Chronik der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1975 - 1999
 
FBVA-Chronik
Bauliche Maßnahmen
In den Jahren 1975 bis 1999 geschah auf dem baulichen Sektor sehr viel. Die umfassendste bauliche Maßnahme war die Generalsanierung von Mariabrunn. Die Planungsarbeiten für die Restaurierung der zweigeschoßigen barocken ehemaligen Klosteranlage begannen 1985. Durchgeführt wurde die Generalsanierung ab 1988, und die feierliche Übergabe des restaurierten Baujuwels ging am 15. Juni 1994 vor sich. Weiters wurde das Gebäude in Schönbrunn innen und außen saniert und modernisiert, das Klimahaus auf dem Patscherkofel bei Innsbruck wieder voll einsatzfähig gemacht, ein Glashaus in Mariabrunn und eine Samenbank in Tulln gebaut, neue Labors eingerichtet etc. Es folgt eine chronologische Auflistung der wichtigsten baulichen Maßnahmen der vergangenen 25 Jahre.

1976

Versuchsgarten Tulln

Auf dem seit dem Jahr 1970 bewirtschafteten neuen Areal des Versuchsgartens Tulln werden Arbeitsräume und eine Unterkunft im Ausmaß von ca. 70 m² errichtet. Der neue Garten bei der sogenannten Bildereiche hat eine Gesamtfläche von 11 ha, davon 7,6 ha Eigentum des Bundes und 3,4 ha Pachtgrund der Gemeinde Tulln.

Klimahaus

Extreme Windverhältnisse führen zur teilweisen Abdeckung des Daches des Klimahauses auf dem Patscherkofel bei Innsbruck und machen eine Neueindeckung erforderlich.


1977

Versuchsgarten Tulln

Der Bau einer Geräte- und Maschinenhalle wird begonnen. Die Geräteschuppen des alten Standortes werden der Stadtgemeinde Tulln übergeben.


1978

Schönbrunn

Zur Behebung der schon viele Jahre bestehenden Raumnot an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt werden Um- und Zubauten im Areal Schönbrunn geplant. So wird z.B. im Südteil des Areals der Neubau eines Gebäudekomplexes geplant, der unter anderem Räumlichkeiten für die gesamte Forstinventur, einen Vortrags- und einen Speisesaal enthalten soll. Dieses Objekt soll durch einen Tunnel mit dem Hauptgebäude verbunden werden. Das Vorhaben wird jedoch nicht realisiert.


1979

Versuchsgarten Tulln

Der Bau der Maschinenhalle mit einer Grundfläche von ca. 350 m² wird abgeschlossen.

Schönbrunn

Im Amtsgebäude Wien Schönbrunn werden sämtliche Dienstwohnungen ¿ ausgenommen die Hauswartwohnung - aufgelassen und zu Büroräumen umgestaltet. Dadurch wird aber nur eine geringfügige Verminderung der Raumnot erreicht.


1980

Schönbrunn

Beginn von Umbau- und Renovierungsmaßnahmen durch hauseigene Fachkräfte. Die Raumsituation soll damit den tatsächlichen Erfordernissen angepaßt werden. Im Bereich der handwerklichen Dienste werden einige fachlich gut ausgebildete und vielseitige Hausarbeiter, z.B. Maurer, Maler- und Anstreicher, Schlosser und Mechaniker, aufgenommen, die es ermöglichen, derartige Maßnahmen kostengünstig, rasch und unbürokratisch in Eigenregie durchzuführen.


1981

Schönbrunn

Eine hauseigene Kfz-Werkstätte mit Hebebühne wird installiert und dadurch eine 50%ige Kostensenkung bei Kfz-Instandhaltung erzielt.

Mariabrunn

Bau des Glashauses im Versuchsgarten Mariabrunn. Es soll vor allem der Stecklingsvermehrung und der Anzucht von Pflanzen für diverse Untersuchungen der Anstalt dienen.


1982

Schönbrunn

Adaptierungsarbeiten für eine neue Telefonanlage in Schönbrunn

Außenstelle Innsbruck

Modernisierung der Heizung an der Außenstelle Innsbruck, Umstellung von Kohle- auf Elektro- bzw. Ölöfen


1983

Schönbrunn:

Die neue Telefonanlage in Schönbrunn mit 10 Amtsleitungen und 100 Nebenstellenanschlüssen wird fertiggestellt. Die Zentralheizung in Schönbrunn wird von Koks- auf Gasfeuerung umgestellt.


