Chronik der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1975 - 1999
 
FBVA-Chronik
Immissionsforschung und Forstchemie
Rauchschadensforschungen wurden an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt seit ihrer Gründung durchgeführt und im Bereich des Forstschutzes angesiedelt.

Mitte der siebziger Jahre begann sich aber die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses Gebiet zu konzentrieren. Im Forstgesetz 1975 beschäftigt sich der Unterabschnitt IVc, §§ 47-57, mit den Auswirkungen von forstschädlichen Luftschadstoffen auf den Wald und mit dem Nachweis bzw. der Verhinderung von Schädigungen. Im Rahmen der Erhebungen über forstschädliche Luftverunreinigungen gemäß § 52 des Forstgesetzes erhielt die FBVA die Aufgabe, als Sachverständige bei der Feststellung von Immissionseinwirkungen und der Bewertung von dadurch verursachten Schädigungen zu fungieren. Die Aufgaben wurden mit der Zweiten Verordnung gegen forstschädliche Luftverunreinigungen BGBl 199/1984 noch wesentlich ausgeweitet und präzisiert.

Nicht nur von politischer und legistischer Seite her kamen auf die Rauchschadensforschung bzw. Immissionsforschung neue Anforderungen zu, sondern auch durch die in den achtziger Jahren in allen Bereichen der Öffentlichkeit geführte Diskussion über das Waldsterben. Um die Aufgaben der Immissisonsforschung und Forstchemie adäquat bewältigen zu können, wurde 1984 ein eigenes Institut für Immissionsforschung und Forstchemie geschaffen und die Fachleute sowie die Projekte der bisherigen Rauschadensforschung vom Institut für Forstschutz abgezogen und dem neugegründeten Institut zugeordnet.

Die Umorganisation der FBVA 1994 mit einer Reduktion von elf auf acht Institute brachte dem Institut eine Ausweitung, da die Abteilung für Pflanzenphysiologie von der aufgelösten Außenstelle für subalpine Waldforschung dem Institut für Immissionforschung und Forstchemie eingegliedert wurde. Für bereits vorhandene biochemische Tätigkeiten wurde die Abteilung für Biochemie geschaffen. (1)

Die Schwefel- und Nährstoffanalysen im Rahmen des Österreichischen Bioindikatornetzes und die Untersuchungen im Rahmen des § 52 des Forstgesetzes sowie die Arbeiten für das Gemeinschaftsprojekt G3 "Höhenprofil Zillertal" bzw. ab 1993 "Höhenprofile Achenkirch" brachten einen bisher noch nicht dagewesenen Einsatz von neuen Analyseverfahren in den Labors und vielfältigen Meßtechniken im Freiland mit sich. Zahlreiche Publikationen belegen die Untersuchungsergebnisse des Instituts für Immisssionsforschung und Forstchemie.


Projekte und Arbeiten 1975 bis 1999

(chronologisch geordnet nach Projektbeginn)

Luftanalysen zur Feststellung von Immissionkonzentrationen von SO2, NOx und O3 in österreichischen Rauchschadensgebieten

Bis 1986: Luftanalysen zur Feststellung von Immissionkonzentrationen von SO2 und O3 in österreichischen Rauchschadensgebieten

P/IV/16a, ab 1985 P/XI/1, ab 1994 P/6/1
Laufzeit langfristig, Leiter St. Smidt

1975 bestand die Aufgabe des Projekts darin, Luftanalysen zur Feststellung von SO2 -Immissionskonzentrationen in Rauchschadensgebieten und orientierende Messungen von O3-Konzentrationen durchzuführen. Von 1977 bis 1981 befaßte sich das Projekt vorwiegend mit Ozon-Messungen. St. Smidt legte die Ergebnisse dieser Erhebungen, eingebunden in eine aktuelle und umfassende Präsentation von Ozon als Luftschadstoff, in seiner Dissertation vor: "Untersuchungen über das Auftreten von Ozon, seine kombinierte Wirkung mit SO2 auf Fichte und das Vorkommen von sauren Niederschlägen in Österreich".

Die Arbeiten über den sauren Regen wurden im Projekt P/IV/47 "Untersuchung saurer Niederschläge in Immissionsgebieten" weitergeführt.

