Chronik der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1975 - 1999
 
FBVA-Chronik
Forstökologie
Das heutige Institut für Forstökologie hieß bis 1985 Institut für Standort, dann bis 1993 Institut für Standortskunde und erhielt ab der Neuorganisation 1993/94 seine jetzige Bezeichnung. Die Namensänderungen verdeutlichen auch verschiedene Schwerpunktsetzungen in den Forschungen und Versuchsarbeiten dieses Fachbereichs an der FBVA während der vergangenen 25 Jahre. Die Arbeitsschwerpunkte werden im folgenden kurz dargestellt.

Forstliche Standortserkundung und Standortskartierung

Die Forstliche Standortskartierung ist eine universelle ökologisch orientierte Naturraumerhebung. Sie beruht auf der Aufnahme und Interpretation von standörtlichen, bodenkundlichen und klimatischen Parametern sowie der Vegetation. Sie gibt Auskunft über das Potential von Standorten und damit auch über die Produktionsgrundlagen für die Forstwirtschaft. Die zahlreichen Projekte auf diesem Gebiet sollten ursprünglich Standortserkundungen mit anschließender Kartierung von Beispielsflächen für alle Wuchsgebiete Österreichs ergeben.

Beweissicherungen im Zusammenhang mit der Errichtung von Wasserkraftwerken, vor allem entlang der Donau, die in den achtziger Jahren viel Raum einnahmen, konnten auf den Erkundungen und Kartierungen der vorhergegangenen Jahre aufbauen. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre bildete die regionale forstliche Standortserhebung und -kartierung einen Schwerpunkt der Arbeiten des Instituts. Dieser wurde im Zuge der Waldsterbensdiskussion vom Arbeitsschwerpunkt "Immissionseinwirkungen auf den Standort" abgelöst. Daher wurden zahlreiche Projekte aus den sechziger und siebziger Jahren zu Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre abgeschlossen bzw. eingestellt, einige wurden noch bis Anfang der neunziger Jahre fortgeführt.

Alle diese Projekte bilden die Grundlage für die 1995 begonnene und 1998 abgeschlossene Arbeit zur Methodik und Durchführung der forstlichen Standortskartierung, welche die unterschiedlichen, in Österreich verwendeten Methoden zur Standortskartierung und Standortserkundung zusammenführte, erweiterte und den aktuellen technischen Möglichkeiten anpaßte. Das Institut für Forstökologie versteht sich heute als Service- und Beratungsstelle bei der Durchführung von Standortskartierungen bzw. -erkundungen.

Forstliche Wuchsgebiete

In bezug auf die Wuchsgebiete, die höchste hierarchische Einheit der Standortskartierung, bemüht man sich seit den fünfziger Jahren um eine verbindliche Lösung. Während der sechziger und siebziger Jahren wurden im Rahmen der Standortserkundung und der Beispielskartierungen "Wuchsräume" als übergeordnete Einheiten erarbeitet. Anfang der neunziger Jahre erforderten die großen Erhebungssysteme der FBVA und die ab 1995 gültige EU-beeinflußte rechtliche Neuregelung über den Verkehr mit forstlichem Vermehrungsgut eine "Gliederung der Wuchsgebiete", früher "Wuchsräume", welche die neuen Erkenntnisse über die natürlichen Waldgesellschaften miteinbezog. 1993 wurde die aktuelle Gliederung der Wuchsgebiete, eine gemeinsame Arbeit der Institute für Waldbau und für Standortskunde, fertiggestellt.

Immissionseinwirkungen auf den Standort: Bodenzustandserhebungen

Ab 1982 wurden Untersuchungen über Immissionseinwirkungen auf den Standort und Boden zum Hauptarbeitsgebiet des Instituts. Bodenzustandserhebungen dienten der Erhebung des Waldbodenzustands und von dessen möglicher Veränderung durch menschlichen Einfluß, insbesondere durch Einträge von Schadstoffen aus Industrie und Verkehr. Nach methodischen Vorarbeiten und einem Praxistest der Methoden an ausgewählten Untersuchungsflächen wurde von 1988 bis 1992 die bundesweite Waldboden-Zustandsinventur im Rahmen des Österreichischen Waldschaden-Beobachtungssystems als Schwerpunktarbeit durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Landesforstdirektion Niederösterreich wurde die Niederösterreichische Waldboden-Zustandserhebung ausgewertet, und in Kooperation mit dem Bayerischen Ministerium für Umweltschutz und Landschaftsentwicklung wurde die wissenschaftliche Koordination und Betreuung der Auswertung der Bodenzustandserhebungen der Länder der ARGE Alp und ARGE Alpen-Adria sowie der Länder der Internationalen Bodenseekonferenz übernommen.

Fragen der forstlichen Düngung zur Melioration geschädigter Standorte, denen man schon früher nachgegangen war, erlangten während der Waldschadensdiskussion erneut das Interesse der Öffentlichkeit.

Klimatologie

Erst ab 1993 wurde die Klimatologie an der FBVA auf eine breitere Basis gestellt, obwohl schon 1964 eine Abteilung Klimatologie am Institut eingerichtet worden war. Diese blieb lange Zeit unbesetzt und die Arbeiten auf Teilfragen des Wasserhaushalts beschränkt. In den vergangenen Jahren wurde eine Klimadatenbank eingerichtet, die neben den Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und des hydrographischen Dienstes auch zahlreiche meteorologische Daten von Messungen beinhaltet, die von der FBVA durchgeführt wurden. Sie ermöglicht klimatische und meteorologische Angaben zu einzelnen Standorten und zum Regionalklima. Neben Untersuchungen zum Wasserhaushalt, die weitergeführt werden, rückten in letzter Zeit immer mehr lokal- und standortsklimatische Fragestellungen in den Vordergrund, da dieses Teilgebiet vor allem bei einer naturnahen Waldbewirtschaftung eine große Rolle spielt. Die Kenntnis der standortsklimatischen Rahmenbedingungen bildet eine wesentliche Grundlage für die forstliche Bewirtschaftung, wie z.B. bei der Naturverjüngung oder der Umwandlung von Beständen.

