CoSiCa - Lawinen in der Endlosschleife


In der Lawinenforschung wird Simulationssoftware als Hilfswerkzeug zur Gefahrenzonenkartierung und Maßnahmenplanung eingesetzt. Um eine Lawinensimulation durchzuführen, müssen Anfangs- und Randbedingungen (z.B. Anbruchgebiete und Schneeverteilung) sowie Prozessparameter definiert werden. Eine exakte Messung von entscheidenden Parametern, wie beispielsweise Materialeigenschaften, welche das Reibungsverhalten von Schnee beschreiben, ist an realen Lawinen bisher nur eingeschränkt möglich. Daher müssen diese Parameter mit geeigneten Verfahren ermittelt werden.

Lawinensimulation optimieren

Diese basieren auf Rückrechnungen beobachteter Extremlawinen und beinhalten die Lösung eines inversen Problems sowie ein geeignetes Optimierungsverfahren. Im Projekt SamosAT CoSiCa wurde ein erstes standardisiertes und objektives Auswerte- und Optimierungs-verfahren für Lawinensimulationen im dreidimensionalen Gelände entwickelt, um Ergebnisse von Lawinensimulationen im Hinblick auf Beobachtungen in der Natur und die praktische Anwendung zu optimieren. Unter anderem wurden Auslaufgrenzen, Aufpralldrücke, Lawinengeschwindigkeiten sowie der Massenzuwachs einer Lawine auf ihrem Weg ins Tal untersucht. Pro Lawinenpfad wurden mehrere 10000 Simulationen unter Variation der Eingangsparameter durchgeführt und anschließend mit der Analysesoftware AIMEC (Fischer et al., 2012; Fischer, 2013; Fischer et al., 2014) untersucht. Anhand der Feldbeobachtungen konnte die Güte für jeden Simulationslauf errechnet und somit die besten Parameterkombinationen bestimmt werden (Abbildung). Die große Anzahl von Simulationsläufen ermöglicht es, statistisch fundierte Aussagen zu treffen, welche als Basis für zukünftige Anwendung in der Lawinensimulation dienen können.

Kooperationspartner: BMLFUW, WLV - Stabstelle für Schnee und Lawinen

© BFW
Wolfsgrube: Gezeigt sind die Druckgrenzen eines normalen Simulationslaufes,
sowie von Simulationsläufen mit optimierten Parameterkombinationen;
deutlich sichtbar ist die verbesserte Übereinstimmung mit dem dokumentierten
Ereignis



Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Fischer J., Kofler A.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9870