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Wald-Wild-Ökologie
Wald und Wild sind von Natur aus nicht immer im Gleichgewicht. Große Pflanzenfresser weiden ein Gebiet oft vollständig ab und ziehen dann weiter. Ein langfristiges Gleichgewicht ergibt sich erst, wenn ein Weidezyklus groß genug ist, dass bis zur nächsten Wiederkehr des Wildes die Vegetation nachwachsen kann.

Im Alpenraum zog das Wild in früheren Zeiten im Winter aus dem Gebirge in die schneearmen und nahrungsreichen Aulandschaften der großen Flüsse. Diese Zugmöglichkeiten sind heute durch Siedlungen und Verkehrswege zerschnitten. So muss z. B. Rotwild in dem dafür eigentlich nicht geeigneten Biotop Bergwald überwintern.

Aber auch kleine Weidezyklen wie das tägliche Ausziehen in die offene Landschaft zur Nahrungsaufnahme (äsen) sind den ehemaligen Steppentieren in dicht besiedelten Tälern und Niederungen weitgehend nicht mehr möglich. Nahrungssuche ist oft nur mehr in den viel äsungsärmeren Wäldern unter viel höherem Energieaufwand möglich, oder in "Nachtschicht". Von Natur aus tagaktive Tiere werden durch Störung zur Nachtaktivität gezwungen, mit allen negativen Begleiterscheinungen, ähnlich wie wir sie auch aus der Humanbiologie kennen.

Durch intensive Hege und Fütterung sind im 20. Jahrhundert die Wildstände um ein Vielfaches angewachsen (Grzimek spricht schon 1968 von einer Verzehnfachung). Gleichzeitig ist der zur Verfügung stehende Lebensraum aber beträchtlich geschrumpft.

Die dadurch bedingte Übernutzung der Waldvegetation verursacht der Forstwirtschaft durch die Verzögerung oder Verhinderung von Waldverjüngung hohe Kosten und damit Schaden. In nicht bewirtschafteten Schutzwäldern bewirkt Verzögerung oder Verhinderung von Verjüngung, oder das Verschwinden einzelner Baumarten über kurz oder lang eine Destabilisierung. Langfristig entstehen auch hier, wenn Sanierungsmaßnahmen nötig werden, der Allgemeinheit Kosten und damit ein Schaden, oder dieser tritt durch Schadereignisse (z.B. Lawinen oder Muren) direkt ein.
Für den Wald-Wild-Ökologen ergeben sich folgende Aufgaben: Abschätzen des Wildeinflusses und Beurteilung der ökologischen Folgen

  • Diagnose hinsichtlich Verursacher und Schadausmaß
  • Erforschung biologischer und ökologischer Zusammenhänge
  • Beratung über Wildbewirtschaftung und Schadensvermeidung
  • Beratung zur Lösung von Konflikten zwischen Wald- und Jagdwirtschaft
  • Entwicklung von Schadensvermeidungsstrategien
  • Prüfung von Wildabwehrmitteln
01.08.06 | Bearbeitung: Lackner
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