Chronik der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1975 - 1999
 
FBVA-Chronik
Forstschutz - Projekte 1986 - 2000

Pathologische Veränderungen von Baumwurzeln

P/IV/55, ab 1994 P/4/55
Laufzeit 1986 bis 1994, Leiter Ch. Tomiczek

Im Zentrum des Projekts standen Zusammenhänge zwischen Schäden im Wurzelbereich und Schädigungssymptomen im Stamm- und Kronenbereich. Vorwiegend wurden Fichten untersucht, aber auch andere Baumarten, wie Eichen. Die Untersuchungen bestätigten den engen Zusammenhang zwischen Schadeinflüssen im Wurzelbereich und der Ausbildung unterschiedlicher Schadenssymptome an oberirdischen Pflanzenteilen. So konnte an mehr als 300 windgeworfenen Bäumen nachgewiesen werden, daß die Anzahl der Fäuleprozente im Wurzelbereich mit der Anzahl der Nadeljahrgänge negativ korrelierte. Conditiometeruntersuchungen - dabei wird der elektrische Widerstand in den Saftleitbahnen und im Kambium bestimmt - zeigten, daß mit zunehmendem Fäulegrad der Wurzeln bzw. des Stammes die Splintholzbreiten sowie der Wassersättigungsgrad des Splintes deutlich abnehmen und somit die Versorgung des Baumes mit Wasser und Nährsalzen deutlich beeinträchtigt wird. Die Ergebnisse des Projekts ließen vermuten, daß latenter Wurzelfäulebefall eine Erklärung für schlechte Kronenzustände in bestimmten Gebieten darstellen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurde mit zahlreichen Publikationen und Vorträgen der forstlichen Praxis vermittelt.

Dimitri L., Tomiczek C., 1998, Impact, Control and Management of Heterobasidion annosum Root and Butt Rot in Europe and North America. 19. Germany and Austria, in: Woodward, S. u.a. (Hrsg.) / Heterobasidion annosum. Biology, Ecology, Impact and Control, Wallingford, CABI, S. 355-368

Tomiczek Ch., 1991, Wurzel- und Stammfäulen - eine mögliche Ursache von Nährelementmangel in Fichtennadeln, GSF-Bericht 24/91, S. 559-566

Tomiczek Ch., 1995, Nutrient deficiency of spruce needles caused by root and butt rots - a factor in forest decline, 70. ISA-Konferenz in Halifax, Kanada, 14.-16.8.1994, Journal of Arboriculture, Vol. 21, (3), S. 113-17

Tomiczek Ch., Marcu Gh., 1989, Der Einfluß von Klimastreßfaktoren auf das Eichensterben in Österreich, FIW-Forschungsberichte, Wien, (1), 112 S.


Pilzflora in Baumkronen

P/IV/56, ab 1994 P/4/56
Laufzeit 1986 bis 1994, Leiter Th. Cech

Das makroskopische Erscheinungsbild von Baumkronen wird unter anderem durch das Vorkommen pathogener Pilze, die sekundär oder primär auftreten können, geprägt. Zahlreiche Untersuchungen dienten dazu, die beteiligten Arten der Pilzflora und ihre Rolle bei der Erkrankung der Bäume zu klären. Besonderes Augenmerk schenkte man kränkelnden Eichen an Standorten in Niederösterreich und dem Burgenland, vergilbten Fichten, vor allem im Waldschadensgebiet Glein, und von Kiefernschütte befallenen Kiefern an diversen Standorten in Ostösterreich. Auch der Pilzbefall von Christbaumkulturen und Lärchen wurde untersucht.

In einem Informationsdienst der FBVA zum "Eichensterben in Ostösterreich" wurde der Pilzbefall der Eichen in den betroffenen Gebieten beschrieben. Aus dem Krankheitsverlauf schloß man, daß die primäre Ursache für den schlechten Zustand der Bäume aber nicht, wie mehrfach vermutet, im Befall des Leitungsystems durch Tracheomykose-Pilze, sondern im Wurzelbereich zu suchen sei. Bei Fichten wurde der Rostpilz Pucciniastrum areolatum erstmals in Österreich als Primärverursacher von Triebsterben nachgewiesen. Bei Kiefern ging man u.a. den Verursachern des Kiefernsterbens nach, das ab 1991 Schwarz- und Weißkiefern im Marchfeld und im Kamptal befiel. 1992 wurde der Nachweis erbracht, daß Sphaeropsis sapinea das Absterben von Zweigen und Ästen der Schwarzkiefer verursacht. Dies wurde auch durch rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen bestätigt. Das Projekt lieferte Themen für mehrere Diplomarbeiten an der Universität für Bodenkultur.

