Gernot Hoch ist nun Leiter des Instituts für Waldschutz


Fast 20 Jahre hatte Dr. Christian Tomiczek das Institut für Waldschutz des Bundesforschungszentrums für Wald geleitet, mit Ende des Jahres 2014 trat er in den Ruhestand. Mit Wirkung vom 1. Jänner 2015 wurde nun Gernot Hoch zum neuen Leiter des Instituts für Waldschutz des BFW bestellt.



Priv.-Doz. DI. Dr. Gernot Hoch kam im Oktober 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter ans Institut für Waldschutz, Abteilung für Entomologie. Er befasst sich in seinen laufenden Forschungsarbeiten mit Möglichkeiten der Kontrolle des Kiefernsplintholznematoden und seiner Vektoren, Bockkäfer der Gattung Monochamus. Insbesondere das Ausbreitungsverhalten der Käfer und deren chemische Ökologie als Grundlage für Methoden des Monitorings und der Kontrolle der Vektoren sind wichtige Forschungsgebiete. Das Ausbreitungsverhalten des Buchdruckers und Detektionsmethoden für den Asiatischen Laubholzbockkäfer sind weitere Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit.

Faszination für Waldschutz

Gernot Hoch studierte Forstwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Univ.-Prof. Erwin Führer und Univ.-Prof. Edwin Donaubauer weckten die Faszination für die Disziplin des Waldschutzes. Eine Diplomarbeit zur Populationsdynamik des Schwammspinners betreut von Erwin Führer war die Folge (Sponsion 1995). Frühe Kontakte zur internationalen wissenschaftlichen Community öffneten die Tore zur Welt der Wissenschaft. Ein Doktoratsstudium an der BOKU war die Folge (Dissertation unter Univ.-Prof. Axel Schopf, Promotion 2000). Nach einem Postdoc-Aufenthalt am Illinois Natural History Survey, University of Illinois, USA im Labor von Dr. Leellen Solter von 2001 bis 2002 (Erwin-Schrödinger-Stipendium des Wissenschaftsfonds FWF) mit Forschungen auf dem Gebiet der Insektenpathologie kehrte Gernot Hoch 2003 als Universitätsassistent im Bereich Forstentomologie unter Univ.-Prof. Axel Schopf an die BOKU zurück. Dort arbeitete er über Mikrosporidien als Pathogene bei Insekten sowie über Ökophysiologie von Forstinsekten. Grundlegende Fragen der Übertragung von Mikrosporidieninfektionen, deren Auswirkung auf das Wirtsinsekt sowie Wechselwirkungen mit parasitischen und räuberischen Insekten wurden in mehreren nationalen Projekten sowie in internationalen Kooperationen bearbeitet. Die Wirkung tiefer Temperaturen auf das Überleben und die Aktivität von Prozessionsspinnern wurden unter anderem in einem EU-Projekt erforscht.

Breites Spektrum

2010 wurde Gernot Hoch die Lehrbefugnis für das Fach „Angewandte Entomologie“ an der BOKU verliehen (Habilitation zum Thema ökologische und physiologische Wechselwirkungen zwischen entomopathogenen Mikrosporidien und ihrem Wirtsinsekt, Lymantria dispar (Lep., Lymantriidae)). Mit Lehraufträgen aus den Fächern „Waldschadensdiagnostik“ und „Biologische Schädlingskontrolle“ sowie der Betreuung von Masterarbeiten ist er der universitären Lehre weiter verbunden. Aufgrund seiner in- und ausländischen Erfahrung und seinem breiten Interesse passt er genau zur strategischen Ausrichtung und Weiterentwicklung des BFW im Sinne des Unternehmenskonzeptes 2011-15.


Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0

Autor: Hoch G.

Quelle/URL: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9974