Ab 1984 wurden erneut Ozon-Messungen bzw. SO2-Messungen und ab 1987 auch Nox-Messungen in verschiedenen Immissiongebieten in das Arbeitsprogramm aufgenommen. Seit 1985 hat das Projekt die Aufgabe, die in der 2. Verordnung gegen forstschädliche Luftverunreinigungen festgelegten Grenzwerte in aktuellen Schadensgebieten zu überprüfen. Für die Beurteilung der Immissionseinwirkungen werden die Immissionskonzentrationen von SO2, Ozon - als Leitsubstanz für Photooxidantien - und seit 1987 auch von NOx in Waldgebieten gemessen. Die erhobenen Daten kamen auch anderen Projekten zugute, u.a. dem Gemeinschaftsprojekt G3 "Höhenprofil Zillertal" bzw. "Höhenprofile Achenkirch".

Zu P/IV/16a, P/XI/1, P/6/1 und zu P/IV/47, P/XI/9, P/6/9

Smidt St, 1982, Untersuchungen über das Auftreten von Ozon, seine kombinierte Wirkung mit SO2 auf Fichte und das Vorkommen von sauren Niederschlägen in Österreich, Dissertation, Universität für Bodenkultur, Wien, 144 S.


Bestimmung der Nährstoffgehalte von Nadelproben der Düngungsversuchsflächen der Forstlichen Bundesversuchsanstalt

P/IV/18, ab 1985 P/XI/8, ab 1994 P/6/8
Laufzeit seit 1962 langfristig, Leiter K. Stefan

Im Rahmen der Arbeit beobachtete man die Nährstoffversorgung sowie deren Änderung nach der Düngung bzw. den Zeitpunkt der Düngerwirkung. Weiters wurden Beurteilungswerte für Nadelhauptnährstoffgehalte auf verschiedenen Standorten in Zusammenhang mit Fragen der Düngungsrentabilität sowie methodische Grundlagen zur Gewinnung und Bearbeitung von Proben erarbeitet.

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts G1 "Bestandesdüngung" wurden Arbeiten gemeinsam mit den Instituten für Waldwachstum und Betriebswirtschaft und für Forstökologie durchgeführt.

Stefan K., 1981, Großdüngungsversuch Pinkafeld, Nadelanalytische Ergebnisse, in: Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.), Großdüngungsversuch Pinkafeld, Mitteilungen der FBVA 136/1981, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 77-131

Stefan K., 1982, Zum Nachweis von SO2 - Immissionseinwirkungen mit Hilfe von Schwefelbestimmungen in Fichtennadeln, Dissertation, Universität für Bodenkultur, 143 S., 22 Abbildungen

Stefan K., 1991, Nadelnährstoffgehalte auf österreichischen Dauerbeobachtungsflächen (Fichte) von 1968 bis 1987, VDI-Berichte Nr. 901, S. 291-312

Zu P/IV/16 b, P/XI/2, P/XI/6 (P/6/6), P/XI/8 (P/6/8)

Stefan K., 1989, Zur Nährstoffversorgung des österreichischen Waldes. Nährelementgehalte in Nadelproben des Österreichischen Bioindikatornetzes 1983-87 und von Dauerversuchsflächen 1968-87, IUFRO-WP2.05.01, 1st Workshop on Ecological Monitoring in Forestry 24.-29.9.1989, Usti nad Labem, Tagungsbericht,. S. 51-89


Auswirkung von Mineraldüngung auf einen immitierten Fichtenbestand - Düngungsversuch Zeltweg

P/IV/16b, ab 1985 P/XI/2
Laufzeit 1968 bis 1989, Leiter K. Stefan

Im Immissionsgebiet Aichfeld wurde geprüft, ob durch SO2-Immissionen bedingte negative Einflüsse mittels optimierter Nährstoffversorgung verringert werden können. Die Versuchsanlage bestand aus vier unbehandelten Teilflächen und vier verschiedenartig gedüngten Teilflächen. Von 1968 bis 1987 wurden jährlich im Herbst Astproben genommen und mit Hilfe chemischer Nadelanalysen untersucht, ab bzw. bis zu welchem Zeitpunkt eine Düngerwirkung festzustellen ist und welche Unterschiede zwischen den einzelnen Düngungsvarianten bestehen. Die Auswirkungen der Düngungsmaßnahmen zeigten aber keinen eindeutigen Zusammenhang mit den im Verlauf der Jahre unterschiedlichen Immissionseinwirkungen.

