BFW goes International


Das BFW will bestmöglich Forschung, Datenerhebung, Aus- und Weiterbildung sowie die Verwertung des Wissens verbinden. Dies ist eines der Vorhaben, welches es sich im Unternehmenskonzept 2011-2015 vorgenommen hat. Beratung, Kommunikation und Wissensvermittlung werden eine weiterhin zunehmende Bedeutung haben. Dafür ist eine gute wissenschaftliche Qualität eine unabdingbare Voraussetzung. Um dies zu erreichen, ist eine enge fachliche Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen wichtig. Das BFW hat deshalb das Ziel, seine internationale Vernetzung zu stärken und sich auf europäischer und globaler Ebene als aktiver und verlässlicher Partner zu positionieren. Eine Stärke des BFW ist dabei die gute Vernetzung in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft. So hat beispielsweise das Institut für Waldgenetik bereits mehrere Projekte mit der Austrian Development Agency (ADA) abgewickelt, unter anderem in Burkina Faso. Dieser westafrikanische Staat ist ein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungshilfe. Diese Zusammenarbeit trägt nun auch bei der Bekämpfung des Klimawandels Früchte.

Projekte gegen Klimawandel

Die Republik Österreich hat sich in der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen gegenüber den Entwicklungsländern zu einer Art Klima-Anschubfinanzierung in der Höhe von 120 Mio. Euro verpflichtet. Das Lebensministerium unterstützt daher durch die Umweltsektion Projekte zur Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung (REDD). Hier bringt das BFW österreichisches Know-how im internationalen Kontext ein.

Konzepte für Burkina Faso

In den vergangenen 35 Jahren sind in Burkino Faso Zeichen eines Klimawandels feststellbar: weniger Niederschlag und höhere Durchschnittstemperaturen. Ziel dieses Projektes unter der Leitung von Institutsleiter Univ.-Prof. Dr. Thomas Geburek ist es, Landbewirtschaftungskonzepte für den Agroforstwirtschaftssektor zu entwickeln. Die Regierung, aber auch die regionalen und lokalen Kommunen sollen dabei unterstützt werden, die negativen Auswirkungen eines Klimawandels abzumindern. Zum einen erfolgt Wissenstransfer, zum anderen soll die Versorgung der lokalen Bewirtschafter mit geeignetem Vermehrungsgut gewährt werden. Das Projekt umfasst Saatgutuntersuchungen, Trockenstressexperimente und zahlreiche Aus- und Weiterbildungsprogramme. Ein Fokus liegt auf der Baumart Prosopis Africana, dieser Hülsenfrüchtler ist gut an trockene Standorte angepasst.

BFW-Beteiligung an Klimaprojekt in Georgien

Das 45.000 ha umfassende Gebiet Borjomi-Bakuriani in Zentralgeorgien ist eine einzigartige Mischung aus alpinen Bergwäldern und Tieflagen mit einer reichhaltigen Artenvielfalt. Aufgrund der dort bestehenden forstlichen Probleme, wie Beweidung, Brandrodung und Käfervorkommen (Ips typographus), die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen, arbeitet das BFW in Kooperation mit der österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) und der georgischen Forstdirektion an einem Konzept für ein adaptives nachhaltiges Forstmanagement. Hauptziel ist es, die nachhaltige Entwicklung und Erhaltung des Waldökosystems zu fördern, um die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung, die wirtschaftlich stark mit dem Wald verknüpft ist, zu verbessern. Aufbauend auf die bestehenden Strukturen des georgischen Forstsektors wird das BFW (wissenschaftliche Koordination: Univ.-Doz. Dr. Robert Jandl) gemeinsam mit dem ÖBf-Consulting vor Ort forstliches Know-how einbringen.

Naturgefahrenmanagement für Transportinfrastruktur

Das dritte internationale Schwerpunktland des Lebensministeriums ist Kirgisistan. In diesem zentralasiatischen Staat wurden in den vergangenen Jahren einige Studien zum Waldmanagement durchgeführt, wobei dem Aspekt der Wiederbegründung und der nachhaltigen Pflege von Schutzwald zum Schutz vor Naturgefahren nur bedingt Beachtung geschenkt wurde. Das vorliegende BFW-Projekt unter der Leitung von PhD. Antonia Zeidler knüpft an bestehende Studien an und analysiert die Schutzwirkung des Waldes, das Potenzial für Aufforstungen und die Notwendigkeit von Waldpflege. Ziel ist es, zu einem nachhaltigen, multifunktional orientierten und klimaneutralen Naturgefahrenmanagement durch die Begründung und Bewirtschaftung von Schutzwaldflächen entlang von Straßen in Kirgisistan beizutragen. Geplant sind Lawinengefahrenkarten beziehungsweise Lawinengefahrenhinweiskarten und Schadenpotenzialkarten, Schutzwaldkarten (aktuelle Schutzwirkung) sowie eine Schutzdefizitkarte. Daraus werden eine Aufforstungspotenzialkarte für Lawinen-Schutzwälder und Empfehlungen zum Schutzwaldmanagement abgeleitet.

BFW-Expertise gefragt

Die beschriebenen Projekte zeigen, dass das Wissen des BFW international nachgefragt wird - darauf sind wir stolz. Es stellt allerdings nur einen Ausschnitt aus den vielfältigen Aufgabengebieten des BFW in Österreich dar, die von Beratung, Forschung über Monitoring und Ausbildung bis zu hoheitlichen Kontrollaufgaben reichen. Die Vielzahl an neuen nationalen Projekten des BFW - mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis - sind zudem eine Bestätigung, dass das BFW mit seinen MitarbeiterInnen erfolgreich daran arbeitet, seine Ziele der Wissensvermittlung zu erreichen.

Mehr Infos auf: www.bfw.ac.at

Dr. Peter Mayer, DI Christian Lackner,
Bundesforschungszentrum für Wald,
1131 Wien, direktion@bfw.gv.at


Agroforstwirtschaft in
Burkina Faso

Landschaft in Kirgisistan
Borjomi-Bakuriani in Georgien
Webtipp: www.westafricanplants.senckenberg.de

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Lackner C., Mayer P.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9771