die Gesundheit von Menschen und Tieren minimieren.

Belastung für das Waldökosystem

Quecksilber reichert sich analog zu Schwefel, Fluor und Chlor in Blättern und Nadeln durch direkte Aufnahme aus der Luft an. Die in Österreich auftretenden Konzentrationen, welche seit 1986 eine markant fallende Tendenz aufweisen, wirken zwar nicht unmittelbar toxisch auf Menschen, Tiere und Pflanzen, stellen aber dennoch eine Belastung für den Organismus und das Waldökosystem dar.


30 Jahre BFW-Quecksilberkontrolle

Dem Ruf nach einer konsequenten Quecksilberkontrolle wird das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW)  seit 1983 gerecht. Seit der Einführung des sogenannten Bioindikatornetzes (www.bioindikatornetz.at) hat sich  einiges getan: Aufgrund der im Gesetz emissionsseitig verankerten Höchstwerte von Schwermetallen (u.a.) konnte  eine deutliche Verbesserung der Quecksilberwerte in der Umwelt verzeichnet werden. Ziel dieses Monitoringprogrammes  ist es, durch die Analysen der Blatt- und Nadelgehalte sowohl lokale als auch grenzüberschreitende Immissionseinwirkungen  sowie Nährstoffimbalanzen festzustellen und deren zeitliche Entwicklung und räumliche Verteilung aufzuzeigen.  Neben den bundesweiten Fragestellungen bilden diese Daten die Basis der forstfachlichen Gutachten der Landesforstbehörden,  in Verfahren nach dem Berg-, dem Abfallwirtschafts- und dem Gewerberecht sowie im UVP (Umweltverträglichkeitsprüfungs)-Verfahren.


Die aktuellen Quecksilbergehalte der untersuchten Nadelproben des Österreichischen Bioindikatornetzes sind zumeist gering, im Nahbereich von spezifischen Emittenten konnten erhöhte Werte festgestellt werden. Die Ergebnisse zeigen von 1986 auf 2011 eine deutlich fallende Tendenz

Ergebnisse im Detail

Österreichisches Bioindikatornetz | www.bioindikatornetz.at

Rückfragen | Ing. Alfred Fürst, 0043 1 878 38-1114, alfred.fuerst@bfw.gv.at

Mag. Marianne Schreck, 0043 1 878 38-1343, marianne.schreck@bfw.gv.at

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Fürst A., Schreck M.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9477