Mykorrhiza-Forschung

Die Mykorrhiza-Forschung kam 1994 von der früheren Außenstelle für subalpine Waldforschung zum Institut für Forstökologie. Die Arbeitsschwerpunkte im Bereich der Mykotrophie sind die Impfung junger Pflanzen im Forstgarten, die Herstellung von geeignetem Impfmaterial, die ökologische Charakterisierung der Mykorrhizapilze in Hinblick auf Temperaturtoleranz, das Verhalten gegenüber fungitoxischen Substanzen und die Mykosoziologie. Mykorrhizauntersuchungen im Zusammenhang mit Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalt, z. B. Untersuchungen von Ethlyenbildung und Spurengasen sowie der Reaktion auf atmogene Stickstoffeinträge und der Rolle der Mykorrhiza bei der Biodiversität naturnaher Waldökosysteme haben in jüngster Zeit an Aktualität gewonnen.

Bodenbiologie

Seit 1995 beschäftigt man sich an der FBVA auch verstärkt mit anderen bodenbiologischen Fragestellungen. Die Forschungen konzentrieren sich auf Fragen des Kohlenstoff- und Stickstoffkreislaufes bzw. auf Treibhausgase. Die Untersuchungen zum Stoffhaushalt beinhalten mikrobielle Umsatzraten, wie Mineralisation, Nitrifikation, Bodenenzyme sowie Kohlenstoff und Stickstoffgehalt der mikrobiellen Biomasse. Ziel dieser Untersuchungen ist es, Informationen über Unterschiede des Nährstoffumsatzes verschiedener Waldstandorte zu gewinnen. Von praktischer Bedeutung sind diese Untersuchungen im Hinblick auf die Abschätzung der Stickstoffsättigung verschiedener Waldstandorte, den Schutz des Trinkwassers und das Kohlenstoffspeicherungsvermögen von Wäldern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Untersuchung von Naturwaldstandorten. Hier können wertvolle Hinweise für eine ökologische Waldbewirtschaftung gewonnen werden.

Eine weitere Fragestellung behandelt Treibhausgase, wie Methan (CH4), Lachgas (N2O) und Kohlendioxid (CO2). Sie können aus Waldböden in die Atmosphäre entweichen. Dort fördern sie den Treibhauseffekt sowie den stratosphärischen Ozonabbau. Eine der wichtigsten Fragen ist die Funktion des Waldbodens als Quelle oder Senke für Spurengase.

Datenverwaltung und Analysetätigkeit

Zur Bearbeitung der erwähnten Arbeitsschwerpunkte ist neben den umfangreichen Geländearbeiten auch eine zeitgemäße Datenverwaltung nötig. Die modernen Methoden der Informationstechnologie, wie Datenbanken und Geographische Informationssysteme (GIS), werden heute ebenso genutzt wie eine hochwertige Bodenanalytik. Die Entwicklung der Datenverarbeitung ermöglichte den Aufbau von Informationsdatenbanken auf dem Gebiet der Standorts- und Bodenkunde, der Vegetationskunde und der Klimakunde. Die Vernetzung zwischen den Daten der einzelnen Fachbereiche wird laufend verbessert. Die raumbezogene Auswertung von Daten über GIS ist derzeit in Aufbau.

Die bodenkundliche Analytik der Nähr- und Schadstoffe liefert Grundlagen für viele forstökologische Fragen. Gemeinsam mit dem Institut für Immissionsforschung und Forstchemie wird die Akkreditierung der Labors vorbereitet.


Projekte und Arbeiten 1975 bis 1999

(chronologisch nach Projektbeginn geordnet)

Standortskundliche Untersuchung von Altdüngungsflächen

P/III/8
Laufzeit 1952 bis 1982, Leiter F. Müller, ab 1978 K. Mader

Unter "Altdüngungsflächen" werden Versuchsflächen zur Walddüngung verstanden, die im Auftrag des BMLF von den Förderungsdienststellen 1951 bis 1957 in weiten Teilen Österreichs angelegt worden waren. Das Projekt hatte die begleitende standortskundliche Untersuchung zum Ziel. Besonderes Augenmerk wurde auf die ertragsfördernden und meliorativen Aspekte der Bestandesdüngung gelegt, einige Flächen wurden auch für Demonstrationszwecke im Rahmen von Düngeseminaren genutzt. Das Projekt spiegelt den Bedeutungswandel der Düngung im Wald, von der Ertragssteigerung zur Melioration, und den Wandel in der Wahl der Düngermittel wider. Nach dem Aussetzen des Projekts 1982 wurden die relevanten Fragen im Rahmen der Arbeitsgruppe Forst des Beirates für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft weiter behandelt. Eine abschließende Beurteilung von ¿Bestandesdüngungsversuchen in österreichischen Waldökosystemen¿ wurde von R. Jandl vorgelegt.

Jandl R., 1993, Bestandesdüngungsversuche in österreichischen Waldökosystemen, Sonderausgabe "Förderungsdienst", 67 S.