Cech Th., 1995, Epidemic occurence of Sphaeropsis sapinea in Eastern Austria, in: Shoot and Foliage Diseases in Forest Trees, Proceedings of a Joint Meeting of the Working Parties "Canker and Shoot Blight of Conifers, Foliage Diseases", Firenze, S. 263-269

Cech Th., Perny B., 1995, Über Pucciniastrum areolatum (Alb. Et. Schw.) Liro (Uredinales) im Zusammenhang mit Wipfelschäden an Jungfichten (Picea abies (L.) Karst.), in: Cech Th., Perny B., Donaubauer E., Wipfelsterben an Jungfichten in Österreich und beteiligte Mikropilze, FBVA-Berichte 88/1995, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 5-27

Cech Th., Tomiczek Ch., 1986, Erste Erkenntnisse zum Eichensterben in Ostösterreich, Informationsdienst der Forstlichen Bundesversuchsanstalt Nr. 235, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 97 (10), S. 309


Loranthus europaeus Jacq. (Eichenriemenblume)

F/IV/1
Laufzeit 1986 bis 1988, Leiter E. Donaubauer

Das Thema wird seit 1977 und auch nach 1988 bearbeitet, zwischen 1986 und 1988 setzte man aber in den Eichenmittelwäldern Ostösterreichs mit Hilfe von Herbiziden und mechanischer Beseitigung besondere Bemühungen, um der Eichenriemenblume oder Eichenmistel Herr zu werden. Die Arbeiten fanden in einer Diplomarbeit am Institut für Forstschutz und Forstentomologie ihren Niederschlag.

Donaubauer E., Ferenczy J., 1982, Zur Bekämpfung der Eichenmistel (Loranthus europaeus L.), in: Der Eichenmistelbefall im Weinviertel, Dr. Ferdinand Graf Abensperg und Traun - Forschungsauftrag, Österreichischer Agrarverlag, Wien, S. 245-262


Amtliche Mittelprüfung

T/IV/1

Ständige Einrichtung ab 1986, Leiter A. Egger, ab 1992 Th. Cech, ab 1994 Ch. Tomiczek, H. Krehan, B. Perny


Diagnose von Proben auf Schadursachen und aktuelles Auftreten von Forstschäden

Bis 1991: Diagnose von Proben auf Schadursachen

T/IV/2

Ständige Einrichtung, Leiter E. Donaubauer, ab 1996 Ch. Tomiczek


Mikroskopisch kleine Arthropoden und ihr Einfluß auf Pflanzengewebe

P/IV/57, ab 1994 P/4/57
Laufzeit 1989 bis 1994, Leiter Th. Cech

Koniferennadeln zeigen an der Oberfläche sowie im Nadelgewebe verschiedene, oft mikroskopisch kleine Krankheitssymptome, deren Auslöser meist nicht genau bekannt sind. Die Rolle der biotischen Verursacher derartiger Erscheinungen sollte im Rahmen des Projekts geklärt werden, und zwar die beteiligten Arten, deren Populationsdichte, Schädigungsmechanismen und ihre Funktion als Vektoren für Krankheiten. Konkret handelte es sich um Untersuchungen von freilebenden Gallmilben an Koniferennadeln, stereomikroskopische Analysen von Mikrosymptomen in Achenkirch/Tir. und als Vorarbeit dazu um differentialdiagnostische Erhebungen an 69 Altfichten in Achenkirch, an denen durch andere Forschungsgruppen zusätzlich verschiedene chemische und physiologische Analysen durchgeführt wurden. 27 biotische und abiotische Faktoren wurden mit dem Ziel der Zuordnung von Symptomen zu Streßursachen überprüft. Die Ergebnisse zeigten, daß an den tiefer gelegenen Probeflächen mechanische Verletzungen durch Sturm und Hagelschlag sichtbare Kronenauflichtungen zur Folge hatten, an höher gelegenen Standorten durch Arthropoden verursachte Punktnekrosen der Nadeln im Vordergrund standen.

Cech Th., 1995, Differentialdiagnostische Untersuchungen an Fichtenästen in Achenkirch, in: Cech Th., Tomiczek Ch., Forstpathologische Erhebungen im Gebiet Achental, FBVA-Berichte 86/1995, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 5-36


Splintholzbewohnende und mykorrhizapathogene Nematoden als Forstschädlinge

P/IV/58, ab 1994 P/4/58
Laufzeit 1989 bis 1994, Leiter Ch. Tomiczek

Laub- und Nadelholzarten wurden auf das Vorhandensein splintholzbewohnender und frei im Waldboden lebender mykorrhizapathogener Nematoden hin untersucht, weiters wurden Pathogenitätstestungen in Klimakammern und im Freiland sowie Versuche zur Nematodenzucht auf künstlichen Nährmedien durchgeführt.

