Video über die Auswirkungen des Klimawandels in Afrika


Das im Westen Afrikas gelegene Land Burkina Faso unterliegt einem tropischen Wechselklima, in der, je nach geografischer Lage, die Regenzeit zwei bis fünf Monate dauern kann, was für die dortige Vegetation prägend ist. Die typischen Parklandschaften - Kulturlandschaften, die durch die Praxis der Agroforstwirtschaft entstanden - sind aufgrund geänderter landwirtschaftlicher Nutzungen einer zunehmenden Gefährdung ausgesetzt: Zersplitterung der Landschaft, Auswirkungen der Klimaveränderung und geänderte Besitz-verhältnisse haben das Gebiet maßgeblich gestaltet. Das Institut für Waldgenetik des BFW hat bereits einige Projekte in Afrika durchgeführt. Der Wissenstransfer von technischem Know-how  und Empowerment für die von Armut gekennzeichnete Bevölkerung sind die Hauptanliegen für das Engagement in Afrika.
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Karte von Burkina Faso

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Agroforstwirtschaft: Kombination von Baumarten und einjährigen Nutzpflanzen

Verbesserte Nutzung  

In Burkina Faso werden im sehr trockenen Norden Anbauversuche bei der für die Agroforstwirtschaft wichtigen Baumart Prosopis africana in enger Kooperation mit burkinischen Forschungsinstituten angelegt. Molekulargenetische Inventuren sowie Trockenstressversuche im Sämlingsstadium werden ebenfalls dazu beitragen, bei dieser Baumart die Entwaldung im Norden des Landes durch  Wahl geeigneter trockentoleranter Populationen zu reduzieren.

Wissen der Bevölkerung

Eine wesentliche Komponente ist es, das Wissen der lokalen Bevölkerung bewusst zu nutzen und durch Wissenstransfer im Bereich der Waldgenetik und -ökologie  zum Kapazitätsaufbau in Burkina Faso beizutragen.
Zusammen mit dem burkinischen Ministerium und dem Centre National de Semences Forestieres (CNSF) in Ouagadougou wurden bestehende nationale Erhaltungs- und Nutzungsstrategien forstlicher Genressourcen optimiert. Dies beinhaltete beispielsweise auch die Erstellung verbesserter technischer Richtlinien über den Gebrauch forstlichen Vermehrungsgutes.


Über die Projektdauer hinaus soll mit bestimmten burkinischen Institutionen ein fachlicher Dialog entstehen. Dies soll unter anderen auch dadurch erreicht werden, dass PhD- und Masterstudentinnen und -studenten im Rahmen des Projektes am BFW, CNSF und der BOKU betreut werden.

Wie kann  Waldforschung konkret zur Bekämpfung der Effekte der Klimaänderung beitragen?          

Der vom BFW produzierte Film "Climate Change in West Africa – how forestry reasearch in Burkina Faso can help" gibt einen Überblick über die derzeitige Situation in Westafrika am Beispiel von Burkina Faso und der Baumart Prosopis africana.  Anhand von konkreten Beispielen wird gezeigt, wie Wissen der lokalen Bevölkerung zu Verbesserungen beitragen kann:  Die Anwendung der Zai- und Halbmond-Technik und Wasserbarrieren hilft, die beschränkte Menge an verfügbarem Wasser bestmöglich zu nutzen. Die Auswahl geeigneter Pflanzen unter dem Aspekt des Wasserverbrauchs und das Setzen zum jeweils je nach Baumart geeigneten Zeitpunkt ist genauso wichtig wie der Einsatz von Kompost und Termiten zur Verbesserung und Lockerung des Bodens.



Daneben werden auch die im Rahmen des Projekts  vom BFW durchgeführten Maßnahmen angesprochen: technische Hilfe beim Herkunftsversuch, beim Trockenstresstest der Pflanzen und das Training von Studenten und potentiellen späteren Entscheidungsträgern.
Zusammenfassend meint ein lokaler Farmer: „Es gibt kein Leben ohne Bäume, kein Leben heißt  kein tierisches und menschliches Leben. Deswegen ist es wichtig, mit diesen Aktivitäten weiterzumachen, denn, ob wir es aussprechen oder nicht, Bäume bedeuten Leben.“


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Geburek T.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9709