Standortskundliche Beobachtung der Düngungsversuchsflächen der Forstlichen Bundesversuchsanstalt

P/III/9, ab 1994 P/3/9
Laufzeit 1963 bis 1997, Leiter/in Chr. Majer, ab 1987 I. Strohschneider, 1993 W. Kilian, 1994 E. Herzberger, ab 1995 R. Jandl

Zwischen 1962 und 1964 wurden von der FBVA "Exaktdüngungsversuchsflächen" mit dem Ziel angelegt, den Düngungseffekt auf verschiedenen Standorten in ertragskundlicher Hinsicht festzustellen und mittels Nadel- und Bodenanalysen den Einfluß der Düngung auf Standort und Bestand zu dokumentieren. Bodenproben wurden in Abständen von meist fünf Jahren gezogen. Die Bodenproben wurden auf Nährstoffgehalte analysiert, um Aussagen über den zeitlichen Verlauf der Düngerwirkung zu erhalten.

Nach einer bis zu 30jährigen Beobachtungszeit legte I. Strohschneider 1992 eine zusammenfassende Auswertung dieser Versuche vor. Die unbehandelten Parzellen wurden als Beispiele für die Eigenschaften und Veränderungen von naturbelassenen Waldböden untersucht und die Frage geklärt, inwieweit durch Düngung mittelfristig Bodenveränderungen hervorgerufen werden können, insbesondere aber Bodenversauerung hintangehalten werden kann. Es konnte nachgewiesen werden, daß eine Bodenversauerung durch Düngung aufgehalten oder zumindest verlangsamt wurde.

Neben anderen Publikationen wurden 1994 im Rahmen des Beirates für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz des BMLF Düngungsrichtlinien publiziert. Die Arbeiten zu einem Bodenschutzkonzept im Rahmen des Fachbeirates für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz fanden 1997 mit der gleichnamigen Publikation ihren Abschluß.

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Beratungen zu Waldsanierungsprojekten werden diese seit 1998 als dauernde Serviceleistung unter der Facharbeit F/3/7 "Waldbodensanierung" fortgesetzt.

Strohschneider I., 1992, Mittelfristige Veränderungen des Bodenzustandes auf Exaktdüngungsversuchsflächen der FBVA, Mitteilungen der FBVA 167/I/II, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 311 S.

Kilian W., Mutsch F., Kreisl R., u.a., 1994, Die Düngung im Wald. II. Teil, Anleitung zur Walddüngung, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Fachbeirat für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz, Wien, 41 S.


Standortserkundung in den Karawanken, Karnischen Alpen und im Klagenfurter Becken

P/III/1
Laufzeit 1965 bis 1978, Leiter H. Jelem

Diese Standortserkundung und beispielhafte Kartierung von ausgewählten Flächen im Süden Österreichs hatte zum Ziel, Grundlagen zur waldbaulichen Behandlung in dieser Region, zur Sanierung degradierter Standorte, aber auch Material für eine österreichische Wuchsgebietsgliederung bereitzustellen. Das Projekt wurde 1978 mit einer Publikation abgeschlossen.

Zu P/III/1 und P/III/35

Jelem H., 1979, Waldgebiete in den österreichischen Südalpen, Wuchsraum 17, Mitteilungen der FBVA 126/1979, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 193 S.


Standortserkundung in Erholungsräumen

P/III/31
Laufzeit 1965 bis 1987, Leiter K. Mader

Das Projekt diente der Ableitung von Lösungsansätzen auf dem Gebiet der Raumplanung, hier besonders im Bereich der Erholungswaldwirtschaft, aus den Ergebnissen der forstlichen Standortskartierung. Das Projektgebiet umfaßte Teile des Wienerwalds im Raum St. Andrä-Wördern - Tulbingerkogel, Gablitz - Purkersdorf und Breitenfurt - Laab am Wald sowie des Bisambergs. Für diese Gebiete wurden forstliche Standortskarten erstellt. 1984 wurde eine Standorts- und Vegetationskarte im Maßstab 1:25.000 erstellt. Daraus wurde 1986 eine Karte über Waldfunktionseignungen nach ökologischen Kriterien entworfen, die als Studie für die Ableitung von Themenkarten für raumplanerische Aufgaben aus der Standortskarte diente.


Regionalgliederung der Wälder Österreichs nach ökologischen Gesichtspunkten

Bis 1981: Zusammenstellung der Waldgesellschaften und Standorte Österreichs

P/III/35
Laufzeit 1965 bis 1987, Fertigstellung 1993/94, Leiter H. Jelem, ab 1982 A. Drescher, ab 1985 W. Kilian

Eine einheitliche Wuchsgebietsgliederung der Wälder Österreichs mit einer raumbezogenen Darstellung der natürlichen Waldgesellschaften, Standorte und Wuchsgebiete war Ziel des Projekts. Ursprünglich waren die Wälder Österreichs für die Erhebungen der Österreichischen Forstinventur in 21 Wuchsräume eingeteilt worden. Diese Gliederung wurde bis zum Anfang der neunziger Jahre verwendet.

1987 wurde das Projekt wegen geänderter Prioritäten ausgesetzt. Da sich eine einheitliche, ökologisch fundierte Wuchsgebietsgliederung aber als unerläßlich für alle raumbezogenen Großprojekte der FBVA und die Durchführung des in Vorbereitung befindlichen Gesetzes über das forstliche Vermehrungsgut erwies, wurde das Vorhaben 1993/94 von den Instituten für Waldbau und für Standortskunde gemeinsam bearbeitet und abgeschlossen.

Zur Fertigstellung der neuen Wuchsraumgliederung wurden die Arbeiten des Projekts ebenso herangezogen wie die Ergebnisse einzelner Projekte auf dem Gebiet der forstlichen Standortskartierung, die bereits in zahlreichen Mitteilungsbänden der FBVA veröffentlicht worden waren. Weiters wurden die älteren

Gliederungskonzepte nach Tschermak (1953) und Mayer (1974) berücksichtigt.

