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Lärchentriebsterben - Ascocalyx laricina | english

Symptome    Im Sommer verfärben sich die Nadeln von Langtrieben braun. Im Herbst brechen aus der Rinde der abgestorbenen Langtriebe kleine schwarze Fruchtkörper der ungeschlechtlichen Form Brunchorstia laricina hervor (Lupe). Auch um abgestorbene Kurztriebe herum stirbt das Zweiggewebe ab. Von derartigen Stellen wächst das Pilzmyzel in Zweige und in Äste ein, wo es durch Wundreaktionen zu kleinen Wucherungen (canker) kommen kann. Die Abschnürung des Saftstromes bei Ästen führt dann rasch zum Absterben aller oberhalb befindlicher Zweige und Triebe. In den Wucherungen werden ab dem Folgejahr auch kleine, scheibenförmige geschlechtliche Fruchtkörper (Apothezien) gebildet. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Spätfrostschäden: schneidet man die frisch abgestorbenen Triebe der ganzen Länge nach auf, so erkennt man im Falle von Frostschäden, dass das Absterben an der Triebbasis begonnen hat. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte auch der nahezu allgegenwärtige Befall durch Läuse für Lärchentriebsterben gehalten werden, da die winzigen schwarzen Larvenstadien den Pilzfruchtkörpern ähneln.
Bedeutung    Das alpine Lärchentriebsterben hat in Österreich eine fast vierzigjährige Geschichte. Ende der Sechzigerjahre kam es plötzlich zu epidemischen Auftreten vor allem in Hochlagenaufforstungen. Großflächiges Ausfallen von Aufforstungsflächen war die Folge. Nach einigen Jahren nahm die Häufigkeit der Krankheit kontinuierlich ab. Erst im vergangenen Dezennium kam es wieder zum Aufflackern des Lärchentriebsterbens. Für die Krankheit sind mehrere Auslösefaktoren maßgeblich. Entscheidend ist zunächst die Seehöhe: betroffen sind Hochlagen über 1600m, gegen die Baumgrenze hin nimmt die Krankheitsintensität zu. Ein weiterer Faktor ist die Exposition. Befallen werden meistens Lärchen an nordexponierten Hängen mit langer Schneebedeckung. Erst kommt es zur Ausbreitung in Bestände anderer Exposition. Auch die Herkunft des Pflanzenmaterials hat eine gewisse Bedeutung: Lärchenherkünfte aus niederen Lagen treiben unter Kurztagsbedingungen aus. In höheren Lagen erfolgt das dann bei zu niedrigen Temperaturen und die Triebe werden dadurch für die Infektion durch Ascocalyx empfindlich. Abgesehen von den angeführten Faktoren dürften großklimatische Faktoren eine Rolle spielen, doch sind diese im Detail noch unklar.
Massnahmen    Kurative Maßnahmen waren bisher nicht erfolgreich. Entscheidend ist, ähnlich wie beim Scleroderris-Triebsterben der Kiefern, bei Hochlagenaufforstungen auf standörtliche und mikroklimatische Gegebenheiten zu achten. Großflächige Aufforstungen können sich fatal auswirken, da nach dem Aufbau eines entsprechenden Infektionspotentiales auch nicht prädisponierte Lärchen befallen werden.
Betroffene Baumarten    Laerche;
Betroffene Pflanzenteile    Trieb/Zweig/Ast;


Ascocalyx-Lärchentriebsterben: zurücksterbende Lärche, ca.1900m Seehöhe
Ascocalyx-Lärchentriebsterben: abgestorbene, entnadelte Zweige
Ascocalyx-Lärchentriebsterben: Zweig mit Fruchtkörpern der ungeschlechtlichen Form

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