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Österreichisches Bioindikatornetz (BIN)
Austrian Bio-Indicator Grid
Bedeutung des Bioindikatornetzes bei der Anlagengenehmigung
Die Ergebnisse des Österreichischen Bioindikatornetzes (BIN) bilden einen wichtigen Bestandteil der in Österreich erhobenen Umweltdaten. Diese Ergebnisse können und werden von Behörden, Universitäten, Ziviltechnikern und Waldbesitzern genutzt. Im Genehmigungsverfahren von Industrieanlagen sind die Auswirkungen der Anlage auf betroffene Umweltmedien (Luft, Wasser, Mensch, Wald,…) zu berücksichtigen. Ziel ist es die Situation und den Einfluss vor und nach der Inbetriebnahme der Anlage aufzuzeigen und zu bewerten.
Oftmals sind Umweltmessdaten vor der Inbetriebnahme bzw. vor der Veränderung der Anlage (Grundbelastung) nicht verfügbar. Da die Erhebung dieser Daten Zeit benötigt, ergeben sich dadurch Verzögerungen bei der Genehmigung von Anlagen. Das BIN kann hier die erforderlichen Umweltmessdaten für die Behörde liefern, um so den Ist-Zustand vor der Inbetriebnahme der Anlage grob zu beschreiben. Benötigt werden dafür:

  • Zeitreihe der letzten Erhebungsjahre
  • Probenarchiv das zusätzliche Analysen ermöglicht (S, F, Cl, Schwermetalle, radioaktive Kontaminationen)
  • Ausreichend dichtes Netz (mindestens zwei Punkte in der Nähe der Anlage)

Das BIN wird bereits seit 1983 beprobt – es liegt damit eine ausreichende Zeitreihe vor, die sich für diesen Zweck nutzen lässt. Alle Proben des Bioindikatornetzes wurden archiviert und können bei Bedarf auf zusätzlich Schadstoffkomponenten untersucht werden. Die Netzdichte ist zumeist gerade noch ausreichend um solche Fragestellungen beantworten zu können. Günstigstenfalls sollten mindestens zwei Punkte in Emittentennähe (<5km) vorhanden sein, die in und entgegen der Hauptwindrichtung der Anlage liegen sollten.
Alleine das Grundnetz mit seinem 16x16 km Raster ist dafür allerdings nicht ausreichend, es muss auch das Verdichtungsnetz mit den 8x8 km Raster bzw. die Verdichtungen in den Tälern herangezogen werden. Die praktische Vorgehensweise wird im Folgenden vereinfacht beschrieben. In der folgenden Abbildung 1 sind die Punkte des Bioindikatornetzes um einen Emittenten dargestellt.


 
Abbildung 1: Lage der Punkte des Bioindikatornetzes


Im Zuge des Genehmigungsverfahrens kann die Behörde dem Emittenten den Betrieb eines lokalen Untersuchungsnetzes vorschreiben. Die Abbildung 2 zeigt dieses Untersuchungsnetz unter Einbindung der beiden Punkte des Bioindikatornetzes. Mit Hilfe der Ergebnisse der beiden BIN-Punkte unter Einbeziehung des lokalen Untersuchungsnetzes besteht nun die Möglichkeit in die Vergangenheit des Industriestandortes zu blicken und den Ist-Zustand vor der Inbetriebnahme bzw der Anlagenänderung aufzuzeigen. Zur Beweissicherung eines ordnungsgemäßen Betriebes und zur Absicherung der Angaben, die über die Ausbreitungsrechnung gemacht wurden, wird das vorhandene Biomonitoring (Bioindikatornetz und lokale Netze) jährlich weitergeführt.

 
Abbildung 2: Lage der Punkte des Bioindikatornetzes und jener des lokalen Netzes

10.02.06 | Fürst, A.
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