1987

Versuchsgarten Tulln

Im Zusammenhang mit dem Gemeinschaftsprojekt G6 "Erhaltung der genetischen Vielfalt" wird mit dem Bau einer Samenbank mit Manipulationshalle begonnen.


1988

Versuchsgarten Tulln

Die Samenbank wird fertiggestellt. Sie besteht aus sechs getrennt klimatisierbaren Kühlzellen mit einem Temperaturbereich zwischen +5· C und -20· C und einem Kühlvolumen von 260 m³. Sie besitzt eine Grundfläche von etwa 400 m². Bis zu 7 t Saatgut können aufbewahrt werden. Die Samenlagerung soll der Überbrückung von Zeiträumen mit fehlender oder mangelhafter Saatgutproduktion bzw. von Zeiträumen dienen, in denen trotz Fruktifikation eine Regeneration von Beständen nicht möglich ist.


1988-1994

Schönbrunn und Mariabrunn

Von der Bundesbaudirektion werden Sanierungs- und Umbauarbeiten größeren Ausmaßes in Schönbrunn und in Mariabrunn durchgeführt.

Schönbrunn

Das gesamte Dachgeschoß wird umgebaut. Auf dem Dachboden im Westtrakt werden moderne Büroräume eingerichtet. Die Anzahl der Gästezimmer wird reduziert. Die Gästezimmer werden mit WC und Dusche ausgestattet. Die Waschküche wird renoviert, ein neuer Trockenraum und eine Teeküche werden eingerichtet. Der alte Lastenaufzug im Westtrakt wird abgebrochen und durch einen neuen ersetzt; dadurch wird auch ein neuer Triebwerksraum notwendig. Der Spitzboden wird mit Wärmedämmplatten ausgelegt und mit drei Auszugstreppen ausgestattet.

Der Festsaal im ersten Stock wird modernisiert und erhält eine neue Beleuchtungseinrichtung, neue Lautsprecher und eine neue Verdunkelungsanlage, Heizungs- und Lüftungsregelung. Die Bibliothek, speziell der Lesesaal, wird neu eingerichtet. Die Gänge im ersten und zweiten Stockwerk sowie im Erdgeschoß erhalten eine abgehängte Lamellendecke. Die Telefonanlage wird auf 200 Nebenstellenanschlüsse ausgebaut. Eine Ausrufanlage wird installiert.

Die EDV-Verrohrung wird den neuen Erfordernissen angepaßt. Das Gebäude wird in Brandabschnitte unterteilt, Brandschutztüren werden eingebaut, in den Stiegenhäusern werden Brandrauchentlüftungen installiert.

Die Räume im Kellergeschoß werden adaptiert und moderne Labors, Probenvorbereitungsräume, das Zeichenbüro und ein Bücherlager mit Rollregalen eingerichtet.

Die zentrale Gasversorgungsanlage wird realisiert. Zu diesem Zweck wird nordöstlich des Hauptgebäudes ein Gasflaschenlager errichtet, von dem aus die Gasleitungen zu den einzelnen Laborarbeitsplätzen im Haus geführt werden.

Mariabrunn

Das Amtsgebäude Mariabrunn wird generalsaniert. Aus dem "Schandfleck Penzings" (Zitat Kronenzeitung 23. März 1988) wird wieder ein repräsentativer Ort forstlicher Forschung. Das Gebäude wird baulich saniert: Behebung der Feuchtigkeitsschäden, Reparatur des Daches, Erneuerung der Fenster, Neuanfertigung von Innentüren entsprechend dem Altbestand, Restaurierung der wertvollen Stuckarbeiten in der Eingangshalle, auf der Feststiege, in der oberen Halle und im Festsaal. Zudem wird eine Reihe funktioneller Umgestaltungsmaßnahmen vorgenommen: Der Haupteingang wird von der Nordseite auf die Südseite verlegt und eine Eingangshalle geschaffen. Im unmittelbaren Bereich des Festsaales, einem baulichen Juwel mit Stuckausstattung, werden eine Garderobe und Sanitärräume sowie ein Speisesaal und eine Küche ausgebaut. Biochemische Labors, ein samenkundliches Labor, die Klenge und Klimakammern werden neu eingerichtet. Sämtliche Wohnräume im Obergeschoß werden aufgelöst, deren Einbauten abgerissen und so die ehemals bestehenden Kreuzgänge wiederhergestellt. Im ersten Stock werden ein Seminarraum, eine Teeküche, die Direktion inklusive Sekretariat und ein Konferenzraum adaptiert. Eine neue gasbefeuerte Zentralheizung wird installiert und die elektrische Anlage auf den Stand der Technik gebracht. Sämtliche Sanitäranlagen und die Kanalisation werden erneuert und an den Wienflußsammelkanal angebunden. Das Gebäude wird in Brandabschnitte unterteilt, und die Stiegenhäuser werden mit rauchdichten Portalen vom übrigen Gebäude abgeschottet. Im Keller wird Raum zur Lagerung von Pflanzen- bzw. Bodenproben geschaffen.

