Chronik der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1975 - 1999
 
FBVA-Chronik
Standorte

Mariabrunn

Schönbrunn

Die erste Adresse der Versuchsleitung war ab dem 12.11.1874 ein kleines Büro in der Traungasse 2 im 3. Wiener Gemeindebezirk. 1877 übersiedelte man in die Tulpengasse 3 im 8. Bezirk und 1887 in das leerstehende, im 17. Jahrhundert erbaute ehemalige Klostergebäude Mariabrunn, in dem von 1813 bis 1875 die Forstlehranstalt Mariabrunn bzw. die Forstakademie untergebracht war. Mariabrunn blieb von 1887 an 70 Jahre lang Hauptsitz der Forstlichen Versuchsanstalt.

Die durch den ansteigenden Personalstand verursachte Raumnot sowie die immer umfangreicher werdenden Aufgaben führten in den fünfziger Jahren zum Bau einer für die damalige Zeit sehr modernen Forschungsstätte in Wien Schönbrunn. Dieses Gebäude ist seit 1957 Hauptsitz der Forstlichen Bundesversuchsanstalt. Seit 1988 heißt die Straße, die zur Forstlichen Bundesversuchsanstalt führt, auf Initiative von Direktor Friedrich Ruhm und in Würdigung des ersten Leiters der Versuchsanstalt "Seckendorff-Gudent-Weg".





Innsbruck Hofburg

Auch nach der Verlegung des Hauptsitzes nach Schönbrunn blieb ein Teil des Personals weiterhin in Mariabrunn, das zwischen 1988 und 1994 generalsaniert wurde. Derzeit befinden sich in Mariabrunn das Institut für Waldbau, das Institut für Forstgenetik, die Abteilungen für Wildbach- und Abtragsforschung und für Wildbachhydrologie des Instituts für Lawinen- und Wildbachforschung, ein Versuchsgarten und die Gartenleitung, das Museum für das Forstliche Versuchswesen sowie die Haustischlerei. In Schönbrunn befinden sich Direktion und Verwaltung sowie die Institute für Forstökologie, Forstschutz, Waldwachstum und Betriebswirtschaft, Immissionsforschung und Forstchemie und für Waldinventur.


Imst - Mykorrhizaforschung

Seit 1963 gehörte als weiterer Standort die Außenstelle für subalpine Waldforschung in der Hofburg in Innsbruck mit dem Klimahaus auf dem Patscherkofel und dem Labor für Mykorrhizaforschung im Gebäude der Gebietsbauleitung Imst der WLV zur Forstlichen Bundesversuchsanstalt.

Die Außenstelle ging aus der von Robert Hampel geleiteten "Forschungsstelle für Lawinenvorbeugung" hervor, die 1954 gegründet worden war und ab 1955 Teil der Sektion Innsbruck der forsttechnischen Abteilung der Wildbach- und Lawinenverbauung war. Zu ihr gehörte auch die ökologische Station Obergurgl, die, ebenso wie das Klimahaus auf dem Patscherkofel vor der Übernahme durch die FBVA, von Dipl.-Ing. Dr. Herbert Aulitzky geleitet wurde.


Klimahaus Patscherkofel

Seit 1985 ist das vormalige Institut für Lawinenkunde in Innsbruck ansässig, das seit Ende 1993 Institut für Lawinen- und Wildbachforschung heißt. Mit gleichem Zeitpunkt wurde die Außenstelle für subalpine Waldforschung aufgelöst, ihre Aufgaben wurden anderen Instituten eingegliedert.

Von 1952 bis 1963 war das Institut für Entomologie als Außenstelle in Kärnten bzw. Osttirol vorerst in Bodensdorf am Ossiachersee, ab 1954 in Lienz angesiedelt. Es wurde von Karl Schedl geleitet und war für die Forstschutzberatung in Kärnten, Osttirol und Steiermark verantwortlich.

Von 1958 bis 1967 gehörte auch das ¿Institut für angewandte Pflanzensoziologie¿ mit Sitz in St. Georgen am Sandhof/Ktn. zur FBVA. Der Leiter dieser Außenstelle war Erwin Aichinger.

Weitere Standorte der Forstlichen Bundesversuchsanstalt sind die Versuchsgärten in Mariabrunn (seit Beginn der Forstlichen Versuchsanstalt), Schönbrunn (seit den frühen sechziger Jahren) und Tulln (seit 1949 bzw. 1970).

06.02.06 | Linhart, R.
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