Die jetzt gültige Wuchsgebietsgliederung umfaßt 21 Wuchsgebiete, die zu neun Hauptwuchsgebieten (= Herkunftsregionen) zusammengefaßt sind. Die Grenzen der klimatischen Höhenstufen wurden auf Basis neuer Erkenntnisse festgelegt, eine Auflistung der regionalen und höhenzonalen potentiellen Waldgesellschaften für jedes Wuchsgebiet vorgelegt. Mit Projekt P/3/47 "Klimatologische Charakterisierung österreichischer Wuchsgebiete" begann man zusätzlich eine detaillierte, klimatologische Charakterisierung der Wuchsgebiete zu erarbeiten.

Kilian W., Müller F., Starlinger F., 1994, Die forstlichen Wuchsgebiete. Eine Naturraumgliederung nach waldökologischen Gesichtspunkten, FBVA-Berichte 82/1994, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 60 S.

Zu P/3/1 und P/3/35

Jelem H., 1979, Waldgebiete in den österreichischen Südalpen, Mitteilungen der FBVA 126/1979, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 193 S.


Standortserkundung und -kartierung in Auwäldern Niederösterreichs

P/III/3
Laufzeit 1965 bis 1992, Leiter K. Mader

Auf den Standortserkundungen der Donau- und Marchauen aufbauend wurden die Auwälder der Donau von Dürnstein bis Wolfsthal sowie die Marchau von Marchegg bis Baumgarten kartiert und die Standortskarten publiziert. Sie dienten als Grundlage für die Baumartenwahl, Auwaldveredelung, Umwandlung von Nieder- und Mittelwäldern und für die Pappelwirtschaft, aber auch für Beweissicherungen nach Kraftwerksbauten an der Donau.

Jelem H., 1975, Marchauen in Niederösterreich, Mitteilungen der FBVA 113/1975, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 93 S., mit Standorts- und Vegetationstabellen sowie einer forstlichen Standortskarte (1:10.000)


Standortskartierung im Waldviertel und Mühlviertel (Böhmische Masse)

P/III/7
Laufzeit 1966 bis 1976, Leiter H. Jelem

Diese Standortserkundung und beispielhafte Kartierung von ausgewählten Flächen (Irnfritz, Altmanns) im Raum der Böhmischen Masse hatte zum Ziel, Grundlagen zur waldbaulichen Behandlung in dieser Region und zur Sanierung degradierter Standorte, aber auch Material für eine österreichische Wuchsgebietsgliederung bereitzustellen. Mit der Gesamtdarstellung des Wuchsgebietes "Mühl- und Waldviertel" wurde dieses Projekt abgeschlossen.

Jelem H., 1977, Die Wälder im Mühl- und Waldviertel", Wuchsraum 1, Mitteilungen der FBVA 117/1977, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 164 S., Beilagen: Standorts- und Vegetationstabellen sowie eine forstliche Standortskarte der Kat.Gmde. Altmanns im nördlichen Waldviertel/NÖ (1:5000)


Standortserkundung im Raum Kitzbühel, Kufstein, Zell am See, Zillertal, Nördliche Kalkalpen, Oberinntal

P/III/19
Laufzeit 1966 bis 1978, Leiter K. Mader

Wie bei den anderen bereits beschriebenen Standortserkundungs- und Kartierungsprojekten wurden Grundlagen zur waldbaulichen Behandlung in dieser Region, der regionalen Forsteinrichtung der Landesforstdirektion Tirol, aber auch Material für eine österreichische Wuchsgebietsgliederung erarbeitet.


Kobernaußerwald

P/III/20
Laufzeit 1966 bis 1980, Leiter F. Müller, ab 1979 H. Jelem

Das Projekt diente der Standortserkundung und sollte Grundlagen für die Forsteinrichtung und Walddüngung schaffen. 1978 wurde eine Vegetationstabelle für das Projektgebiet erstellt.


Schwerpunktmäßige regionale Standortserkundung im ostösterreichischen Tiefland

P/III/21, ab 1994 P/3/21
Laufzeit ab 1966 langfristig, Leiter W. Kilian, ab 1982 A. Drescher, ab 1986 G. Karrer, 1993 W. Kilian, ab 1994 F. Starlinger

Begonnen wurde das Projekt als Standortserkundung im oststeirischen Hügelland mit dem Ziel, waldbauliche Grundlagen für die Bestandesumwandlung sekundärer Kiefernwälder zu erarbeiten. Eine Darstellung der "Wälder und Standorte am steirischen Alpenostrand" wurde 1975 in den Mitteilungen der FBVA publiziert.

Ab 1982 stand die Erstellung standortskundlicher Grundlagen im Hinblick auf aktuelle Probleme der Laubwaldwirtschaft und Biomasseproduktion im Vordergrund.

Das Projekt wurde in den vergangenen 25 Jahren unterschiedlich intensiv bearbeitet, hat aber in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen, da es sich mit den aktuellen Fragen schwierig zu behandelnder Standorte im sommerwarmen Osten Österreichs befaßt. In einzelnen Bereichen dieses Projekts wurde mit der Universität Graz, der Universität für Bodenkultur und dem Instituts für Waldbau der FBVA kooperiert.1982 wurde das südliche Wiener Becken vegetations- und bodenkundlich erfaßt und Reste naturnaher Wälder aufgenommen. Als Ergebnis dieser Arbeiten wurde die natürliche Vegetation dieses Teilgebietes beschrieben. Differenzierte waldbauliche Aussagen über die Behandlung dieser Problemstandorte, deren Eignung für heimische Baumarten und Gastbaumarten sowie für Möglichkeiten der Bewirtschaftung im Kurzumtrieb wurden getroffen. 1983 wurde die Erkundungstätigkeit auf das Marchfeld und das Weinviertel ausgedehnt.

1984 wurden die Ergebnisse einer Untersuchung an zwei Eichen-Mischbeständen im Wiener Becken publiziert. Für diese Bestände auf unterschiedlichen Standorten wurden Bewirtschaftungsmodelle erarbeitet, die höchstmöglichen Ertrag bei Nutzung des standörtlichen Potentials ermöglichen.