Am 15. Juni 1994 übergibt der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft Dr. Franz Fischler Direktor Dipl.-Ing. Friedrich Ruhm im Rahmen einer Feier das renovierte Gebäude von Mariabrunn.


1995

Schönbrunn

Ein Labor für Bodenbiologie mit Einbindung in die zentrale Gasversorgung wird eingerichtet.

Die Direktion beantragt bei der zuständigen Bundesgebäudeverwaltung die Sanierung der Fassade und der Fenster des Amtsgebäudes Schönbrunn. Die Instandsetzung der Fenster im ersten Stock und im Erdgeschoß beginnt. Im Kellergeschoß werden neue, wärmegedämmte Metallfenster eingesetzt, die Kellerfenstergitter instandgesetzt bzw. umgebaut und an mehreren Stellen Notausstiege angebracht.

Klimahaus

Nach einer zweijährigen Planungsphase, in der verschiedene Varianten diskutiert und geprüft wurden, trifft man die Entscheidung für eine Generalsanierung des Klimahauses auf dem Patscherkofel bei Innsbruck und gibt die Detailplanungen in Auftrag.


1996

Schönbrunn

Die Sanierungsarbeiten an den Fenstern werden beendet und Gänge und Stiegenhäuser mit einem neuen Anstrich versehen. An den sonnseitigen Fenstern werden neue Außenjalousien montiert. Die Fassade wird generalsaniert und mit einem Vollwärmeschutz ausgestattet.

Mariabrunn

Eine neue teilautomatische Wetterstation mit direkter Datenübermittlung an die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wird errichtet.


1997

Schönbrunn

Die Fassadenarbeiten werden beendet, die Hauswartwohnung generalsaniert und am Einfahrtstor ein Schranken mit Gegensprechanlage errichtet.

Klimahaus

Im Klimahaus wird mit folgenden Bauarbeiten begonnen: Abriß der bestehenden Eternit-Außenfassade, Sanierung des Steinmauerwerks, Verbesserung der optischen Erscheinung des in einem Naturschutzgebiet befindlichen Gebäudes durch Verkleidung exponierter Gebäudeflächen und der entsprechenden Fensterbalken mit Schindeln, Erneuerung aller Fenster sowie des Glashauses mit Isolierverglasung, Ersatz des teilweise durchgerosteten Blechdaches durch ein Kupferdach, Erneuerung der Wasserversorgungsanlage, Beginn der Elektro-Neuinstallation und der Innenisolierung der Räume im ersten und zweiten Stock, Abbrucharbeiten des Windkanals und Erneuerung der Installationen.


1998

Schönbrunn

Das Garagen- und Kfz-Werkstättengebäude wird teilweise saniert. Das gesamte Objekt inklusive Hauswartwohnung wird an die Zentralheizung des Hauptgebäudes angeschlossen. Das Dach wird renoviert, die ehemalige Portierloge wird zu einem Aufenthaltsraum mit Dusche und WC für das Werkstättenpersonal, der ehemalige Aufenthalts- und der Heizkessel- und Brennstofflagerraum werden zu Depoträumen umfunktioniert. Die Telefonanlage wird durch eine moderne ISDN-fähige Anlage ersetzt und ihr Standort vom Erdgeschoß in den Keller verlegt.

Klimahaus

Die Generalsanierung wird fortgesetzt.

26.09.05 | Linhart, R.
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