Baum des Jahres 2014: die (unaufgeregte) Rotbuche


Der Möbelhersteller Michael Thonet war bereits im 19. Jahrhundert von ihren positiven Eigenschaften begeistert und er erzielte mit seiner speziellen Technik, um Holz für seine berühmten Sesseln zu biegen, mit ihr die besten Erfolge: die Rotbuche (Fagus sylvatica). Das helle, schwere und harte Holz mit dem typischen Rotkern erhält durch den Dampf seine rötliche Färbung, das mit der Zeit in ein Dunkelgelb übergeht. Der Grund für die Begeisterung: Die Buche wird dieses Jahr besonders geehrt. Im Jänner hat das Lebensministerium und das Kuratorium für Wald die Rotbuche als Baum des Jahres 2014 in Österreich gekürt. Es ist nach der seltenen Eibe im Jahr 2013 die Entscheidung für einen Laubbaum gefallen, der in Österreich am häufigsten anzutreffen ist. Mit einem Anteil von zehn Prozent ist sie in Österreich zumeist in Fichten-Tannen-Buchen-Waldgesellschaften vorzufinden. "Sie ist jene Baumart, die charakteristisch für den Wienerwald ist. Die Rotbuche ist wegen ihrer ökologischen Bedeutung oft ein wichtiger Baum im Forstbetrieb", so der Leiter des BFW Peter Mayer.

Vielfältig im Einsatz

Aufgrund ihrer hohen Dichte ist ihr Holz im Baugeschäft jedoch im Vergleich zur Fichte weniger attraktiv. "Der Preis für Buche ist derzeit für thermische Nutzung und andere Nutzungsarten praktisch gleich. Das hat dazu geführt, dass es bisher nur vereinzelt Bestrebungen gab, neue technische Anwendungsgebiete zu erschließen", so Peter Mayer. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht besonders vielfältig zum Einsatz kommt: in der Möbelindustrie und in der Textilbranche zum Beispiel. Die direkte Verwertung als brennbare Biomasse ist nur mit Einschränkungen empfehlenswert. Anzustreben ist die sogenannte Kaskadennutzung von Holz, die eine thermische Verwertung von Holz und seinen Produkten erst als letzte Stufe im Verwertungsprozess vorsieht. Im Zuge des Klimawandels, bei dem die Fichte tendenziell als Verliererin eingestuft wird, wird die Buche zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im klimagerechten Wald ist sie deshalb in Zukunft vielerorts eine unverzichtbare Baumart - sowohl in ökonomischer als auch in
ökologischer Hinsicht.


Beliebte Früchte: Bucheckern


Der Buche wird nachgesagt, sie würde "protzen"


Unaufgeregt schön:
das Buchenblatt


Typischer Rotkern der Buche




Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Mayer P.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9809