BFW-Exkursion: Was kann der Wald leisten


Das Institut für Waldwachstum und Waldbau des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) veranstaltete Anfang September 2013 eine Exkursion zu elf Dauerversuchsflächen im Wald- und im Mühlviertel und lud dazu die Verantwortlichen jener Forstbetriebe ein, mit denen Kooperationen bei der Versuchsflächenführung bestehen. Eine Wiederholung dieser Veranstaltung für WaldbesitzerInnen und weitere Interessenten ist für 2014 geplant.

Dauerversuche als Grundlage

Ein Wald hat Geschichte, dessen Entwicklungen langsam vor sich gehen und deren Lesbarkeit eine besondere Aufmerksamkeit erfordert. Auf den vom BFW in Kooperation mit den Forstbetrieben vor Ort betreuten Dauerversuchsflächen können anhand der exakt erfassten und jahrzehntelang dokumentierten Messungen die Reaktionen von Bäumen und Beständen auf Bewirtschaftungsmaßnahmen analysiert werden. In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedene Versuchsreihen begonnen: Solitärversuche, Ein-Klon-Versuche, Stammzahlhaltungs- und Durchforstungsversuche. Alle Versuche thematisieren den Zusammenhang zwischen Standraum, Leistung und Stabilität. Der Schwerpunkt liegt auf der Baumart Fichte, der  nach wie vor bedeutendsten Wirtschaftsbaumart Österreichs. Die ersten Dauerversuche dieser Versuchsreihen wurden im Waldviertel 1964 bei Karlstift eingerichtet, werden also bereits seit nunmehr 50 Jahren beobachtet. Folgende Fragen stehen im Vordergrund: Wie viel legt ein Baum an Holzmasse zu? Welche Wuchsleistungen sind möglich? Welche Schadereignisse wie Schneebruch und Windwurf haben die Bestände beeinflusst? In welcher Weise wirkt sich die Bestandesbehandlung auf die Stabilität des Waldes aus?

Benchmark des Waldwachstums

Der in Ottenstein (Niederösterreich) besichtigte internationale Fichtendurchforstungsversuch erreichte innerhalb eines Zeitraumes von 50 Jahren eine Gesamtwuchsleistung von mehr 1000 Vorratsfestmeter pro Hektar, was eine schwer zu überbietende Leistung darstellt. Auch andere Versuchsbestände erreichen Wuchsleistungen die weit über den Ertragstafelvorstellungen liegen. Eine weitere Beobachtung, die sich an allen Standorten bestätigt hat: Je mehr Standraum für den Baum vorhanden ist, desto stabiler ist er, die höhere Stabilität verringert die Risikoanfälligkeit und das raschere Wachstum erlaubt kürzere Umtriebszeiten. Gerade in Zeiten eines möglichen Klimawandels sind das wichtige Argumente für eine Durchforstung nach dem Motto "Früh, stark und selten".  "Diese Exkursion zeigte, welche Auswirkungen unsere forstlichen Maßnahmen auf das Waldwachstum haben und bestätigte uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das war eine sehr positive Erfahrung", fasst ein Teilnehmer der Veranstaltung zusammen.

Nächste Exkursionstermine auf Anfrage: guenter.roessler@bfw.gv.at

www.waldwachstum.at

Übersicht zu allen Dauerversuchen
Information zur Ein-Klon Versuchsreihe
Zusammenhang von Stabilität, Standraum und HD-Wert (Artikel von G. Rössler auf waldwissen.net)


Exkursion des Instituts für Waldwachstum und Waldbau

(Bild in höherer Auflösung)

Versuchsfläche mit Buche unterbaut

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Neumann M.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9765