Was die mykorrhizapathogenen Nematoden anlangt, so bestätigten die Untersuchungen, daß, zumindest in bezug auf das Waldsterben im Gleinalmgebiet, ektoparasitäre(2) Nematoden der Gattung Aphelenchoides die Mykorrhizaschäden im Feinwurzelbereich der untersuchten Fichten verursachen. (Siehe dazu auch Berichte und Publikationen zu Gemeinschaftsprojekt G5 "Gleinalm".)

Betreffend Splintholznematoden erwies sich, daß diese an verschiedenen Baumkrankheiten in Österreich beteiligt sind. So wurden hohe Belagsdichten von Nematoden der Gattung Bursaphelenchus beim Eichensterben, Kiefern- und Tannensterben festgestellt. Während Schmutzenhofer (siehe auch P/IV/44 "Splintholznematoden als Forstschädlinge und deren Vektoren") 1981 Tannensämlinge mittels Nematodeninokulation abtöten konnte, gelang dies bei Kiefer und Eiche unter standardisierten Laborbedingungen ohne Zusatzstreß bisher noch nicht. Vektoren für Nematoden sind verschiedene Käferarten. Nematoden ihrerseits fungieren als Vektoren für Pilzsporen und Viren.

Tomiczek Ch., 1988, Über das Auftreten von Splintholznematoden in erkrankten Eichenbeständen Österreichs, Anzeiger für Schädlingskunde - Pflanzenschutz - Umweltschutz, Berlin, 61 (7), S. 121-122

Tomiczek Ch., 1993, Untersuchungen über Eichenerkrankungen in Österreich, Rundgespräche der Kommission für Ökologie, Bd. 5 "Zustand und Gefährdung der Laubwälder", München, S. 81-84

Tomiczek Ch., 1997, Welche Gefahr droht uns durch Splintholznematoden der Gattung Bursaphelenchus? Forstschutz-Aktuell, Wien, (19/20): S. 18-19.


Veränderungen von Wildschadenssituationen durch wesentliche Änderungen der Wildbewirtschaftung

P/IV/59, ab 1994 P/4/59
Laufzeit 1989 bis 2000, Leiter W.G. Stagl

Das Projekt geht den Einflüssen nach, die neue Jagdgesetze mit zum Teil starken Eingriffen in die traditionelle Wildbewirtschaftung auf Wildschäden und deren Verläßlichkeit als objektiver Indikator eines tragbaren Wildstandes haben. Für die Fallstudien wurden Gebiete ausgewählt, in denen der Unterschied zwischen traditionell bejagter und wildverdünnter Waldfläche in der Vegetation erfaßbar ist und der Wildeinfluß auf Bestandesbegründung und Entwicklung dokumentiert werden kann. In einer Publikation analysierte Stagl verschiedene methodische Ansätze bzw. Verfahren zur Beantwortung der Fragestellung.

Stagl W.G., 1990, Beurteilung der Tragbarkeit von Wildständen nach dem gegenwärtigen Traktverfahren, Tagungsbericht, IUFRO-Symposium (S1.08-03, Regionalplanungskonzepte für eine forstlich integrierte Schalenwildbewirtschaftung im Hoch- und Mittelgebirge, 27.-29.Juli 1989, Salzburg, BOKU-Berichte zur Wildtierforschung und Wildbewirtschaftung, Wien, 1, S. 251-259


Abgrenzung der durch Wirbeltiere verursachten Vegetationsschäden in Waldweidegebieten

Bis 1991: Erhebungen zur Abgrenzung der Einflüsse der Waldweide gegenüber anderen, durch Wirbeltiere verursachten Forstschäden/Weideschäden am Wald

P/IV/60, ab 1994 P/4/60
Laufzeit 1991 bis 2002, Leiter W.G. Stagl

Ein erheblicher Teil der österreichischen Wälder weist eine starke Weidebelastung auf, deren Auswirkungen auf Forstpflanzen oft mit Wildschäden verwechselt werden. Im Rahmen des Projekts werden Schäden von Weidevieh inklusive Schafen und Ziegen von Wildschäden abgegrenzt und ihre forstlichen Auswirkungen erhoben.