Ende der achtziger Jahre verschob sich der Schwerpunkt des Projekts zur Untersuchung der Böden und Waldgesellschaften im nördlichen Leithagebirge, die 1990 in einem Mitteilungsband der FBVA veröffentlicht und durch eine Standortskarte ergänzt wurde. Das Revier Sommerein im Leithagebirge wird bis heute - nun allerdings mit dem Schwerpunkt auf meteorologische Untersuchungen - vom Institut bearbeitet.

Weitere Projektschwerpunkte in den neunziger Jahren waren eine Darstellung der ostösterreichischen Eichenwaldökosysteme anhand von 74 ausgewählten Eichenbeständen, durchgeführt von der FBVA und der Universität für Bodenkultur, eine Standortserkundung in der Oststeiermark, die durch Untersuchungen zur Bodenchemie und zum Wasserhaushalt ergänzt wurde und Untersuchungen zum Bodenwasserchemismus von Wienerwald-Standorten.

1996 wurden im Rahmen der "Mariabrunner Waldbautage" die natürlichen Waldgesellschaften im sommerwarmen Osten Österreichs vorgestellt.

Drescher A., Majer Chr., 1984, Struktur und Aufbau von Eichenmischwäldern in Ostösterreich - Wiener Becken, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien, 101 (3), S. 129-142

Jelem H., Kilian W., 1975, Wälder und Standorte am steirischen Alpenostrand Wuchsraum 18, Mitteilungen der FBVA 111/1975, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 167S.

Karrer G., Kilian W., 1990, Standorte und Waldgesellschaften im Leithagebirge.

Revier Sommerein. Mit einem waldbaulichen Beitrag von Krissl W., Müller F., Mitteilungen der FBVA 165/1990, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 244 S.

Starlinger F., 1997, Natürliche Waldgesellschaften im "Sommerwarmen Osten Österreichs", in: Müller F. (Hrsg.), Waldbau an der unteren Waldgrenze, FBVA-Berichte 95/1997, S. 45-58


Forstökologische Untersuchungen zum Kraftwerksprojekt Koralpe

P/III/38, ab 1994 P/3/38
Laufzeit 1969 bis 1998, Leiter W. Kilian, 1998 F. Starlinger

Das Projekt bestand aus der forstökologischen Erhebung im Bereich des an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten gelegenen Speicherkraftwerks Soboth (Koralpe) sowie in der Folge aus langfristigen periodischen Beobachtungen. Die Arbeiten gehörten zum Gemeinschaftsprojekt G2 "Forstökologische Untersuchung zum Kraftwerksprojekt Koralpe".

1979 erfolgten die vegetations- und standortskundlichen Erstaufnahmen. 1980 wurde im Auftrag der Kärntner Elektrizitätsgesellschaft im Projektgebiet eine forstökologische Bestandsaufnahme durchgeführt. 1982 wurde die ökologische Zustandserfassung, die auch eine forstliche Standortskarte umfaßt, abgeschlossen. Das Gutachten diente als Grundlage für das naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren und spätere Beweissicherungen. Vegetationsaufnahmen auf ausgewählten, dauerhaft markierten Flächen wurden im fünfjährigen Rhythmus durchgeführt, um anhand des Indikators "Vegetation" mögliche Veränderungen des Wasserhaushalts der Flächen infolge des Kraftwerkseinflusses feststellen zu können.

Neumann M., 1989, Kraftwerk Koralpe - ökologisches Gutachten. Etragskundlicher Teil - Abschlußbericht, 32 S.

Starlinger F., 1998, Vegetationskundliche Dauerbeobachtungsflächen im Bereich des Kraftwerks Koralpe - Abschlußbericht, 25 S.


Standortserkundung in Wildbacheinzugsgebieten

P/III/30
Laufzeit 1970 bis 1977, Leiter K. Mader

Bedingt durch katastrophale Ereignisse im Bereich einiger Wildbach-Einzugsgebiete wurden auf diesen Flächen Standortskartierungen durchgeführt. Diese sollten flächenhaft die forstökologischen Grundlagen für eine Integralmelioration in Wildbacheinzugsgebieten darstellen. 1977 wurde das Projekt mit den Kartierungen Keerbach/NÖ und Graschnitzgraben/Stmk. beendet. Standortskartierungen von beiden Projektgebieten liegen als Manuskriptkarten vor; die Manuskriptkarte Graschnitzgraben wurde nach einem Begang im Jahr 1997 redigiert und zur Veröffentlichung vorbereitet.

Kilian W., Jelem H., 1975, Standorte und Waldgesellschaften, in: Über die Einschätzung von Wildbächen - Der Trattenbach, Mitteilungen der FBVA 112/1975, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 59-100


Gefäßversuchsreihen mit markiertem Dünger

P/III/33
Laufzeit 1970 bis 1984, Leiter W. Kilian, ab 1983 F. Mutsch

Im Rahmen des Projekts wurden Versuchsreihen mit markiertem Dünger angelegt, um eindeutige Nachweise über die Vertikalverlagerung von Düngernährstoffen in Waldböden, bzw. die Aufnahme einzelner Nährstoffe (K, P, N) in die Pflanze zu erhalten. Die Ergebnisse wurden in mehreren Publikationen veröffentlicht.

