Die Wasserbilanz von Koniferen in den Zentralalpen


Die zukünftige Wasserbilanz von Bäumen sowie die Schutzfunktion von Waldbeständen vor Naturgefahren hängen im Wesentlichen davon ab, wie Bäume auf die sich ändernden Umweltbedingungen, vor allem auf die globale Erwärmung reagieren. Schon ein geringfügiger Temperaturanstieg und eine damit verbundene Verlängerung der Vegetationsperiode, kann zu Änderungen in der Wasserabgabe und damit auch in der Wasserbilanz von Einzugsgebieten führen. In den inneralpinen Trockentälern der Tiroler Zentralalpen ist die Rotföhre (Pinus sylvestris) die "Klimax"-Baumart, die Zirbe (Pinus cembra) dominiert an der alpinen Waldgrenze. Im Bereich der Waldgrenze beeinträchtigt das Niederschlagsangebot die Wasserversorgung nicht wesentlich, jedoch führt auf tiefer gelegenen Trockenstandorten Luft- und Bodentrockenheit immer wieder zu Einschränkungen der Transpiration.

Wasserversorgung als limitierender Faktor

Die Wasserbilanz von Bäumen wird durch die Wasseraufnahme über die Wurzeln und durch die Wasserabgabe über die Blätter kontrolliert. Wasseraufnahme und Wasserabgabe können jedoch durch die prognostizierte globale Erwärmung Änderungen erfahren. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass ein Anstieg in der Jahresmitteltemperatur auch Trockenperioden verschärft. Dadurch ergeben sich Auswirkungen auf die Wasserbilanz von Bäumen und Beständen und im Extremfall kann sich auch die Artenzusammensetzung zu Gunsten trockenresistenterer Baumarten ändern. Letzeres könnte vor allem an solchen Standorten eintreten, wo die Wasserversorgung gegenwärtig ohnedies schon durch eine dünne Bodenauflage und einer damit verbundenen geringen Wasserspeicherkapazität limitiert ist.

Grundlagen für die Risikoanalyse

Ziel dieses Projektes ist es daher, den saisonalen Wasserverbrauch von Koniferen an einem inneralpinen Trockenstandort mit dem von Koniferen im Bereich der alpinen Waldgrenze zu vergleichen, und diesen mit Klimaparametern und Bodenwasservorräten des jeweiligen Standortes in Korrelation zu setzen. Durch die Erstellung einer Wasserbilanz auf Bestandesebene ergeben sich schließlich auch Grundlagen für die Risikoanalyse gegen Naturgefahren wie Muren und Überflutungen.


Versuchsanlage auf einem inneralpinen Trockenstandort


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Wieser G.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9738