Einwirkungsmechanismen von biotischen und abiotischen Schadfaktoren auf Laubbäume - Art- und/oder schadensspezifische Reaktionen der Pflanze (Symptome)

P/IV/61, ab 1994 P/4/61
Laufzeit 1991 bis 1996, Leiter H. Krehan

Bei dem Projekt handelte es sich um den Versuch, die im Rahmen der Waldzustandsinventur (WZI) und des Waldschadenbeobachtungssystems (WBS) erhobenen unspezifischen Kronenverlichtungen bestimmten, häufig auftretenden Schadursachen zuzuordnen und diverse Methoden der Schadensdiagnose und Therapie zu erproben. Ein Teil der Arbeit widmete sich Eichenversuchsflächen in niederösterreichischen und burgenländischen Erkrankungsgebieten und Buchenprobeflächen in Niederösterreich. Hier ging man davon aus, daß der schlechte Kronenzustand die Folge von Schädlingsbefall oder Pilzinfektionen sein könnte und erprobte ein neuartiges Injektionsverfahren zur Diagnose und Bekämpfung. Eine eindeutige positive Reaktion blieb aus, wenn auch keine Verschlechterung des Zustandes mehr eintrat.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigte sich mit Buchenprobebäumen des Höhenprofils Achenkirch, in dessen Rahmen Streßfaktoren und Streßfolgen für Gebirgswälder erhoben werden. Von 1991 bis 1993 wurde eine Reihe forstpathologischer Differentialdiagnosen mit Hilfe von Baumsteigern in regelmäßigen Abständen an den Probebäumen durchgeführt. Diese Untersuchungsergebnisse wurden den gleichzeitig erhobenen Vitalitätsparametern relativer Chlorophyllgehalt, elektrischer Widerstand im Leitungsgewebe und der Entwicklung des Kronenzustands gegenübergestellt. Eine deutliche Zustandsveränderung trat in den Untersuchungsjahren nicht ein (siehe auch G3 "Höhenprofile Achenkirch").

Einige Ergebnisse der Untersuchung flossen in die Broschüre "WaldesWert - Der Wert des Waldes für die Gesellschaft -, Abschnitt: Schäden am Wald, Waldwerte in Gefahr?" des Österreichischen Forstvereins ein.

Krehan H., 1991, Neues Meßgerät zur einfachen Bestimmung des Chlorophyllgehaltes in Blättern und Nadeln, Forstschutz Aktuell, Wien, 7, S. 7-8

Krehan H., 1996, Schäden am Wald - Waldwerte in Gefahr, in: Österreichischer Forstverein: WaldesWert. Der Wert des Waldes für die Gesellschaft, 1. Auflage, Wien, S. 78-83


Revision von europäischen Borkenkäfergattungen

P/IV/62, ab 1994 P/4/62
Laufzeit 1992 bis 1997, Leiter C. Holzschuh

Hier handelte es sich darum, schwer zu trennende Arten von Borkenkäfern einander gegenüberzustellen, Merkmale mittels Rasterelektronenmikroskop sichtbar zu machen und bei Problemarten die Synonymie abzuklären sowie eingeschleppte Arten in Bestimmungstabellen einzubauen. Behandelt wurden die Arten Xyleborinus saxesenii (Ratzeburg) und X.alni (Niisima), Crypturgus cinereus (Herbst) und C. subcribrosus Eggers, Polygraphus poligraphus (Linne) und P. subopacus Thomson, Orthotomicus robustus (Knotek) und Orthotomicus tridentatus Eggers, Hylesinus varius (Fabricius) und H. orni Fuchs und die Gattung Trypodendron.

Holzschuh C., 1997, Forschungsbericht des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft 1997, Institut für Forstschutz, Abschlußberichte, Wien, S. 184-185


Wildökologische Beurteilung von Rotwildregionen

P/IV/63, ab 1994 P/4/63
Laufzeit 1993 bis 1998, Leiter K. Tiefnig

Die wildökologische Interpretation von Aufnahmedaten der Österreichischen Waldinventur, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung und Ursache von Schälschäden, ergab eine Vielzahl von Dispositions-Faktoren wie überhöhte Schalenwildbestände, lokale Wildkonzentration, Fütterungsfehler, Wartezimmereffekte infolge Beunruhigung, meist in Kombination mit Kahlschlagwirtschaft und Monokulturen, Mißverhältnisse zwischen Einstand und Äsung usw. Eine gebietsspezifische Zuordnung war lediglich in der Häufigkeit der einzelnen Merkmale erkennbar.

Tiefnig K., 1997, Schalenwildraumplanung als Beitrag zur Wildschadensvermeidung, Tagungsbericht zur Arbeitssitzung der Kommission "Großwild Europa-Asien" über Schäden durch Rotwild am 13. /14. Februar 1977 in Salzburg, 14 S.