Kilian W., 1977, Zur Nährstoffaufnahme der Fichte (Picea abies (L.) Karst) über die Nadeln, I. Teil: Die Aufnahme von Kalium und Phosphor, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien 94 (1), S. 32-49,

Kilian W., 1979, Zur Nährstoffaufnahme der Fichte (Picea abies (L.) Karst) über die Nadeln, II. Teil: Aufnahme von Stickstoff - pflanzenverträgliche Lösungskonzentrationen, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien , 96 (3), S. 145-161

Mutsch F., 1984, Gefäßversuch zur Einwirkung saurer Niederschläge auf den Boden, Jahresbericht der FBVA 1984, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 74-82


Auswertung der Daten der Forstinventur nach standortskundlichen Gesichtspunkten

Bis 1982: Standortsgrundlagen für die Österreichische Forstinventur 1971-1980

P/III/36
Laufzeit 1971 bis 1990, Leiter H. Jelem, ab 1982 W. Kilian

Im Rahmen der Forstinventur 1971/80 wurde erstmals eine Reihe von Standortsmerkmalen erhoben. Im Rahmen dieses Projekts wurden als Vorbereitung für die Inventur 1971/80 Erhebungsschlüssel und Aufnahmekriterien erarbeitet. Nach Abschluß der Inventur 1971/80 wurden die neu erhobenen Daten in Hinblick auf die Beziehungen zwischen Standortseigenschaften, Bestand und Wuchsverhalten der wichtigsten Baumarten ausgewertet. Kartendarstellungen vermittelten Informationen über die Verteilung der verschiedenen Baumarten in Österreich. So treten etwa einzelne Laubbaumarten nur gering beigemischt, aber über weite Teile Österreichs verbreitet auf, was als Hinweis auf die große potentielle Ausdehnung des Laub- und Mischwaldgebietes in Österreich interpretiert werden kann. Auch die Tanne zeigte sich über ihr aktuelles Vorkommen hinaus weit verbreitet.

Kilian W., 1981, Aufgliederung der Waldfläche Österreichs nach Standortsmerkmalen, Informationsdienst der Forstlichen Bundesversuchsanstalt Wien, Nr. 204, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 92 (9), S. 329-334


Raumplanungsfragen auf standörtlicher Grundlage

P/III/37
Laufzeit 1973 bis 1984, Leiter K. Mader

Das Projekt beschäftigte sich mit Fragen der Verwendung der Standortskartierung als Grundlage für die forstliche Raumplanung. Die Eignung von Standortskarten für die Biotopkartierung wurde getestet. Weiters sollten Kontrollaufnahmen des Vegetationsaspektes nach 10 Jahren sowie die Weiterentwicklung einer Standortskartierung im Maßstab 1: 50.000 erfolgen. Im Rahmen des Projekts wurde als Teil der Standortskarte Orth-Eckartsau (1975) eine Faunakarte auf standörtlicher Grundlage publiziert.


Immissionseinwirkungen auf den Standort

P/III/39, ab 1994 P/3/39
Laufzeit 1983 bis 1997, Leiter W. Kilian, ab 1993 F. Mutsch

Das Projekt umfaßte den Großteil der Arbeiten, die sich mit den Einwirkungen von Schad- und Nährstoffen auf den Boden befaßten. Das Verhalten und die Einwirkung von Schadstoffen in Form von sauren Niederschlägen und Schwermetallen sowie der Eintrag von Nährelementen aus der Luft waren Themen, die zirka ein Jahrzehnt, von 1982 bis 1992, im Mittelpunkt der Arbeiten des Instituts standen. Aufgrund der intensiven Befassung mit diesem Themenspektrum wurde das Projekt bereits bis 1987 in vier Teile (3/39 a-d) aufgefächert: 1993 wurde das Projekt mit seinen Teilprojekten reorganisiert und als Projekte P/III/39 "Immissionseinwirkungen auf den Standort", P/III/44 ¿Beobachtungsschwerpunkte über den Boden- und Standortszustand¿, P/III/45 "Waldbodenzustandsinventur" und P/III/46 "Humusdiagnose und Keimbettuntersuchungen in Hochlagenbeständen" weitergeführt.

Vergleich alter und neuer Bodenproben - Schwermetalle

P/3/39 a

Der Vergleich alter und neuer Bodenproben in bezug auf Schwermetallgehalte hatte zum Ziel, Aussagen über langfristige Veränderungen des Bodens und des Standortes durch die Einwirkung von Blei, Zink, Kupfer, Chrom, Kobalt und Cadmium zu ermöglichen. Für dieses Projekt wurden bis zu 30 Jahre alte Bodenproben und neues Bodenprobenmaterial gleicher Standorte herangezogen. Das Ergebnis des 1997 abgeschlossenen Projekts war die Erkenntnis, daß Schwermetalle, vor allem Blei, als Indikatoren für Immissionen dienen können, daß dafür aber ein Vergleich mit alten Proben nicht notwendig ist, da aufgrund der Verteilung von Schwermetallen im Bodenprofil Rückschlüsse auf Einträge in bestimmten Zeiträumen gezogen werden können.

Fragen der Vergleichbarkeit alter und neuer Proben infolge verbesserter Analytik werden seit 1994 auch im Rahmen des Projekts P/3/48 "Methoden der Standortserhebung - Analyse - Auswertung - Erhebungssysteme" behandelt.

Mutsch F., 1998, Indication of Long Range Transport based of Heavy Metals Based on the Austrian Forest Soil Monitoring System, Environmental Science and Pollution Research, 1/1998, S. 81-87

Dauerbeobachtungsflächen

P/3/39 b

Der Projektteil P/3/39 b umfaßte die Einrichtung und Aufnahme von Dauerbeobachtungsflächen, die im Zuge verschiedener Gemeinschaftsprojekte der FBVA in der Gleinalm, im Zillertal, in Achenkirch und unter dem Titel "Diagnoseprofile" in Nieder- und Oberösterreich angelegt wurden. Die zentrale Frage war jeweils, inwieweit durch Immissionseinwirkungen Standortsveränderungen hervorgerufen werden. In der Gleinalm wurde festgestellt, daß die Waldschäden teilweise auch durch historische Waldnutzung und Bewirtschaftungsformen bedingt waren. Im Zillertal und in Achenkirch wurde an Transekten versucht, Aussagen über die Seehöhenabhängigkeit von Einträgen und deren Wirkung auf Standort, Boden und Vegetation zu treffen. Die "Diagnoseprofile" wurden unter dem Eindruck möglicher, massiver Immissionseinwirkungen auf Standorten im Bereich von Mühl- und Waldviertel sowie im Alpenvorland und den Voralpen Niederösterreichs und Oberösterreichs angelegt. Diese Arbeit diente auch der Erstellung von einfachen, signifikanten Diagnoseparametern für großräumige Routineerhebungen.