Stefan K. 1980, Auswirkung der Düngung auf Nährstoff- und Schwefelgehalte der Nadeln von einer Düngungsversuchsfläche im Immissionsgebiet Aichfeld (Steiermark) von 1968 bis 1979, in: Beiträge zur Rauschschadenssituation in Österreich, IUFRO-Fachgruppe S2.09-00 Luftverunreinigungen, XI. Internationale Arbeitstagung forstlicher Rauchschadenssachverständiger, Exkursion, Mitteilungen der FBVA 131/1980, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 161-183

Zu P/IV/16 b, P/XI/2, P/XI/6 (P/6/6), P/XI/8 (P/6/8)

Stefan K., 1989, Zur Nährstoffversorgung des österreichischen Waldes. Nährelementgehalte in Nadelproben des österreichischen Bioindikatornetzes 1983-87 und von Dauerversuchsflächen 1968-87, IUFRO-WP2.05.01, 1st Workshop on Ecological Monitoring in Forestry 24.-29.9.1989, Usti nad Labem, Tagungsbericht,. S. 51-89


Nadelanalytische Untersuchungen über die gleichzeitige Einwirkung von SO2- und HF-Immissionen im Raum Leoben-Donawitz/Stmk.

P/IV/16e, ab 1985 P/XI/5, ab 1994 P/6/5
Laufzeit 1981 bis 1996, Leiter K. Stefan

Bereits ab dem Beginn der fünfziger Jahre wurden im Gebiet Leoben-Donawitz Gehalte von Schadstoffen von Nadeln untersucht. Im Rahmen des besprochenen Projekts wurden jene Nadelschadstoffgehalte untersucht, bei denen Schädigungen auftreten, obwohl die für den einzelnen Schadstoff festgelegten Grenzwerte noch nicht überschritten wurden. Zusätzlich zu Proben aus dem Gebiet Leoben-Donawitz wurden in der Folge auch Proben des Bioindikatornetzes aus dem Raum Ranshofen/OÖ, Linz und aus dem Inntal/Tir. analysiert.

Die nadelanalytischen Ergebnisse wurden in zuwachskundliche Gutachten des Instituts für Waldwachstum und Betriebswirtschaft der FBVA eingearbeitet.


Auswirkungen hoher Bodenmagnesiumgehalte auf die Nadelnährstoffgehalte von Fichten

P/IV/16c, ab 1985 P/XI/3
Laufzeit 1982 bis 1991, Leiter K. Stefan

Trotz Reduzierung der SO2- und Staubimmissionen kam es Ende der siebziger Jahre in der Umgebung des Magnesitwerkes Breitenau/Stmk. zu progressiven Schädigungen. Nadelanalysen und bodenchemische Untersuchungen dienten der Klärung, in welchem Umfang auch zurückliegende Immissionen, im konkreten Fall lokal überoptimale Magnesiumversorgung, die Nährstoffbilanz der Bäume stören. Parallel dazu zeigten Untersuchungen im Topfversuch, welche Auswirkungen zusätzliche Streßfaktoren bei hohen Magnesiumsgehalten im Boden haben.

Stefan K., 1983, Auswirkungen hoher Magnesiumgehalte im Boden auf Nährstoffgehalte der Nadeln von Fichten (Picea abies (L.) Karst.), Aquilo/Serie Botanica, Oulu, Nr. 19, S. 378-384

Stefan, K. 1992, Auswirkungen hoher Bodenmagnesiumgehalte auf die Nadelnährstoffgehalte von Fichten. Interner Abschlußbericht, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 27 S.


