Chronik der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1975 - 1999
 
FBVA-Chronik
Forstschutz - nicht projektgebundene Arbeiten

Nicht projektgebundene Arbeiten

(Zusammengefaßt unter der Projektnummer F/IV/3 bzw. ab 1994 F/4/3, in sich chronologisch aufgelistet)

Vorarbeiten für neue Projekte, weiterführende Betreuung oder Beobachtung von abgeschlossenen Projekten und andere projektunabhängige Facharbeiten wurden ab 1992 unter F/IV/3, ab 1994 F/4/3, zusammengefaßt. F/4/3a) bzw. F/4/3h (1995) umfaßt die Beratung von Behörden, Interessensvertretungen und Waldbesitzern bei Massenvermehrungen von Forstschädlingen und phytosanitären Fragen bzw. Gutachtenerstellung, F/4/3b beinhaltete bis Ende 1995 die Betreuung von Diplomanden und Dissertanten der Universität für Bodenkultur.

Grafik Schadholzmengen


Einwirkungsmechanismen elektromagnetischer Strahlung auf den Waldbestand

F/IV/3c
Laufzeit 1993 bis 1994, Leiter M. Brandstetter

Der mögliche Zusammenhang zwischen Nadelvergilbungen und Kronenverlichtungen im Umkreis bestehender Sendeanlagen mit intensiver elektromagnetischer Bestrahlung wurde mit verschiedenen Methoden untersucht. Die Facharbeit wurde 1994 bis zur Klärung offener technischer Fragen zurückgestellt.


Schäden durch Zuwachsbohrung

F/IV/3d
Laufzeit 1993 bis 1994, Leiter Ch. Tomiczek

Da im Bundesgebiet jährlich tausende Bäume mit dem Zuwachsbohrer untersucht werden, wollte man möglichen negativen Auswirkungen auf den Holzzustand nachgehen, wegen zu hohem Arbeitsaufwand stellte man die Facharbeit aber ein.


Populationsdichteermittlung von Lymantria monacha mit Disparlure

F/IV/3 (F/4/3)b, F/4/3c, F/4/3e
Laufzeit ab 1993, Leiter H. Krehan

Aufgrund einer möglichen bevorstehenden Gradation des Schädlings wurden beleimte Fangtafeln ausgebracht, kontrolliert und ihre Effektivität verglichen. Teilweise handelte es sich um weiterführende Arbeiten zum Projekt P/IV/43 "Biotechnische Bekämpfung forstschädlicher Insekten".


Populationsdichteerhebung für Lymantria dispar und Unterstützung der LFD NÖ bei der Schadensprognoseerstellung

F/4/3f
Laufzeit 1994, Leiter H. Krehan

Zu den geplanten Versuchsapplikationen eines Bazillus thuringensis-Präparates gegen den Schwammspinner kam es nicht, weil die Versuchsbekämpfung bescheidmäßig verboten wurde und die Gradation zusammenbrach.


Versuche zur Bekämpfung des Kastanienrindenkrebses mittels hypovirulenter Stämme von Cryphonectria parasitica

F/4/3g,f,d
Laufzeit 1994, Leiter Th. Cech


Untersuchungen zum Vorkommen von Mycosphaerella dearnessii (= Scirrhia acicola) in Österreich

F/4/3h
Laufzeit 1994, Leiter Th. Cech


Befallstaxation von Cameraria ohridella (Roßkastanien-Miniermotte) in Österreich

F/4/3i
1994, Leiter H. Krehan

Die explosionsartige Ausbreitung der Roßkastanienminiermotte zog reges öffentliches Interesse auf sich. Auf Auftrag des Ministerbüros wurde eine umfangreiche Beratungstätigkeit und eine Befallserhebung an ca 1300 Roßkastanien durchgeführt. Schon 1994 waren 70-80 % der vorwiegend in Österreich untersuchten Bäume von den Blattminen des Schmetterlings befallen, auffallend war aber auch der starke Befall mit dem Blattbräunepilz Guignardia aesculi. In der Zwischenzeit hat sich der Schädling im gesamten Bundesgebiet ausgebreitet.


Maßnahmen zur Bekämpfung der Roßkastanienminiermotte Cameraria ohridella

F/4/3c, F/4/3d
Laufzeit ab 1995, Leiter H. Krehan

Zahlreiche Bekämpfungsvarianten (Bauminfusionen, Neem-Präparate, etc.) der Roßkastanienminiermotte wurden von der FBVA erprobt. 1996 kam man zum Schluß, daß biotechnische Häutungshemmer, z.B. Dimilin oder Alsystin, Anfang Mai gesprüht, unter bestimmten Voraussetzungen gut wirken, was sich in den Folgejahren in der Praxis bestätigte. 1997 wurde vom Institut für Forstschutz die Tagung "Die Roßkastanienminiermotte - Biologie und Bekämpfungsstrategien" gemeinsam mit der ISA an der FBVA Schönbrunn veranstaltet. Die Referate wurden in einer Themennummer von ¿Forstschutz Aktuell¿ veröffentlicht. 1998 wurde zu diesem Thema eine Internet-Seite mit aktuellen Ergebnissen und Hintergrundinformationen eingerichtet.

