Waldgenetik: Brotbaum Fichte sichern



Um die Produktionsgrundlagen und Bestandessicherheit bei der Baumart Fichte in Österreich dauerhaft zu verbessern, wurde die Forschungsinitiative "Green Heritage" ins Leben gerufen. Dazu wird der genetische Hintergrund von bestimmten Eigenschaften untersucht, um daraus Marker zu entwickeln, die wiederum für genetisch unterstützte Züchtungen angewendet werden können. Die Ausführung dieses Forschungsprojektes am BFW erfolgt in Kooperation mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und wird von der FFG sowie wirtschaftlichen Projektpartnern gefördert.

Unterschiedliche Wachstumsreaktionen

In der ersten Projektphase (2007-2011) konnte gezeigt werden, dass die Wachstumsreaktionen verschiedener österreichischer Fichtenherkünfte auf eine Trockenperiode sehr unterschiedlich sind und somit stark von der Genetik beeinflusst werden. Während einige Herkünfte ihr Wachstum während einer Trockenperiode um bis zu 85 Prozent reduzierten, verzeichneten andere Herkünfte signifikant geringere Wachs-tumseinbußen. Bei anderen Parametern, wie dem Austriebsverhalten, konnte eine große Variation innerhalb einer Population beobachtet werden, wobei jedoch auch hier Einzelindividuen sehr konstantes Verhalten über die Jahre zeigten.

Genetische Marker

Für beide Merkmale Trockenresistenz und Austrieb wurden in der ersten Projektphase genetische Marker entwickelt. Vor einem weitreichenden Einsatz dieser Marker ist es allerdings zwingend notwendig, die genetischen Marker an einem alternativen un- abhängigen Kollektiv zu validieren. Nur so ist sichergestellt, dass diese eine universelle Bedeutung im Genom der Fichte besitzen und nicht nur auf wenige Einzelbaumnachkommenschaften bzw. Herkünfte beschränkt sind.
© BFW
Im Fichtensämlingsversuch werden genetische Marker gesucht

Sämlingsversuch

In der zweiten Projektphase (Green Heritage II; 2012-2015) soll diese Validierung über einen Sämlingsversuch erreicht werden. Insgesamt wurden Samen von 120 großteils aus Österreich stammenden Herkünften im Versuchsgarten Tulln angebaut. Die Sämlinge wurden im ersten Jahr des Wachstums hinsichtlich Knospenabschluss sowie einiger Wachstumsmerkmale und des Austriebsverhaltens beurteilt.
Im Sommer 2013 sollen die verschiedenen Herkünfte im Zuge eines Trockenstress-Experiments auf ihre Resistenz getestet werden. Parallel dazu werden genetische Untersuchungen angestellt, um Marker zu finden, die an diese Eigenschaften gekoppelt sind.

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Konrad H.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9713