Englisch M., 1992, Standörtliche Grundlagen im Bereich der Höhenprofile Achenkirch, in: Studien im Kalkalpin. Erste Ergebnisse aus dem Projekt "Höhenprofile Achenkirch", FBVA-Berichte 70/1992, S. 13-18

Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.), 1989, Zum Waldsterben im Gleinamgebiet, Mitteilungen der FBVA 163/I u. II/1989, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, Bd. I, S. 1-224, Bd. II, S. 225-422

Jandl R., Riedler Ch., 1997, Nachweisbarkeit der Veränderung des chemischen Waldbodenzustands, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien, 115 (1), S. 11-24

Methoden der Standortserhebung, Analyse - Auswertung - Erhebungssysteme

P/3/39 c

Bei dem Projekt ging es um die Entwicklung und Einführung einheitlicher Richtlinien für standortskundliche und bodenkundliche Feldaufnahmen, um signifikante Analyseparameter, sowie um die einheitliche Auswertung vorhandener Bodendaten. Die Arbeiten mündeten in zwei Publikationen im Rahmen der Arbeitskreise "Waldbodenuntersuchung" bzw. "Bodenzustandsinventuren" der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft, sowie in einem Sonderheft der FBVA-Berichte ¿Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Anleitung zur Feldarbeit und Probennahme¿. In der Folge konnte auf dieser Basis u.a. eine Bodendatenbank konzipiert und aufgebaut werden.

Blum W.E.H., Spiegel H., Wenzel W.W., 1989, unter Mitarbeit von Aichberger K., Danneberg O.H., Eisenhut M., Englisch M., Gerber H., Glatzel G., Gusenleitner J., Horak O., Husz G., Kilian W., Klaghofer E., Köchl A., Mutsch F., Palfrader H., Partl H., Stöhr D., Bodenzustandsinventur. Konzeption, Durchführung und Bewertung, ARGE Bodenzustandsinventur der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft, Wien 106 S.

Blum W.E.H., Glatzel G., Grall H., Kilian W., Stöhr D., Waldbodenuntersuchung: Geländeaufnahme, Probenahme, Analyse, Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft, Arbeitsgruppe Waldbodenuntersuchung, Wien, 59 S.

Kilian W., Majer Ch., 1990, Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Anleitung zur Feldarbeit und Probenahme, FBVA-Berichte, Sonderheft 1990, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 58 S.

Waldbodenzustandsinventur

P/3/39 d, ab 1993 P/III/45 (P/3/45)

Die Waldboden-Zustandsinventur lieferte erstmals einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften und Belastungen der österreichischen Waldböden. Dieses Projekt ist in das internationale Kooperationsprogramm der Economic Commission for Europe (ICP/ECE) der Vereinten Nationen eingebunden, welches von der EU gefördert wird und die europaweite Erfassung des Waldzustandes zum Ziel hat.

Bei der Waldboden-Zustandsinventur wurde davon ausgegangen, daß effizienter Bodenschutz die Kenntnis und laufende Beobachtung des Bodenzustandes und seiner Veränderungen und Belastungen zur Voraussetzung hat. Außerdem sollte sie einen Beitrag zur Ursachenforschung auf dem Gebiet der ¿neuartigen Waldschäden¿ leisten.

Die Ersterhebung erfolgte 1988 bis 1990 auf einem Stichprobenraster von 8,7 x 8,7 km und hatte die Ermittlung des Ist-Zustandes zum Ziel. Standorts- und Bodenbeschreibungen sowie Vegetationsaufnahmen an 514 Probeflächen im Gelände wurden durch die chemische Bodenanalyse (Nährelemente, Bodenreaktion und Schwermetalle) komplettiert. Diese wurden 1990 durchgeführt. Nach zehn Jahren soll eine Folgeerhebung anschließen, um Trends und Entwicklungen feststellen zu können. 1991 wurden unter starker Beachtung in Fachkreisen und der breiten Öffentlichkeit die ersten Ergebnisse vorgestellt. In den Mitteilungen der FBVA 168/I//II legte man 1992 die gewonnenen Erkenntnisse über Bodenversauerung, Nährstoffsituation und Schwermetalle vor. Die Aussagen wurden anhand der Bodenvegetation als sehr sensiblem lndikator für Änderungen im Wärme-, Wasser- und Nährstoffhaushalt von Waldökosystemen ergänzt. Eine Sondererhebung "Humusdifferenzierung" am Versuchsort Hochwechsel erfolgte 1991, die ab 1993 zum Projekt P/III/46 "Humusdiagnose und Keimbettuntersuchungen in Hochlagenbeständen" wurde.

Englisch M., Kilian W., Mutsch F., 1991, Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Erste Ergebnisse, FBVA-Berichte 48/1991, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 75 S.

Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.),1992, Österreichische Waldboden-Zustandsinventur - Ergebnisse, Mitteilungen der Forstlichen Bundesversuchsanstalt Bd. 168/I u. II, 247 S.