Tiefnig K.,1997, Wildökologische Untersuchungen mittels Wärmebildkamera, Forstschutz Aktuell, Wien, Nr. 19/20, S. 27-30


Populationsgenetische und morphologische Untersuchungen von an Nadelhölzern lebenden Borkenkäfern der Gattung Ips

P/IV/64, ab 1994 P/4/64
Laufzeit 1993 bis 1998, Leiter B. Perny

Von 1993 bis 1996 widmete sich das Projekt fast ausschließlich Borkenkäfern der Gattung Ips und hier besonders dem Achtzähnigen Fichtenborkenkäfer, Ips typographus. Ziele der Untersuchungen waren u.a. die Unterscheidung von epidemischen und endemischen Populationen einer Art sowie eine taxonomische Differenzierung verschiedener einander morphologisch ähnlicher Arten. Ab 1996 wurden auch Untersuchungen der genetischen Struktur verschiedener Herkünfte von aktuell auftretenden Schadinsekten wie der Roßkastanienminiermotte mittels Isoenzymelektrophorese im Rahmen des Projekts durchgeführt.

Perny B., 1998, Genetische Untersuchungen der Populationsstruktur verschiedener wichtiger Schadinsekten unter Berücksichtigung biologischer und ökologischer Faktoren, Abschlußbericht, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, Institut für Forstschutz, Wien, 34 S.


Das Wirkungsgefüge von pathogenen Mikropilzen, Arthropoden und Witterungsfaktoren bei aktuellen Krankheitssyndromen von Koniferen und Laubbäumen

P/4/65
Laufzeit 1994 bis 1999, Leiter Th. Cech

Um die Ursachen von Symptomen, insbesondere bei chronischen Erkrankungen von Bäumen, abzuklären, wird die Wechselwirkung zwischen abiotischen Faktoren und verschiedenen pathogenen Organismen erforscht. Auch Verschiebungen der Gewichtung von Streßfaktoren während des Krankheitsverlaufes werden einbezogen. Mithilfe von Exaktversuchen unter Laborbedingungen werden die einzelnen Faktoren voneinander abgegrenzt. Längerfristige Taxationen in Schadensgebieten sollen weiters helfen, Zusammenhänge mit großklimatischen Perioden abzuklären.

Untersuchungsobjekte waren bisher u.a. vom Wipfelsterben erfaßte Jungfichten, vom Kiefernsterben erfaßte Schwarz- und Weißkiefern, Probebäume aus dem Toten Gebirge und Dachsteinmassiv, um das Lärchenzweigsterben von 1995 aufzuklären sowie erkrankte Schwarzerlenbestände in Oberösterreich.


Forstschutz-Datenbank - Computerunterstütztes Schadensanalysesystem

P/4/66
1995 als F/4/3g
Laufzeit 1996 bis 2000, Leiter Th. Cech

Das Projekt beinhaltet die EDV-Erfassung der seit 1948 dokumentierten Schadensbegutachtungen und die routinemäßige Dokumentation neuer Schadensauftreten mit Unterstützung durch Bildmaterial sowie den Aufbau eines umfassenden "Expert-Systems" zur verfeinerten Schadensanalyse.


Befallsrisiko von Splintholznematoden in Zusammenhang mit der südeuropäischen Kiefernwelke und Holzimporten aus Asien

P/4/67-EU
11996 als F/4/3h
Laufzeit 1997 bis 2000, Leiter Ch. Tomiczek

Aufgabe des gemeinsam mit der BRD, Italien, Irland und Griechenland durchgeführten EU-Projekts ist es, die Gefahren durch Holzimporte abzuschätzen und die Pathogenität von Bursaphelenchus mucronatus und anderer Bursaphelenchus-Arten zu prüfen. Auch die Frage wird behandelt, ob pathogene Bursaphelenchus-Arten oder Rassen über Holzimporte nach Österreich gelangt sind und bei Absterbeerscheinungen an Kiefer und Tanne beteiligt sind.


Rasterelektronenmikroskopische Datenbank

F/4/4
Laufzeit ab 1998, Leiter M. Brandstätter

Die Facharbeit umfaßt folgende Arbeiten: EDV-Erfassung der seit 1992 entstandenen rasterelektronenmikroskopischen Abbildungen, Erweiterung der routinemäßigen Dokumentation anfallender Direktabbildungen, Symptomfotos für Entomologie, Phytopathologie, Wildökologie und integrierten Forstschutz, Errichtung einer Datenbank und Verknüpfung der Daten mit dem Schadensanalysesystem (P/4/66 "Forstschutz-Datenbank - Computerunterstütztes Schadensanalysesystem").

10.08.05 | Linhart, R.
FBVA © 1999