Tomiczek Ch. 1997, (Redaktion), Roßkastanienminiermotte (Cameraria ohridella), Themennummer mit zahlreichen Beiträgen, Forstschutz Aktuell Nr. 21, 7/1997, 33 S.


Fichtengebirgsblattwespe Pachynematus montanus

F/4/3e
Laufzeit 1995, Leiter H. Krehan

Aufgrund einer Massenvermehrung in den sekundären Fichtenwäldern des Salzburger und oberösterreichischen Voralpengebietes wurden Analysen mittels Kokonauszählungen, Beratungen und Stellungnahmen durchgeführt. Stichprobenartige Untersuchungen zeigten, daß die Befallsgradation 1995 bereits im Abklingen war.


Forstschutz-Datenbank

F/4/3g, Vorarbeiten zu P/4/66
Laufzeit 1995, Leiter Th. Cech, H. Krehan, B. Perny, Ch. Tomiczek


Früherkennung von Rotfäule mit akustischen Methoden

F/4/3e, F/4/3i
Laufzeit 1995, Leiter G. Schaffar, Ch. Tomiczek

Im Rahmen einer mit Mitteln des BMLF geförderten Zusammenarbeit zwischen der FBVA und einem Retzer Ziviltechnik-Büro kam man zum Schluß, daß diese zerstörungsfreie Methode der Fäulebestimmung außerordentlich erfolgversprechend ist.


Schäden an Christbaumkulturen

F/4/3f
Laufzeit 1996, Leiter F. Gruber, J. Brandl

Vorwiegend besteht die Arbeit Beratungstätigkeit bezüglich Schadauftreten in Christbaumkulturen. 1996 wurde ein Ratgeber für "Krankheiten und Schädlinge in Christbaumkulturen" veröffentlicht.

Perny B., Cech Th., Donaubauer E., Tomiczek Ch., 1996, Krankheiten und Schädlinge in Christbaumkulturen, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 156 S.


Phytosanitäre Kontrolle von Importholz, Forstpflanzen und Pflanzenteilen

Bis 1997: Phytosanitäre Kontrolle von Importholz und Christbäumen


Österreichischer Pflanzenschutzdienst - Forstpflanzen und Holz

F/4/3g
Laufzeit ab 1996, Leiter Ch. Tomiczek, H. Krehan

Die Arbeit beinhaltet Importkontrollen nach dem Pflanzenschutzgesetz 1995 sowie die Einschulung und laufende fachliche Betreuung der Export- und Importkontrollorgane. Die Diagnose von Quarantäneschadorganismen erfolgt ebenfalls im Institut für Forstschutz der FBVA.


Taxonomie, Verbreitung und Pathogenität von Splintholznematoden der Gattung Bursaphelenchus

F/4/3h, Vorarbeiten zu P/4/67-EU1
Laufzeit 1996, Leiter Ch. Tomiczek


Revierbewertung und -management

F/4/3i
Laufzeit ab 1996, Leiter K. Tiefnig

Als Serviceleistung für die forstliche und jagdliche Praxis leistet die Abteilung für Wildökologie Hilfestellung im Bereich jagdwirtschaftlicher Fragestellungen und Wald-Wild-Problematik. Wildschäden und Maßnahmen zu deren Vermeidung bilden den Interessensschwerpunkt. Neben der Anwendung konventioneller Schutzmaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit Grundeigentümern und Fachkollegen auch praktische Versuche durchgeführt. Als ein vielbeachtetes Beispiel dafür sei die Errichtung der Elektro-Einzelschutzanlage Aggstein/Wachau/NÖ erwähnt. Dabei werden die zur Schutzwaldsanierung in Permen gepflanzten Jungbäume durch eine solarstromversorgte Einzelschutzkombination von Stahldraht und Elektroband dem Wildäser entzogen.


Die wichtigsten Forstschädlinge und -krankheiten Österreichs

F/4/3e
Laufzeit ab 1998, Leiter B. Perny

Gearbeitet wird an einer Publikation über Schädlinge und Krankheiten, die für Österreich relevant sind.


Praxistest: Wirksamkeit von verbesserten Phermonon-Applikationstechniken im Vergleich zu herkömmlichen Methoden

F/4/3h
Laufzeit ab 1998, Leiter A. Pfister

Im Lehrforst der HTL Gainfarn wurden neben Borkenkäferpheromon-Vergleichstests, ein Versuch über die Wirksamkeit bzw. Fängigkeit von Pheromonfallen im Vergleich zur bewährten Fangbaummethode durchgeführt. Dabei wurden zahlreiche Faktoren erhoben, die die Anlockung der Borkenkäfer maßgeblich beeinflussen. Erste Ergebnisse lassen darauf schließen, daß die Kombination Fangbaum und Falle in Summe schlechtere Fangergebnisse bringt als jede Variante alleine.

Zusätzlich wurden neuartige Pheromone und Fallen zum Monitoring der Lärchenminiermotte und der Kiefernbuschhornblattwespe erfolgreich getestet.

(1) Prädatoren sind alle "Raubtiere", auch solche, auf die der Begriff sonst nicht angewendet wird wie Raubmilben, Scolopender oder gewisse Spinnenarten.

(2) "Ektoparasitär" bedeutet, daß es sich um Parasiten handelt, die außerhalb des Wirtsgewebes leben, im Gegensatz zu Endoparasiten.

26.09.05 | Linhart, R.
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