Einfluß des Baumalters auf die Schwefelakkumulierung von Fichte, Tanne und Kiefer

P/IV/16d, ab 1985 P/XI/4
Laufzeit 1982 bis 1987, Leiter K. Stefan

Die Arbeiten dienten der Prüfung, ob die Nadelprobenahme bei informativen Untersuchungen vereinfacht werden kann, ob die Grenzwerte der Verordnung gegen forstschädliche Luftverunreinigungen auch für junge Fichten Gültigkeit haben und mit welchen Grenzwerten im Vergleich zur Fichte bei Tanne und Kiefer operiert werden kann. Anhand von Datenmaterial aus dem Aichfeld und des Bioindikatornetzes konnte gezeigt werden, daß es bei geringen Immissionen nicht optimal ist, Proben von jungen Fichten zu verwenden, da ein Vergleich mit den Verordnungsgrenzwerten, die sich auf "Standardbäume" der Altersklassen 4 oder 5 beziehen, nicht möglich ist. Zwischen Fichten- und Kiefern gleichen Alters ergaben sich jedoch keine signifikanten Unterschiede. Bei Tannen ist mit höheren natürlichen Schwefelgehalten als bei Fichten und daher auch mit höheren Schwefelwerten in Immissionsgebieten zu rechnen.

Stefan K., 1983, Einfluß des Baumalters auf den Schwefelgehalt in den Nadeln von Fichte (Picea abies (L.) Karst.), Aquilo/Serie Botanica, Oulu, Nr. 19, S. 140-146

Stefan K., 1987, Einfluß des Baumalters auf die Schwefelakkumulierung von Fichte und Vergleich der Schwefelgehalte von Fichte, Tanne und Kiefer, Abschlußbericht, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 10 S.


Untersuchung saurer Niederschläge in Immissionsgebieten

P/IV/47, ab 1985 P/XI/9, ab 1994 P/6/9
Laufzeit seit 1982 langfristig, Leiter St. Smidt

Schon 1919 wies P. Rusnov, damals der Verantwortliche für die Rauchschadensforschung an der FBVA, auf die möglichen Folgen saurer Luftverunreinigungen hin. Anfang der achtziger Jahre wurde dieses Thema in Amerika und in Europa heftig diskutiert. Anhand von Regen- und Schneeanalysendaten aus ausgewählten Waldgebieten lieferte die FBVA erstmals in Österreich konkrete Daten über die Belastung der Wälder durch saure Niederschläge. Das Projekt setzte mit der stichprobenartigen Sammlung von Schneeproben in unterschiedlich immissionsbelasteten Gebieten im Winter 1981/82 ein. Während der Sommermonate wurden wöchentlich Regenproben gesammelt. Im Winter 1983 wurden an 558 Probeorten bundesweit Schneeproben gewonnen. Alle diese Untersuchungen zeigten, daß Belastungen durch saure, aber auch durch nicht saure Spurenstoffe nicht nur in den bereits bekannten Immissionsgebieten vorkommen. Die bundesweite Schneeerhebung 1983 ergab, daß nur 31 % der Proben als "reiner" Schnee qualifiziert werden konnten; rund 17 % wurden als belastet eingestuft.

Auch in den Folgejahren ermittelte man weiter die vorhandenen Schadstoffkonzentrationen in Regen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Schadstoffkonzentrationen und -einträge in verschiedenen Höhenlagen gerichtet.

Das Projekt lieferte Beiträge zum Gemeinschaftsprojekt G3 "Höhenprofil Zillertal" bzw. "Höhenprofile Achenkirch", zu G7 "Waldschaden-Beobachtungssystem" und zu G8 "Intensive und fortgesetzte Überwachung von Flächen im Rahmen von Programmen der EU und ECE".

Smidt St., 1983, Untersuchungen über das Auftreten von Sauren Niederschlägen in Österreich, Mitteilungen der FBVA 150/1983, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, 88 S.

Smidt St., 1991, Messungen nasser Freilanddepositionen der Forstlichen Bundesversuchsanstalt, FBVA-Berichte 50/1991, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, 89 S.