Standortskundliche Dauertestflächen (bzw. Dauerbeobachtungsflächen)

P/III/40
Laufzeit 1983 bis 1993, Leiter K. Mader

Auf typischen Auwaldstandorten im Einflußbereich der Donaukraftwerke wurden in Gebieten, in denen bereits forstliche Standortskarten vorlagen, Untersuchungsflächen in ausgewählten Beständen typischer Waldstandorte eingerichtet, um Bezugspunkte für eine vergleichende Beurteilung von Standortspotential und Standortszustand zu schaffen. Arbeiten des Projekts waren auch in das MaB-Projekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der UNESCO "Ökosystemstudie Donaustau-Altenwörth" eingebunden (siehe M/III/1 "Ökosystemstudie Donaustau-Altenwörth"). Die Untersuchungen umfaßten u.a. die Aufnahme und Klassifikation der aktuellen Vegetation sowie die Beurteilung der Abweichung von der potentiellen natürlichen Vegetation. Dokumentiert wurden auch die Beziehungen von Schadenssymptomen im Kronenbereich mit veränderten Bodenwasserverhältnissen. Die Ergebnisse einer Studie über "Die Beziehungen der Waldvegetation zu den hydrologischen Standortsbedingungen" wurde in Publikationen und Fachveranstaltungen präsentiert.

Nach der Pensionierung des Projekleiters wurde das Projekt am Institut für Forstökologie aufgelassen und in die Arbeit des Instituts für Forstschutz integriert.

Zu P/III/40 u. M/III/1

Mader K., 1989, Forstökologische Veränderungen durch das Kraftwerk Altenwörth, in: Hary N., Nachtnebel H.P.(Hrsg.), Ökosystemstudie Donaustau Altenwörth, Veränderungen durch das Donaukraftwerk Altenwörth, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Veröffentlichungen des österreichischen MaB-Programms, Bd. 14, Innsbruck, S. 267-340


Vegetation und Wildäsung

P/III/41
Laufzeit 1983 bis 1986, Leiter G. Karrer

Das Projekt beschäftigte sich mit Standortsbeurteilung und Vegetationsbeobachtung in Kleinzaunflächen in Kärnten und in der Steiermark. Ziel war es, den forstwirtschaftlich tragbaren Wildstand auf verschiedenen Standorten aufgrund standorts- und vegetationskundlicher Untersuchungen zu ermitteln.

Nach der Erstaufnahme wurden die Arbeiten ab 1987 dem Projekt P/IV/46 "Wald-Wild-Staatsvertrag" des Instituts für Forstschutz zugeordnet.

Drescher A., 1988, Abschätzung der Wildverbißbelastung verschiedener Waldgebiete im Bundesland Kärnten nach vegetationskundlichen Kriterien, Carinthia II, Naturwissenschaftliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens, 178. Jg., S. 324-352


Wasserhaushalt von Waldstandorten

P/III/42, ab 1994 P/3/42
Laufzeit ab 1984 langfristig, Leiter H. Margl, ab 1994 K. Lebitsch-Gartner

Das Projekt beschäftigt sich mit der Berechnung der potentiellen Evapotranspiration aus Klimadaten, der daraus resultierenden Wasserbilanz für repräsentative Orte Österreichs und mit Geländeuntersuchungen zum Wasserhaushalt kritischer Standorte sowie deren Leistungsfähigkeit. In den ersten Jahren konzentrierten sich die Messungen auf die Donauauen zwischen Groß-Enzersdorf und Hainburg. In den neunziger Jahren wurden Bodenfeuchtemessungen und Messungen meteorologischer Parameter auf ausgewählten Standorten, so etwa in den Gebieten Sommerein im Leithagebirge, in Achenkirch und am Hochwechsel durchgeführt.

Gartner K., 1997, Wasserhaushalt ausgewählter Standorte im Osten Österreichs, in: Müller, F. (Hrsg.), Waldbau an der unteren Waldgrenze, FBVA-Berichte 95/1997, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 31-44


Begleitende Maßnahmen zur Bewahrung des Auwalds

P/III/43
Laufzeit 1984 bis 1993, Leiter H. Margl

Das Projekt befaßte sich mit der Darstellung hydrologischer Faktoren und begleitenden Maßnahmen wie den "Gießgängen" zur Bewahrung des Auwaldes im Bereich der Donaukraftwerke Greifenstein, Altenwörth und der geplanten Staustufe Hainburg. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten war dem Projektleiter bereits 1981 der Konrad-Lorenz-Preis verliehen worden.

Margl H., 1984, Erhaltende, ausgleichende und verbessernde Maßnahmen für die Auen beim Bau des Donaukraftwerkes Greifenstein - ein Modellfall für den Ökosystemschutz im Wasserrechtsgesetz, Wasser-Gesetze, Wien, 1984 (17), S. 297-309

Margl H., 1988, Grundlagen und Maßnahmen zur Landschaftspflege im Einflußbereich des Donaukraftwerkes Hainburg, Sachverständigengutachten, in: Der Streit um Hainburg in Verwaltungs- und Gerichtsakten. Gutachten, Bescheide, Erkenntnisse, Niederösterreich-Reihe, Wien (5), S. 222-227


Beurteilung von forstökologischen Veränderungen im Stauraum Kraftwerk Altenwörth

T/III/1
Laufzeit 1984 bis 1986, Leiter K. Mader

Die Arbeit umfaßte ein Gutachten zu den Auswirkungen des Kraftwerkes Altenwörth/NÖ auf den Auwald.


Beweissicherung Hainburg

T/III/2
Laufzeit 1984 bis 1989, Leiter K. Mader

Im Rahmen der forstwirtschaftlichen Beweissicherung für das Kraftwerk Hainburg/NÖ wurden Wasserhaushaltsmessungen und eine Standortskartierung durchgeführt.

26.09.05 | Linhart, R.
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