Weitere Publikationen siehe unter G3 "Höhenprofil Zillertal" und "Höhenprofile Achenkirch"


Belastungen von Hochlagenaufforstungen und Waldbeständen unterschiedlicher Höhenlagen mit Schadstoffen

P/IV/48, ab 1985 P/XI/10, ab 1994 P/6/10
Laufzeit seit 1982 langfristig, Leiterin F. Glattes/Herman

Um die Schwermetallimmissionen von Wäldern zu erfassen, wurden im Zillertal/Tir. 1984 und in Achenkirch/Tir. 1990 Höhenprofile eingerichtet. Beginnend an der Baumgrenze wurden in Abständen von 100 m bis zur Talsohle Probebäume beerntet und die Nadelproben auf Blei- und Cadmiumgehalte untersucht. Darüber hinaus wurden Nadelproben von sechs Fichten-Versuchsflächen über einen Zeitraum von über 30 Jahren beerntet. F. Herman faßte die Ergebnisse in ihrer Dissertation zusammen. Basierend auf den Bleigehalten von Fichtennadeln und den daraus geschätzten Einträgen läßt sich zur Zeit eine momentane Gefährdung durch dieses Schwermetall nicht ableiten, jedoch ebenso wie bei Cadmium, ein Handlungsbedarf in Hinblick auf rasche emissionsmindernde Reduktionsmaßnahmen.

Herman F., 1994, Schwermetallgehalte von Fichtennadeln als Kriterium zur Beschreibung der Umweltsituation, Dissertation, Universität für Bodenkultur, Wien, 113 S.


Bioindikatornetz

P/IV/16f, ab 1985 P/XI/6, ab 1994 P/6/6
Laufzeit seit 1983 langfristig, Leiter K. Stefan

Grafik Bioindikatornetz

ICP Gerät für Blattanalysen

Die zeitliche und räumliche Entwicklung der Schwefel-Immissionseinwirkungen in Österreich wird seit 1983 an rund 600 Probeflächen des bundesweiten Bioindikatornetzes untersucht. Zu diesem Zweck werden Nadeln der Probebäume nach den Bestimmungen der Zweiten Verordnung gegen forstschädliche Luftverunreinigungen von 1984 auf ihren Schwefelgehalt analysiert. Da im Zusammenhang mit neuartigen Waldschäden auch der Ernährungssituation große Bedeutung beigemessen wurde, bestimmt man auch die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium. Das Bioindiaktornetz besteht aus einem systematischen "Grundnetz", eingerichtet 1983, und aus einem "Verdichtungsnetz". 1998 hatte es 870 Probepunkte. 90 % der Probebäume sind Fichten, im sommerwarmen Osten Österreichs werden auch Schwarz- und Weißkiefern sowie Buchen in die Erhebung einbezogen. Jährliche Berichte über die Erhebungsergebnisse und zahlreiche weitere Publikationen informieren über den Verlauf der SO2-Immissionseinwirkung in Österreich. Ein Resümee der 15 Untersuchungsjahre von 1983 bis 1997 ergab signifikante Abnahmen der maximalen Schwefelgehalte; dies dürfte mit den emissionsmindernden Maßnahmen in Österreich im Zusammenhang stehen. Trotz dieser Emissionsminderung im Inland konnte aber keine Abnahme bei der Zahl von immissionsbelasteten Punkten festgestellt werden, weil die Verbesserungen im Inland durch zunehmende "Importe" aus dem Ausland kompensiert wurden.

Stefan K., 1995, Bioindikatornetz: Schwefel- und Stickstoffgehalte, in: Österreichisches Statistisches Zentralamt, Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.), Ökobilanz Wald -Österreich: Ausgabe 1995, Wien, S. 79-85

Stefan K., Fürst A., 1998, Indication of S and N Inputs by Means of Needle Analyses Based on the Austrian Bio-Indicator Grid, in: Environmental Science and Pollution Research, Nr. 1, Special Issue, S. 63-69

Zu P/IV/16 b, P/XI/2, P/XI/6 (P/6/6), P/XI/8 (P/6/8)

Stefan K., 1989, Zur Nährstoffversorgung des österreichischen Waldes. Nährelementgehalte in Nadelproben des österreichischen Bioindikatornetzes 1983-87 und von Dauerversuchsflächen 1968-87, IUFRO-WP2.05.011st Workshop on Ecological Monitoring in Forestry 24.-29.9.1989, Ústí nad Labem, Tagungsbericht,. S. 51-89




Pflanzenanalysen im Rahmen der "Forschungsinitiative gegen das Waldsterben"

P/IV/16g, ab 1985 P/XI/7, ab 1993 M/XI/1, ab 1994 M/6/1
Laufzeit seit 1984 langfristig, Leiter K. Stefan

Die "Forschungsinitiative gegen das Waldsterben", ein Forschungsauftrag des BMLF und des Wissenschaftsministeriums, wurde von der FBVA durch die Übernahme von Pflanzenanalysen unterstützt. Neben Schwefel wurden die Hauptnährstoffe analysiert.


Integrale Messungen von SO2, O3 und NOx mit Meßkerzen

P/XI/11
Laufzeit 1985 bis 1987, Leiter K. Stefan

Meßmethoden von Luftschadstoffen mit Meßkerzen, die an der Universität Graz entwickelt worden waren, wurden im Freiland geprüft. Parallel dazu wurden SO2-Messungen mit Bleikerzen vorgenommen. Während bis zu diesem Zeitpunkt registrierende Nox-, SO2- und O3-Meßgeräte nur eingesetzt werden konnten, war man nun in der Lage, die Immissionrate bzw. die räumliche Verteilung der Immissionen auch ohne Stromquelle zu erheben. Die Kerzen wurden an 120 Meßorten exponiert und an der Universität Graz analysiert. Für die Datenauswertung war die FBVA in Zusammenarbeit mit den Landesforstdiensten der Steiermark und Kärntens zuständig.

Stefan K. 1987, Integrale Schadstoffmessung (Steiermark/Kärnten), Abschlußbericht, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 25 S.


Pflanzenanalysen für Untersuchungen nach § 52 des Forstgesetzes und für Grundbelastungserhebungen der Bundesländer

T/XI/1, ab 1994 T/6/1
Laufzeit ab 1985, Leiter K. Stefan

Ziel dieses Projekts ist die Erfassung belasteter Gebiete durch die Bestimmung akkumulierbarer Schadstoffe. Seit 1984/85 wurden rund 36.000 Proben analysiert.


Ökophysiologische Analyse von Waldschäden

Bis 1988: Ökophysiologische Analyse des Waldsterbens

P/XII/10, seit 1994 P/6/15
Laufzeit 1985 bis 1999, Leiter W. Havranek

Im Rahmen dieses Projekts wurde die Wirkung von Ozon auf Waldbäume in Hochlagen überprüft. Das geschah einerseits durch Versuche im Klimahaus auf dem Patscherkofel, dem höchstgelegenen forstpflanzenphysiologischen Labor Europas, andererseits durch Begasungsexperimente im Freiland mit Ozon an Fichte und an Lärche auf dem Patscherkofel und auf dem Gelände des "Höhenprofil Zillertal" (siehe auch G3). Die Begasung von Zweigen im Freiland mit verschiedenen Ozonkonzentrationen, die unter enormem technischen Aufwand vor sich ging, zeigte keine schädlichen Auswirkungen auf die Bäume, sodaß man annehmen kann, daß die derzeit natürlich vorhandenen und auch noch weit höhere Ozonkonzentrationen bisher gesunde Bäume in Reinluftgebieten nicht gefährden. Zahlreiche Publikationen geben Aufschluß über die bisherigen Arbeiten.

Havranek W. M., Wieser G., Zur Ozontoleranz der europäischen Lärche (Larix decidua Mill.), Forstwirtschaftliches Centralblatt, Hamburg, 112 (1/2), S. 56-64

Matyssek R., Havranek W. M., Wieser G., Innes J.L, 1997, Ozone and the Forests in Austria and Switzerland, in: Sandermann, H., Wellburn, A.R., Heath, R.L. (Hrsg.), Forest Decline and Ozone, A Comparison of Controlled Chamber and Field Experiments, Zusammenfassende Publikation langjähriger Ozonforschungsergebnisse, Ecological Studies,127, Berlin,S. 95-134

Wieser G., Havranek W.M., Loidoldt-Nagele M., Kronfuß G., Polle A., 1998, Responses of Photosysnthesis, Carbohydrates and Antioxidants in Needles of Norway Spruce to Slow and Rapid Changes in Ozone, in: Botanica Acta, Stuttgart, 111(1), S. 35-41

26.09.05 | Linhart, R.
FBVA © 1999